Auf dem Weg zurück: Wenn wenige Minuten Spielzeit glücklich machen würden

Von am 02.01.2014 in Allgemein, Archiv
Erst zu Saisonbeginn ist Kathleen Braun in den Bayernliga-Kader des TSV Ismaning aufgerückt. Doch gleich der Auftakt verläuft folgenschwer. Nun sehnt sie das Comeback herbei.



Eigentlich ist das erste Spiel einer neuen Saison immer etwas Besonderes. Oder sollte es zumindest sein. Vor allem, wenn du aus der 2. Mannschaft aufgerückt bist. So, wie bei Kathleen Braun. Doch für die 21-jährige wird das Heimspiel der „Isis“ gegen die TS Herzogenaurach am 14. September 2013 aus einem ganz anderen Grund ein denkwürdiger Tag.

Dieses erste Saisonspiel – bislang auch ihr einziges. Sie verletzt sich schwer, zum ersten Mal. „Ich war schon in der Luft und wollte auf das Tor werfen“, erinnert sich Braun zurück. „Dann habe ich einen leichten Check bekommen, eine Drehung um 180 Grad gemacht und bin total unglücklich auf mein rechtes Handgelenk gefallen.“ Ihr erster Gedanke: Aufstehen und weiter Spielen. Ein Trugschluss. „Es ging einfach nicht. Als ich auf meine Hand geschaut habe war mir klar, dass ich doch nicht mehr spielen kann“, weiß die Außenspielerin. Die Verletzung entpuppt sich als Trümmerbruch und Absplitterung im Handgelenk.

Ein Schock, zweifelsohne. Gerade erst von der 2. Mannschaft in die Erste gestoßen und schon wieder raus. Die Anstrengung in der Vorbereitung, die Freude auf die Bayernliga, alles schon wieder dahin. Das muss erst einmal verdaut werden, wenn es heißt: Tribüne statt Spielfeld. Anfangs eine sehr schwere Zeit für Kathleen Braun. „Weil ich das alles gar nicht so fassen konnte. Irgendwann habe ich mich damit abgefunden. Man sieht das Spiel in solchen Situationen aber auch mit anderen Augen und nimmt sich vor, die Fehler, die gemacht werden, selbst nicht zu machen.“

Zu Recht. Mittlerweile ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, die Heilung verläuft sehr gut. Sie kämpft darum, wieder zurück zu kommen. Am Ball zu bleiben – für die Außenspielerin kein Problem. Sie hat nur eines im Kopf, das Comeback. „Als ich Schritt für Schritt gemerkt habe, dass ich immer mehr mit dem Handball machen kann, bin ich stets motivierter geworden“, erklärt Braun. Es ist deutlich zu spüren, wie sehr sie darauf brennt, wieder angreifen zu können. „Komischerweise vergesse ich meine Hand fast komplett beim Handball, obwohl es da passiert ist. Mir tut es gut, wieder trainieren zu können. Angst habe ich keine, denn ich bin einfach nur froh, dass wieder so viel möglich ist.“

Die nächste Etappe ist die Vorbereitung mit der Mannschaft auf die Rückrunde. Ein kleines Trainingslager am Wochenende des 4. / 5. Januars. „Da starte ich wieder richtig, auch mit den Abwehrarbeiten. Je nachdem wie das funktioniert werde ich vielleicht schon im ersten Rückrundenspiel dabei sein. Wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, bin ich schon glücklich, wenn ich fünf oder zehn Minuten spielen darf“, ist die junge Frau voller Vorfreude.

Verständlicherweise. Denn eigentlich hat sich gar nicht damit gerechnet, diese Saison nochmal dabei sein zu können. Doch jetzt steht die 21-jährige unmittelbar davor, sich wieder das Trikot überstreifen zu können. Ein lang ersehnter Moment, der so nah ist. Dann kann die Saison auch für Kathleen Braun endlich richtig beginnen. Besser spät, als nie.

Bericht von Andreas Schisler
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