Beach - \"Ein enttäuschender 11.Platz\"

Von am 12.11.2016 in Allgemein, Archiv

Die dritte Teilnahme am EHF Champions Cup war für die Brüder Ismaning nicht von Erfolg gekrönt. Das immer noch jüngste Team der Konkurrenz, sollte nach einem vierten Platz (2014), einem fünften Platz (2015) in diesem Jahr nur einen "enttäuschenden 11.Platz" erreichen. Doch der Reihe nach.

Die Mädels haben sehr viel Zeit und Aufwand in die dritte Teilnahme gesteckt, neben dem eigenen Vereinstraining (bis zu 4/Woche) zusätzlich mehrmals im Sand trainiert. Die Vorbereitung auf das Turnier war außerordentlich zielstrebig und umfassend. Neu in diesem Jahr: Das Team hat sich erstmals auch international ein Ziel gesetzt und wollte das Halbfinale erreichen. Doch genau das hemmte die Mannschaft letztendlich und das Ismaninger Beachteam erlebte ein Déjà Vu.

Der erste Turniertag war so schnell vorbei, da begriff noch niemand im Team, dass das Turnier bereits begonnen hatte. Keine Spielerin kam annähernd an ihre Leistung heran, ein Fehler und eine grob falsch getroffene Entscheidung reihten sich aneinander. Beide Spiele gingen verdient an den spanischen Meister bzw. den ungarischen. Schon hier passt das Wort ärgerlich, da beide Teams im Leistungsspektrum lagen und mit einer besseren Leistung zumindest der Vertreter aus Ungarn schlagbar erschien. Dennoch bereitete man sich auf die folgenden Gegner vor, der Hoteleigene Konferenzsaal wurde zum Videostudio umfunktioniert. Doch auch am zweiten Tag kam der deutsche Meister nicht wesentlich besser ins Turnier. Die hohe Fehlerquote und die geringe Trefferquote waren wieder auffällig und schon wieder ärgerlich. Dennoch kämpfte sich die Mannschaft in jedes Spiel und erreichte zumindest in beide Spielen das Shoot Out. Auch hier sei angemerkt, dass bei einer besseren Leistung, mehr Tempo und einem einfacheren Spiel mehr drin gewesen wäre. Die Shoot Outs gegen den polnischen und portugiesischen Vertreter gingen auch mit viel Pech verloren, das Loch in welches das Team hineinfiel wurde immer tiefer. "Wir haben wieder schlecht gespielt, sind nicht annährend an unsere Grenzen gekommen, haben jedoch gekämpft. Und dann kommt auch noch Pech dazu," kommentierte Kirsten Walter leider treffend. In der Tat hätten die Shoot Outs auch anders ausgehen können. Ins Bild passt dann auch noch eine zu früh genommene Auszeit der Trainer, die Stimmung war dahin und sportlich das Viertelfinale gelaufen. "Sch... zieht nunmal Sch... an. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten." Alles aufbäumen, trösten und neue Kraft tanken, half nichts, auch das letzte Gruppenspiel ging gegen den kroatischen Meister verloren. Beide Halbzeiten mit einem Punkt Unterschied. Im Spiel um den 11.Platz zeigte das Team nochmal Charakter und wies den slowenischen Meister in die Schranken. Und daran sieht man, dass das Team mehr als intakt ist. Wer selbst schonmal ein internationales Turnier so von Beginn an versemmelt hat, hinter jeden Minimalzielen blieb und mit Unvermögen und dann auch mit Pech abschneidete, der weiß, wie schwer es ist, sich aus diesem Loch wieder rauszuziehen. Das gelint - wenn überhaupt nur absolut homogenen und funktionierenden Teams. Respekt Mädels! Das Spiel bescherte so einen versöhnlichen Abschluss, die Enttäuschung über das sportliche Abschneiden war dennoch in allen Gesichtern.

