Beachhandball - Sportmedizinische Untersuchungen

Von am 14.06.2011 in Allgemein, Archiv

Beachhandballer/innen wurden mehrfach bei Deutschen Beachhandball-Meisterschaften sportmedizinischen Tests unterzogen.

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) lud Dr. Dr. Berndt und Dr. Schumacher zwecks sportmedizinischer Untersuchungen für die Beachhandball-Nationalmannschaften ein.

Im Auftrage des Deutschen Handball-Bundes unter der Leitung Ihres Vizepräsidenten Hans-Peter Oppermann wurden die beiden Mindener Dr. H. H. Schumacher (Sportmediziner) und Dr. Dr. R. Berndt (Humanbiologe und Sportphysiologe) zu den Deutschen Beachhandball-Meisterschaften 2000, 2001 und 2002 nach Cuxhaven-Duhnen eingeladen. Ihre Aufgabe war es, die aktuellen Nationalspieler und -spielerinnen unter Wettkampfbedingungen sportmedizinisch und leistungsphysiologisch in einer Studie zu testen. Ferner wurde von Ihnengleichzeitig die medizinische Akutversorgung in enger Zusammenarbeit mit dem Sportphysiotherapeuten des DHB Klaus Bergmeier vor Ort vollzogen.

Während der Beachhandball-Meisterschaften in Cuxhaven-Duhnen wurden 110 Spieler/-innen einschließlich der deutschen Beachhandball-Nationalspielr/innen sogenannten leistungsphysiologischen Labortests (Laktat, Muskelenzymkinetik-Analyse etc.) unterzogen.

Da es bis dato keine adäquaten Aussagen über die physiologische Belastbarkeit des Herz-Kreislauf- und Muskelsystems bzw. Stoffwechsels sowie die biomechanischen Beanspruchungen des gesamten Skelettsystems gibt, hat DHB-Vizepräsident Oppermann sich an die beiden Mindener Sportmediziner Dr. Schumacher bzw. Sportphysiologen Dr. Dr. Berndt gewandt.

Veränderungen im Muskelstoffwechsel bzw. muskuläre Defizite können zu fehlender Kraft und zu Koordinationsstörungen führen und somit die Verletzungsanfälligkeit im Beachhandball - spezieller Untergrund "Sand" - erhöhen. Bestimmte Labordaten können muskelspezifische Dysbalancen anzeigen.

Aus den bisherigen Ergebnissen der letzten drei Jahre ergibt sich, daß Beachhandball eine sehr sportdynamische und schnellkraft-induzierte Sportart ist, welche im maximalen Kraft- und Ausdauerbereich starke körperliche Anforderungen an Beachhandballer/innen stellt.

Die ermittelten sportmedizinischen Parameter zeigten einen guten Trainingszustand der Spieler/innen; die spezifische Milchsäureanalyse (Laktat) ergab nach Belastungsende Werte im aerob-anaeroben Schwellenbereich, mit vereinzelten Spitzen in den anaeroben Stoffwechsel. Die Tests unterstrichen die besondere Belastung der spielenden Torleute. Parallel ermittelte Blut-Creatininkinase-Werte (CK) wurden speziell bei den männlichen Handballern im deutlich erhöhten Bereich gemessen.

Da während der gesamten Turnierdauer (von 2000 bis 2002) mit insgesamt cs. 1650 Handballer/innen auch die akutmedizinische Betreuung übernommen wurde, konnte festgestellt werden, daß trotz hoher Belastungsintensität die handballspezifischen Verletzungen, wie sie im Hallenhandball häufiger zu sehen sind, am Schulter-, Ellenbogen-, Knie-, Sprung- und Handgelenk nicht auftraten. Lediglich mussten eher banale Verletzungen, wie Schürfwunden und Fußnagelverletzungen wegen irgendwelcher im Sand liegender Fremdkörper (Glasschreben, Steine, etc.) behandelt werden. Durch direkten Ballkontakt kam es bei einer Spielerin zu einer Augapfelprellung, die ambulant behandelt wurde.

Die gewonnenen Ergebnisse zeigen, daß die Sportart Beachhandball trotz hoher körperlicher Beanspruchung zu den weniger verletzungsträchtigen Sportarten gehört. Weitere begleitende sportmedizinische Analysen sollten durchgeführt werden, um auch bei grösserem Kollektiv die Ergebnisse zu bestätigen.

Dr. Schumacher Dr. Dr. Berndt (27.09.2002)

[Quelle: www.dhb.de]

 

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