Bad Girls auf Siegeszug

Von Manfred Bamberger am 24.01.2016 in Allgemein, Archiv

Beim Anpfiff ist es ganz schön einsam im Auswechselraum der Ismaninger Mädels. Anzahl Wechselspielerinnen = 0. Schon lange war klar, dass beim zweiten Rückrundenspiel der zweiten A-Jugend auswärts in Aichach die B-Jugendlichen nicht unterstützen können würden. Eli Huber fällt seit vergangenem Dienstag für ungewisse Zeit aus, so gingen die Wechseloptionen drastisch zurück. Besprechung vor dem Spiel in kleinem Kreis: ihr könnt das Spiel gleich aufgeben oder gewinnen wollen. Kontrolliert spielen, flach in der Abwehr, Aichach kommen lassen, Gegenstöße nur laufen bei klarer Möglichkeit, dafür aber mit höchstem Tempo zurück. Die Mädels einigten sich auf gewinnen.


Ismaning hatte Anspiel und führte auch gleich 1:0, Aichach glich im Gegenzug aus. Das 2:1 der Isis folgte auf dem Fuß und nun zahlten sich die vielen Minuten Abwehrarbeit der letzten Trainingseinheiten aus. Aichach war mit der klug agierenden 5:1 Abwehr in der defensiven Kräftesparvariante überfordert. Ballgewinne und resultierende Gegenstöße stellten das Ergebnis schnell auf 7:2. Aichach konnte zwar noch zweimal auf einen drei Tore Abstand verkürzen, scheiterte aber immer wieder an den zweikampfstarken Ismaninger Spielerinnen oder Ela im Tor. Bad Girls lassen eben keine durch. Vom 10:7 stellten die Mädels von Trainer Bamberger auf 19:10 in der Halbzeit. Unerwartet – da ohne Wechselspieler. Immer wieder erspielten sie sich mit Übersicht Abschlussmöglichkeiten. Gerade das erfolgreiche Zusammenspiel mit Kreismitte Lulu Müller und deren sichere Abschlüsse trugen dazu bei. Besonders sehenswert waren die No-Look-Pässe von Tamy zu Lulu, kaum zu verteidigen.        


Nach dem Wiederanpfiff der traditionell leitenden Schiedsrichter („im Zweifel gegen die Abwehr“) ging das Spiel hin und her. Die Ismaninger ließen nichts anbrennen und hielten bewusst und kräftesparend den Abstand auf zehn oder elf Toren. Bei 29:18 nahm der Trainer um Minute 50 die Auszeit, um den Mädels eine letzte Pause zu geben. Nochmal zehn Minuten durchhalten, war die Ansage. Und – ab jetzt sind Gegenstöße frei. „Endlich“ wird Alex Kunert sich gedacht haben und sauste in den letzten Minuten wie der der Blitz aus der Abwehr nach vorn, bekam von Ela oder Mitspielerinnen den Ball und machte ein Tor ums andere. Der Endstand dann 33:21, für ein Team ohne Auswechselspielerinnen schon außergewöhnlich.


In der Zusammenschau: die Mädels hielten sich an die taktischen Vorgaben und spielten klug und engagiert in der Abwehr und sehenswert im Angriff. Ihre Stärke – das schnelle Umschalten und der Gegenstoß - musste aufgrund des Kräftemanagements gebremst werden und das fiel ihnen richtig schwer. Viele Dinge gibt es noch zu verbessern, da zählen Abschlüsse dazu, geduldiges Spiel, Lernen aus eigenen Fehlern. Aichach war an diesem Tag überfordert und kann sicher deutlich besser spielen.


Ela Wimmer (Tor), Anni Altwein (3), Sara Lutz (6), Sophia Krabichler (8/4), Tamy Milutinovic (2), Luisa Müller (6), Alex Kunert (8)
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