Und da bleibt sicher die Frage stehen, ob es so wichtig ist ein Ziel auszusprechen. 2014 wurde man überraschend deutscher Meister, 2015 war das Ziel diesen Titel zu wiederholen. Was kam war ein ähnlicher Blackout im Finale als nun im Turnier. 2016 lernte man daraus, das Team reifte zu einer nationalen Spitzenmannschaft heran und konnte so auch mit dem mentalen Druck des Favoriten umgehen. International gelang das nun niederschmetternd nicht. Auch hier ein Lerneffekt? Die Zukunft wird es zeigen, aber auch dieses Turnier war für die Mannschaft eine letztendlich gute Erfahrung. Keiner von ihnen hat bisher harte Niederlagen einstecken müssen. Aber auch das gehört dazu, eben ein Turnier völlig gegen die Wand zu spielen. Als junges Team ist das umso enttäuschender, die Tränen fließen schneller und ausgiebiger, jedoch ist das ein normaler Reifeprozess. Und die Brüder waren im Schnitt erneut das jüngste Team am Champions Cup. Die Gewinner - einmal mehr das spanische Team, das 2016 so ziemlich alles gewinnen konnte, was es im Beachhandball zu holen gab, auch im Nationalteam, war mit einer 35jährigen Kreisläuferin bestückt. Sie und ihre Kolleginnen sind mit allen Wassern gewaschen. Und eine neue Regel wurde auch aufgestellt: Ist Spanien im Shoot Out, gewinnt Spanien. Nahezu jeder Erfolg wurde über mehrere Shoot Outs gewonnen. Spanien investiert viel in die Sportart, die Entwicklung und die nationale Turnierserie ist stark. Das Meisterschaftsfinale dieses Jahr wurde am Strand vor über 3000 frenetischen Zuschauern ausgespielt. Dort ist das Event Beachhandball bereits angekommen. Herzlichen Glückwunsch. Spanien ist bereit für olympisches Gold.

Und bei uns? Im Damenbereich gibt es maximal eine Hand voll Teams, die leistungsorientiert spielen. Bei den Herren sind es zwei Hände voll. Der deutsche Handballbund hat es 2016 versäumt, die Turnierserie mit größerer Reichweite zu versorgen. Die Breite fehlt. Die Landesverbände bis auf Bayern, Berlin und Niedersachsen fehlen. Für 2017 ist bisher noch kein Konzept für die deutsche Beachhandballtour veröffentlicht. Ja, es wird wieder ein DM-Finale in Berlin geben - aber davor? Treffen sich die 10, 15 Teams wieder nur zu drei Turnieren? Die Entwicklung ist zäh. Wo sind Jugendkampagnen des DHB "Raus aus der Halle, rein in den Sand!" Wo sind Trainerlehrgänge? Wo sind Beachhandballcamps?

Für die Brüder hat der Champions Cup gezeigt, dass man viel öfter dem internationalen Druck ausgesetzt sein muss. Im Training oder auf der deutschen Turnierserie ist das leider zu selten der Fall, im Training gar nicht möglich. Man wird sich also überlegen müssen, ob man in Zukunft öfter dort spielt, wo es schneller, technisch versierter und professioneller zugeht. Warum? Um selbst daran weiter zu wachsen und vielleicht irgendwann mal, wenn man selbst nicht mehr das jüngste Team der Konkurrenz ist, mit etwas Zählbarem nach Hause zu kommen. Träumen darf man ja.

 

Ohne unsere Spender und Sponsoren wäre unser Champions Cup nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns ganz herzlich:

Konrad Krauss, Iris & Stefan, Beckhoff Automation, Stefan Lorenz, Petra Kolb, Bürgerstuben Oberschleißheim (wir sehen uns zum Weihnachtsessen!), VR Bank Ismaning, Extra Bed, Gasthof Neuwirt, Samtec, Gschwendtner Gbr, GMV, Hella Soller mit ihrem Sponsorenpool, Karin Werner (auch wir sehen uns zum Weihnachtsessen!), Reisebüro Brunneck, Phoenix Bad Ottobrunn, Steuerkanzlei Lehmann, Sportlerheim, Rad König, Die Fliese, Schreibwaren Betzler, Physio Schimanski, Bakerman, Apotheke Aurnhammer, Clever Fit; Und lassen sie uns eines an dieser Stelle noch sagen: Unser Sponsoringkonzept ist mit der Abteilung abgesprochen. In wenigen Tagen ist die Hauptversammlung des Fördervereins. Wer zu unserer Finanzierung Fragen hat, kann dort alles einsehen - auch unsere ordnungsgemäß hohe Eigenbeteiligung.

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