Wie der Blitz legt Vaterstetten nach dem Anpfiff von Heppo los. Der Angriff wird in höchstem Tempo vorgetragen, das Spiel nach links verlagert, und schon steht Sara allein gegen Sophia Vogt, die mit einem geschickten Haken nach innen durchkommt und gleich das 0:1 markiert. Das geht ja gut los, denkt sich der Trainer. Im strategischen Teil der Kabinenansprache hat er noch auf Sophia Vogt hingewiesen. Aber auch Ismaning kann Handball spielen. Weniger schnell, mehr ausgerichtet am Ergebnis, weniger am Spektakulären, und mit viel Übersicht erzielen sie den Ausgleich. In den nächsten dreißig Minuten ändert sich an diesem Bild nichts. Leichte Vorteile für Vaterstetten, einige Male eine drei Tore Führung, Ismaning holt auf. Mit einem Tor Rückstand geht es in die Halbzeit (17:18). Bis dahin haben die Ismaninger sich im gebundenen Angriff immer wieder Lücken erspielt. Terry vertritt Tamy, die in Berlin ist, im Angriff hervorragend und trifft gleich fünfmal. Anni rückt auf die halbrechte Abwehrposition und hat die flinken Vaterstettenerinnen im Zusammenspiel mit Luisa Müller gut im Griff. Vogt in kurze Deckung zu nehmen, erweist sich schon in Hälfte eins als richtige Maßnahme.
Die Abstimmung beim Pausentee ist nicht schwer. Der Versuch, die Abwehr aufzuziehen und Kreismitte anzuspielen, muss unterbunden werden. Die Abwehrbewegungen müssen schneller erfolgen, nicht auf dem ganzen Fuß stehen, sondern auf den Ballen. Bei Leidenschaft und Siegeswillen steht es zur Halbzeit unentschieden, da können die Ismaninger zu legen. Und da ist noch etwas. Vaterstetten geht verschwenderisch mit den Kräften um. Ein Spiel in diesem Tempo durch zu halten, scheint nur schwer möglich. Wenn die Gegner das schaffen, gewinnen sie verdient. Tun sie aber nicht. Wie erwartet schwinden die Kräfte und die Zeit der Isis kommt. Mit dem 20:20 steht es zum ersten Mal unentschieden, Vaterstetten wehrt sich. Aber die Angriffe werden langsamer, die 1:1 Aktionen verlieren an Konsequenz, die Würfe an Genauigkeit. Die Ismaninger Abwehr gewinnt immer mehr Zweikämpfe und Bälle. Die Lücken werden nun beinschnell geschlossen, häufig stehen zwei Isis gegen den Durchbruch. Auch die Torhüter tragen, wie schon in der ersten Hälfte, maßgeblich bei und halten viele freie Bälle. Mit dem 25:25 wendet sich dann das Blatt. Von nun an legt Ismaning vor und lässt sich auch durch zweimaligen Ausgleich nicht mehr von der Siegesstrasse abbringen. Über 30:29 erspielen sich die Isis das verdiente Endergebnis: 34:31.
Fazit: Vollgashandball ist schön anzusehen. Bei Vollgas ist der Tank aber schnell leer. Kontrollierte Angriffe, Tempowechsel im richtigen Moment (Sophia Krabichler - gut so!), gezieltes Freispielen der Mitspieler durch bewusste Aktion und Kräftemanagement über das ganze Spiel erlauben Erfolge über Mannschaften, die richtig gut Handball spielen. Die B-Jugendlichen haben – nachdem sie in Aichach nicht dabei sein konnten - ihre gewohnt wichtige Rolle eingenommen. Und wie in allen Spielen bisher: das Team ist der Star.
Ela Wimmer (Tor), Giulia Prillwitz (Tor), Joelle Korhammer (3), Lisa Felsner (6/1), Anni Altwein (1), Sara Lutz (3), Dilara Sanilülal (2), Sophia Krabichler (5/1), Luisa Müller (5), Alex Kunert (2), Terry Pfründer (7)