M. Schappert - Die Mannen um Nicolas Oberdieck hatten sich eigentlich viel vorgenommen für das Spiel gegen die Spielvereinigung Deutsche Jugendkraft Taufkirchen. Im Spiel zeigte sich jedoch die hässliche Seite des Janusgesichts, das die Bayernligavertretung in diesem Jahr leider ausmacht. Das Prunkstück der letzten beiden Siege, die Verteidigung, war dieses Mal löchriger als ein Schweizer Käse und nicht einmal der Abiturient konnte das antizipieren nennen (frei nach Frank Buschmann). Gegner wurden in der Nahwurfzone nicht ausreichend attackiert, in manchen Situationen gewährte man geradezu Geleitschutz für die eigentlich körperlich unterlegenen Gäste („Ja, das ist ganz nett anzusehen, denken sich auch die Verteidiger. Fehlt nur noch, dass sie klatschen.“, Frank B.). So konnte sich auch der zuletzt äußerst souveräne Rückhalt im Tor der Isis nicht auszeichnen („Manchmal musst du als Kommentator den Torwart verprügeln, aber da werden wir jetzt mal an dieser Stelle drauf verzichten“, ebenfalls F. Buschmann) und man geriet schnell in’s Hintertreffen. Vorne zeigte man anfangs noch Moral und kämpfte sich in’s Spiel zurück, der Gegner kam jedoch regelmäßig zu einfachen Toren, ein Umstand, der sich auf die gesamte Spieldauer rächen sollte - während man vorne viel Aufwand betreiben musste, um Torchancen zu generieren reichte dem Gast häufig eine zügig vorgetragene Stoßbewegung um zum Torerfolg zu kommen. Zur Halbzeit trennte die beiden Mannschaften dennoch nur ein schemenhaftes 12:15.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wollte man in Ballbesitz nach Anwurf direkt verkürzen um wieder in Schlagdistanz zu kommen. Dies ging leider gründlich nach hinten los, man kassierte erst wieder zwei Gegentore bevor man selbst traf. Trotz einer mageren Wurfausbeute aus dem Rückraum (über die gesamte Distanz wurden allein gefühlt 17 Würfe kurz oben vergeben - „Verzogen, wie ein verzogenes Kind!“, immer wieder Buschi) blieb man dran und verkürzte zum letzten Mal auf ein 17:19. Neuzugang Benny Herfurth hielt hier beinahe im Alleingang die Krautgemeindler einigermaßen im Spiel. Mit einer 0:4 Serie gelang Taufkirchen aber im Anschluss die Vorentscheidung, die Messe war gelesen, der Drops gelutscht, der Controller gegen die Wand geschmissen.
Das allerletzte Aufbäumen blieb aus und so wurde aus einem 20:24 noch ein 21:31. Immerhin: „Jetzt kommt keine Verbesserung des Resultats mehr, aber auch keine Verschlechterung. Denn das Spiel ist vorbei.“ (F.B.).
Im Spiel musste man letztlich der mageren Trainingsbeteiligung der vergangenen Wochen Tribut zollen und auch wenn das Debüt von Benny auf mehr hoffen lässt, wird man mit einer so uninspirierten Abwehrleistung in der BOL Oberbayern nichts reißen können; einer Liga, in der man an einem guten Tag jeden schlagen, aber an einem schlechten auch von jedem vorgeführt werden kann. Trainer Oberdieck hat jetzt durch das spielfreie Wochenende zwei Wochen Zeit, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, seine Mannschaft aufzubauen und fit zu machen für das anstehende schwere Spiel gegen den Rekordmeister und Stern des Südens, der gerüchteweise niemals untergeht.
Es spielten (mehr schlecht als recht): D. Schappert, Hauf (beide Tor), Zeman (3), M. Schappert, Königsmann, Heinekamp, Herfurth (7), Kriebel (1), Leber (1), Brück (1), Hasselmann (2), Littmann (3), Kellner (1), Herzog (2)