Bayernliga - läuft bei uns

Von Manfred Bamberger am 01.05.2016 in Allgemein, Archiv

„Wir wollen jedes Spiel gewinnen“ – mit diesem Ziel ging die Ismaninger weibliche A gerne ins vorgezogene Qualifikationsturnier. Notwendig geworden war die Verlegung vom Ursprungstermin, weil da gleichzeitig die ersten Spiele um den Einzug in die weibliche Jugendbundesliga lagen. Post SV hatte kurz vorher seinen Rückzug bekanntgegeben, so dass das Augenmerk der anwesenden Teams auf den Turniersieg gerichtet war, berechtigte der doch zum direkten Einzug in die Bayernliga. Die beiden anderen Mannschaften würden in die zweite Quali-Runde weiterkommen.


wir_wollen_jedes_spiel_gewinnen


Damit war klar – „jedes Spiel gewinnen“ bedeutete Bayernliga. Die Gegner waren die aus der letzten Saison bekannten Simbacherinnen und – wo die Losfee halt hinfasst – Forst United aus Ebersberg. Auf dem Papier also eine machbare Situation. Der Spielplan sah auch gleich den Start gegen Forst United vor. Entschlossen gingen die Isis aufs Feld – sie würden sich von Ebersberg nicht vom Turniersieg abhalten lassen. Die Ebersberger legten los wie die Wilden, offenbar hatten sie den gleichen Plan. Die erste Sechs der Ismaning hielt dagegen, mit all der Erfahrung aus der abgelaufenen Saison. Die anfängliche Zwei-Tore-Führung von Forst United egalisierten die Mädels des Trainergespanns Hascher/Bamberger schnell, gingen ihrerseits in Führung und verteidigten die mit Leidenschaft. Nach den ersten 25 Minuten stand es 11:9 für Ismaning. Als die Trainer die Kabine zur Halbzeitansprache betraten, ging es hoch her. Hinweise, was es besser zu machen gilt, wo man besonders aufpassen muss, Lob und Verbesserung flogen von Spielerin zu Spielerin und wieder zurück. Ein gelebtes, wunderbares Beispiel für Teamfindung aus der Praxis. Die Ansage der Coaches war dann kurz, die meisten Punkte hatten die Mädels bereits selbst erkannt. Weiter aktiv verteidigen, schnellere Angriffe vorn, konsequente Abschlüsse. Nach dem Wiederanpfiff der beiden gut leitenden Schiris Faruk Durmaz und Andre Weber setzten die Isis die Vereinbarungen konsequent um. Ein 6:1 Lauf führte zum 17:10, das Spiel schien gelaufen. Die Trainer begannen zu wechseln und auf der Ebersberger Seite kam die große Zeit von Christina Schweiger. Mit ihren schnellen Antritten düpierte sie, egal auf welcher Position, die Ismaninger Abwehrspielerinnen ein ums andere Mal. Es schien, als würde Ismaning nur noch gegen sie spielen. In der Abwehr ging der Faden komplett verloren, im Angriff jagten sich Fehler und Fehlentscheidungen. Mit dem Ausgleich der Ebersberger legte Bamberger die grüne Karte. „Jetzt könnt ihr zeigen, ob ihr jedes Spiel gewinnen wollt“, das war der wesentliche Inhalt der sehr kurzen Rede. Und in der Tat ging ein Ruck durch das Team. Auch der Führungstreffer von Forst United irritierte nicht mehr. Lisa Antl hatte Schweiger nun komplett im Griff, der Ismaninger Ausgleich fiel umgehend und die Isis drehten das Spiel wieder auf die richtige Seite. 5:1 Tore in den letzten Minuten stellten das Ergebnis auf 24:20. Der erste Schritt war getan, es war aber auch klar, dass das viele Körner gekostet hatte. Nur 30 Minuten Pause – ziemlich kurz.


