15 gute Minuten, 45 schlechte Minuten und zwei Highlight-Aktionen, die das Spiel in den letzten Sekunden entscheiden müssen, sorgen für einen äußerst glücklichen Sieg gegen aufopferungsvoll kämpfende Nürnbergerinnen.
Zu ungewohnter Zeit am Donnerstag um 15 Uhr wurde das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg in Ismaning angepfiffen. Grund dafür war eine Spielverlegungsanfrage aus Personalmangel seitens der Ismaninger, die von den Nürnbergern angenommen wurde. Vielen Dank noch einmal dafür! Ein solches Entgegenkommen ist in der Bayernliga nicht immer üblich. Leider war die Personalnot dann jedoch auch an diesem Donnerstag zu spüren: Fernanda und Henriette fehlten aus persönlichen Gründen, Mona fiel krankheitsbedingt aus und Lara hatte sich im letzten Spiel gegen die SG Mintraching/Neutraubling an der Hand verletzt. So ging man trotz Spielverlegung deutlich ersatzgeschwächt in’s Match. Das galt allerdings genauso für die Nürnbergerinnen, die unter anderem mit einigen Jugendspielerinnen antraten.
Für das Heimteam war klar: Einstellung wie an einem Samstag, gute Vorbereitung, konzentrierte, engagierte Vorstellung und die nächsten zwei Punkte einfahren. Das funktionierte in den ersten 20 Minuten auch recht gut. Schnell setze man sich 4:0 (6.) ab und hielt diesen Vorsprung in der Folge relativ konstant bis zu 20. Minute. Bis dahin zeigte man zwar keinen überragenden, aber zumindest guten, konsequenten Handball. Die eigenen Stärken wurden gut eingebracht, die Abwehr stand und das Tempo wurde hochgehalten. Doch nach einer Auszeit des Gästetrainers schien ein Hebel umgelegt worden zu sein. Tor für Tor kämpften sich die Nürnbergerinnen heran und konnten kurz vor der Halbzeit auf ein Tor verkürzen.
Nach der Halbzeit wollte man diesen Trend unbedingt wieder umdrehen und zurück in die Spur kommen. Das Bemühen darf man den Damen in dieser Phase nicht absprechen, aber gleichzeitig konnte man eine immer größer werdende Unsicherheit feststellen. Dann macht man hier aus falschem Sicherheitsdenken einen Schritt weniger, dort agiert man etwas zögerlicher und plötzlich steht die Abwehr nicht mehr so gut, das Tempo ist nicht mehr so hoch und die Fehler mehren sich. So entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein grässliches Handballspiel mit unglaublich vielen Fehlern beider Teams. Zum Glück gelang auch den Nürnbergerinnen kein entscheidender Push. Sie gingen zwar zwischenzeitlich mit einem Tor in Führung, aber irgendwie gelang es unseren Isis bis zum Ende im Spiel zu bleiben (20:21 58.).
Und so kommt es zu einer absolut nervenaufreibenden Schlussphase. Wir spielen einmal einigermaßen schnell nach vorne und stoßen nach Außen durch: Lotta legt den Ball zum Ausgleich lang oben rein. 21:21. Nürnberg gelingt im Gegenzug kein guter Angriff, wir erobern den Ball, können den Gegenstoß aber nicht erfolgreich zu Ende bringen. Nächste Chance Nürnberg. Nach einer Durchbruchssituation in der Mitte gibt es 7m. Auftritt Vroni Wittmann, Wurf Nürnberg außen an den Pfosten und wir bekommen noch einmal die Chance zum Sieg. Nach einem Timeout sind noch 20 Sekunden zu spielen. Wir spielen etwas anders als geplant (geschenkt), der Ball kommt irgendwie zu Kathi Tischler. Die nimmt sich ein Herz und wirft ihn mit der Schlusssirene aus eigentlich unmöglicher Position in’s Tor.
Am Ende darf man aus diesem Spiel nur zwei Sachen mitnehmen: 1) Punkte 2) Spiele dauern länger als 15 Minuten. Gegen Bergtheim steht am Sonntag bereits das nächste Spiel an. Auswärts muss und wird man dann mit Sicherheit wieder eine bessere Leistung abrufen, wenn man die nächsten Punkte nach Ismaning holen möchte!
Es spielten:
Becker Ute, Wittmann Veronika, Weber Verena (2), Eglseder Sabrina (1), Hascher Rosmarie (3/2), Kohde Elena (4), Lang Franziska (1), Rohmert Lotta (2), Leitl Melanie (2), Tischler Kathrin (6), Eglseder Melanie, Stumpf Franziska (1)