Aller Anfang ist schwer ...
sagt man, wenn viel Übung erforderlich ist, um etwas richtig gut zu können. Von viel Übung konnte bei der weiblichen B zum Saisonstart jedoch nicht die Rede sein. Gerade mal drei Trainingstage und eine normale Halleneinheit hatten die Mädels um das neue Trainerteam Veri Weber und Manfred Bamberger hinter sich gebracht, bevor sie zum ersten Spiel ins entfernte Altusried im Allgäu starteten. Gerade rechtzeitig meldeten sich zudem die verletzten Lea und Maria zurück, Kathi Krecken hatte bereits am Vortag zugesagt mitzuspielen. Alle an Bord also, wenn auch mit Handicap, noch einen Tag vorher sah das ganz anders aus. Das erste Spiel der Saison hat immer den Charakter einer Wundertüte – aus den obigen Gründen galt das natürlich auch für dieses.
Beim Warmlaufen beobachten die Trainer immer die gegnerischen Spielerinnen und versuchen zu erkennen, wo die starken und weniger guten Gegner sind. Die Mädels von der Spielgemeinschaft Altusried/Dietmannsried schienen alle gut ausgebildet, technisch beschlagen und durchsetzungsfähig. Veri war schnell klar: das wird ein hartes Stück Arbeit. Mit dem Anpfiff ging die HSG gleich mal in Führung, Ismaning glich aus, das blieb so bis zum 3:3. Dann machte sich die individuelle Stärke der Isis bemerkbar. Die Trainer hatten Franzi Blask mittlerweile auf Rückraum Mitte gestellt. Häufig konnten die Allgäuer die Ismaninger Spielerinnen nur durch 7m-reife Fouls stoppen, schöne Einzelleistungen ergaben schöne Tore aus dem Feld. Auch eine Verletzung an Franzi’s Hand brachte die Mädels nicht aus dem Tritt, Kathi Krecken übernahm nahtlos das Steuer. Nach und nach erarbeiteten sich die Isis einen vier Tore Vorsprung. Kurz vor Halbzeitende trat erwartete Einbruch ein, nun war nicht mehr genug Explosivität und Nachdruck vorhanden, vorne und hinten. Dazu musste Lisa Felsner nach einem Schlag auf das Knie pausieren. Eigene Möglichkeiten wurden vergeben, Fehler führten zum Ballgewinn durch die Gegner, bei Minute 23 fiel der Ausgleich. Im Teamtimeout der Trainer wurde besprochen, was zu tun sei: Tempo rausnehmen, Ball vorne gesichert hin und her spielen, Gegner einschläfern. Dann ein plötzlicher Tempowechsel nach links, und entweder Eins gegen Eins oder Parallel auf Franzi, die mittlerweile die am Knie verletzte Lisa Felsner auf Rückraum Links ersetzt hatte. Nicht zum ersten Mal setzte Kathi Krecken solche Hinweise perfekt um. Den Ball zweimal nach links und rechts, ein plötzlicher Antritt nach links vorn, ein entschlossener Zweikampf, Halbzeitführung 13:12 für die Isis.
Die Trainer besprachen sich kurz vor der Kabine, die Mädels drin. Ein Abgleich der Ergebnisse erbrachte beinahe Gleichheit, was wollen Trainer mehr. Die Halbspieler etwas weiter zurück, die Außenverteidiger auch, Vorne Mitte auch. Es kamen kaum Würfe aus dem Rückraum, die Abwehr sollte also flacher stehen, um die Durchbrüche der Altusrieder besser zu stoppen und auch um Kräfte zu sparen. Im Angriff sollte gekreuzt werden, Einlaufen von außen und Ausgleich durch die Rückraumspielerin versucht werden. Das mit dem Kreuzen müssen wir noch üben, das Einlaufen durch Jule von Rechtsaußen erbrachte aber schnell Gelegenheiten für sie selber oder für Kristin Wimmer, die so schöne Tore erzielen konnte. Zwar schaffte die HSG nach dem Wiederanpfiff nochmal den Ausgleich, geriet dann jedoch mit drei Toren in Rückstand: 13:16. Den Vorsprung bauten die Isis nach und nach weiter aus. Franzi Blask hatte einen guten Tag erwischt und musste sogar eine Manndeckung hinnehmen. Das störte die Spielerinnen von Veri Weber aber nicht weiter, so dass der gegnerische Trainer es nun mit doppelter Manndeckung versuchte. Eine tolle Gelegenheit für Kathi und Maria zu zeigen, wie gut sie im 2:2 Durchbruchsräume finden und zu Toren nutzen können. Über 20: 24 kamen die Mädels mit dem Abpfiff zu einem 22:29 Erfolg.
Fazit: gute Stimmung im Team, engagierte Spielerinnen, gute Einzelleistungen, schönes Zusammenspiel in der Kleingruppe. Verbesserungen im Gegenstoß und im gebundenen Spiel werden in einigen Wochen zu sehen sein. In der Wundertüte steckte ein Auswärtssieg, hart erarbeitet und verdient.
Leni Spitzweck (Tor und Feld), Vroni Mandlmair (Tor und Feld), Jule Braun, Lisa Felsner, Franzi Blask, Sophia Dölger, Maria Koller, Kathi Krecken, Wimmer Kristin, Maier Lea.