Zum Spiel gegen Simbach war es gar nicht so einfach, die Spielerinnen wieder einzufangen und einzustimmen. Ismaning war erstgenannt, hatte Anwurf und vergab die erste Möglichkeit. Simbach zeigte gleich in den ersten Minuten, wie richtig die taktischen Hinweise von Mimi Mattes waren. Sie wollten durch die Abwehr, nicht drüber. Das gelang Bettina Brandmaier immer wieder, sie kam auf acht Tore über das Spiel verteilt. Trainer Bamberger hatte sich für die Fortsetzung der 5:1 entschieden, um keinen Spielfluss auf Simbacher Seite aufkommen zu lassen, das gelang zunächst nicht. Die Abwehr fand kein Mittel gegen die beinschnelle Brandmaier. Sie wurde zu spät angenommen und ohne die notwendige Spannung. Bis zum 7:6 konnte Ismaning die Führung behaupten, bekam aber weiter keinen Zugriff auf die Grenzstädter. Mit dem 7:8 gingen die erstmals in Führung und behaupteten einen 2-Torevorsprung bis zum 13:15. Ein Wechsel auf der Vorne Mitte-Position stabilisierte die 5:1 Abwehr, Ismaning holte auf, ging seinerseits mit zwei nach vorn und zum Pausenpfiff stand es 17:16 für die Isis. In der Kabine zeigte sich ein völlig anderes Bild als im vorigen Spiel. Grabesstille. Allen war bewusst, dass das in der Abwehr nicht die beste Leistung war. Zum Teil war das geschuldet dem anstrengenden Spiel gegen Ebersberg, zum Teil den etwas größeren Durchbruchsräumen, den die 5:1 Abwehr bot. Aber da fehlte eben etwas, die letzte Bereitschaft, einen Angriff zu stoppen. Das war dann Thema im Pausengespräch. Und natürlich sprach das Team auch über den Angriff. Öfter und entschlossener aus dem Rückraum aufs Tor zu werden, war einer der richtigen Vorschläge. Trotz der richtigen Erkenntnisse schleppte sich das Spiel in der zweiten Halbzeit weiter dahin, immer mit leichten Vorteilen und leichteren Toren für Ismaning. Dies machte sich in den letzten Minuten bemerkbar, als Simbach aufgrund des kräftezehrenden Spieles müde wurde. Es gelang den Isis nun immer öfter, Angriffe der Simbacher abzuwehren, entschlossene Rückraumwürfe von Vero schlugen im Netz der Grenzstädter ein, und auch die Youngsters konnten einige Treffer verzeichnen. Über 30:26 und 31:28 kam Ismaning zum letztendlich verdienten 36:28.


Damit war das Ziel erreicht, alle Spiele gewonnen, erster Platz im Turnier und der direkte Einzug in die Bayernliga.
Vero Kölzer (15/3), Mona Henning (8), Joelle Korhammer (1), Dilara Sanilülal (3), Mimi Mattes (4/2), Lisa Antl (11), Fjolla Haska (1), Lara Wittmann (5), Terry Pfründer (3), Veri Weber (8), Lotta Rohmert (2), Lisa Felsner, Anja Kreitzcik (Tor), Vroni Wittmann (Tor)


Fazit:


Alle Spielerinnen haben ihre Aufgabe gut erledigt, ganz wichtig dabei die Leistung der Führungsspielerinnen Vero Kölzer und Veri Weber in Angriff und Abwehr, die entschlossene Arbeit von Mimi auf RM und VM, besonders gegen Ebersberg, und Lisa Antl, die nicht nur im Angriff mit fünf und sechs Toren dabei war, mit ihrer dynamischen, zupackenden Art, Abwehr zu spielen, beeindruckte und auch als emotional Leader auf der Bank und auf dem Feld Freude machte.        


Wir Trainer gratulieren dem Team, wir wissen aber auch, dass wir noch einen langen Weg gehen müssen.


Ganz besonders bedanken sich Team und Trainer bei den mitreisenden Eltern und Zusehern, die für eine tolle Kulisse sorgten und die Mannschaft „im Ebersberger Forst“ nicht alleine ließen.


Wir freuen uns auf eine tolle Bayernliga 2016/2017!

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