Beach - Brüder Ismaning vor dritter EM Teilnahme

Von am 28.10.2016 in Allgemein, Archiv

Wenn am Montag Mannschaft und Fans in den Flieger Richtung Gran Canaria steigen und die Brüder am Donnerstag gegen den spanischen Beachhandballmeister Getasur ins Turnier starten, so ist das bereits die dritte Teilnahme am EHF Champions Cup und der Traum für eine Medaille. Handball-World hat die beiden Trainer, Manfred Königsmann und Alexander Novakovic zum dritten Anlauf in Playa del Ingles befragt.

Infos: http://7marespro.com/grancanariabhb/index.php

Live von der Insel: https://www.facebook.com/bruederismaning/

Interview von Handball-World:

Was ist euer Ziel für den Champions Cup?

Den Champions Cup gibt es jetzt seit drei Jahren. Wir waren von Beginn an mit dabei und haben bisher Platz 4 und 5 erreicht. Seitdem hat sich unser Team kontinuierlich weiterentwickelt. Von unerfahren und blutjung sind wir mittlerweile zweifacher deutscher Meister – aber immer noch eines der jüngsten Mannschaften im Feld. Als Team haben wir uns enorm entwickelt, wir sind stolz auf die Mädels! Natürlich entwickelt sich auch der Beachhandball stark und die Leistungsdichte ist in den letzten 2 Jahren vor allem international enorm gestiegen.
Logischer, nächster Schritt in unserer Entwicklung wäre nun der Vorstoß auf einen internationalen Medaillienplatz, das ist unser Ziel am besten schon dieses Jahr. Natürlich hängt dabei auch viel vom Quentchen Glück und von der Tagesform ab. Aber wir sind mittlerweile auch mental soweit, uns ein hochgestecktes Ziel zu setzen. Im Beachhandball kann wegen nur einer schlechten Halbzeit im ganzen Turnier gleich ein großer Traum platzen. Das wissen wir und damit gehen wir sachlich um. Wenn es nicht klappt, dann wird Gran Canaria auch dieses Jahr wieder ein einmaliges Erlebnis, weil es europaweit das beste Event für unseren Sport ist.
Wie habt ihr die Teilnahme ermöglichen/umsetzen können – sowohl personell, finanziell als auch organisatorisch?

Organisatorisch sind das mittlerweile schon fast automatische Abläufe. Reisebuchung, Trikotnachbestellung, Sponsorenbesuche, jeder hat seine Rolle und auch nur so funktioniert es. Personell konnten wir in den letzten Jahren wegen DHB Lehrgängen oder nicht verlegbaren Spielen nicht komplett antreten. Dieses Jahr ist uns das gelungen.
Finanziell konnten wir uns wieder auf unsere Sponsoren verlassen und haben auch neue Partner hinzugewonnen. Samtec, ExtraBed, Beckhoff Automation, Hella Soller aus Ismaning und Erima mit Geschäftsführer und Gründer Wolfram Manherz sind hier sicher als erstes zu nennen. Nichtsdestotrotz bezahlt jede Spielerin auch einen Eigenanteil. Gelder unseres Vereins oder der Abteilung wurden in der Vergangenheit und werden auch diesmal nicht benötigt.
Wie habt ihr euch vorbereitet?

Nach dem deutschen Meistertitel wurde erstmal ausgiebig gefeiert und wir haben den Mädels eine vierwöchige Beachpause verschrieben. In der Halle lief die Vorbereitung ja bereits, die Doppelbelastung wäre zu hoch gewesen. Seit Anfang September trainieren wir wieder zusätzlich zum Hallentraining, am Anfang einmal die Woche und seit Oktober bis zu dreimal wöchentlich. Darunter auch 2 Trainings-Sonntage mit Eistonne, Video und Physio. Die Mädels kommen so zusammen mit den Hallentrainings auf bis zu 10 Einheiten pro Woche, weshalb wir eigentlich so gut wie keine Belastung ins Training nehmen, sondern rein auf Technik und Taktik gehen. Auch wenn über unseren Sport an mancher Stelle geschmunzelt wird, wir betreiben Leistungssport auf höchsten Amateurniveau. Aufwand, Intensität, Budget und Professionalisierungsgrad sind einer Mannschaft in der dritten Liga gleichzusetzen.
Was sind die Stärken eures Kaders?

Wir können dieses Jahr zum ersten Mal mit dem kompletten Team nach Gran Canaria reisen. Ich glaube, wir haben auf allen Positionen zwei oder drei super Spielerinnen, die sich über die Jahre auf ihrer Position zu sehr guten Beachhandballerinnen entwickelt haben. Diese Ausgeglichenheit des Kaders ist sicher unser größter Trumpf. Für uns Trainer war diese Ausgeglichenheit auch nicht ganz einfach. Da nur 12 Spielerinnen zum Einsatz kommen dürfen, wird erstmals eine Spielerin gar nicht spielen.
Absolut außergewöhnlich ist auch der Zusammenhalt im Team.
Wie groß/wie wichtig war der Anreiz „Gran Canaria“ bereits bei der Deutschen Meisterschaft? War das neben dem Titel an sich noch eine zusätzliche Motivation?

Wir Trainer haben versucht den Druck gering zu halten. Es war alles andere als einfach den zweiten Stern im dritten Jahr zu gewinnen und man konnte sehen, dass uns nach dem Finale ein großer Stein vom Herzen gefallen ist. Der Druck war doch enorm. Unsere Freunde aus Minden und die Caipis haben sich toll weiterentwickelt und auch international gepunktet. Über Gran Canaria haben wir deshalb nie groß gesprochen, aber natürlich war es in allen Köpfen. Es ist einfach das Non-Plus-Ultra im europäischen Beachhandball und mitunter weltweit einzigartig von Location und Eventfaktor. So ein Traum kann bei jungen Teams auch schnell zur schweren Last werden. Anders als in 2015 war Granni dieses Jahr aber sicher positive Motivation und ist jetzt der Lohn für den großen Aufwand von allen.
Wenn ihr euch das Teilnehmerfeld anschaut:
Wer ist euer Titelfavorit?

Wir schätzen das Team aus Spanien, unseren ersten Gegner Getasur, als auch den Titelverteidiger aus Ungarn sehr stark ein. Geheimfavorit ist für uns Camelot aus Holland, wo der Sport gerade eine unglaublich gigantische Entwicklung durch das klare Bekenntnis vom Verband durchmacht.
Wie schätzt ihr das Leistungsniveau ein?

Wie schon in den letzten Jahren wird sich sicher die Breite weiter der Spitze nähern und es wird annähernd Jeder Jeden schlagen können. Es wird vermehrt auf Kleinigkeiten ankommen. Ob es auch in der Spitze nach oben geht, muss man abwarten.
Was erwartet ihr von eurer Gruppe?

Keine einfache Gruppe mit ausschließlich international sehr erfahrenen Teams. Aber einfache Gruppen gibt es an einer Europameisterschaft auch nicht. Wir müssen schauen von Anfang an gut ins Turnier reinzukommen, uns an die Dimensionen und Gegebenheiten in Playa del Ingles einzustellen und dann wird es sicher immer noch recht eng werden.
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