Im ersten Heimspiel des Jahres empfangen die Bayernliga-Handballerinnen des TSV Ismaning die TS Herzogenaurach (Samstag, 17:30 Uhr). Die Gäste haben bislang für die einzige Saisonniederlage der „Isis“ gesorgt. Definitiv fehlen wird Amelie Bayerl.
So souverän und gefestigt sich der TSV momentan in der Bayernliga auch präsentiert, einen Stachel gibt es, der immer noch tief sitzt. Die 20:24 Niederlage bei der TS Herzogenaurach. Diese Pleite datiert vom 21. September des vergangenen Jahres. Das wiederum positive: seit dieser Partie des 2. Spieltags hat die Mannschaft von Trainerin Aniko Keczkone keines der anschließenden zehn Ligaspiele mehr verloren (9 Siege / 1 Unentschieden), ist also seit knapp vier Monaten unbesiegt. Trotzdem wollen sich die „Isis“ unbedingt bei den Mittelfranken revanchieren. „Das wird aber eine sehr schwere Aufgabe“, weiß Keczkone. „Die Vorzeichen sind nicht günstig, trotz des Erfolges in Fichtelgebirge.“
Damit nimmt die Ungarin Bezug auf die personelle Situation. Amelie Bayerl ist mit der Jugend-Nationalmannschaft unterwegs. Seit Dienstag absolviert diese ein Trainingslager und bestreitet am Wochenende als Vorbereitung für die anstehende EM-Qualifikation drei Testspiele in der Schweiz. (Freitag gegen eine Zug-Auswahl, Samstag gegen Tschechien, Sonntag gegen die Schweiz). Außerdem ist Trainertochter Andrea Keczko fraglich, die sich in Fichtelgebirge eine Zerrung zugezogen hat. Sollte sie ebenfalls nicht spielen können würden den „Isis“ gegen Herzogenaurach ihre beiden besten Torjägerinnen fehlen. Keczko führt die interne Torschützenliste mit 48 Toren an, Bayerl hat lediglich einmal weniger getroffen in den bisherigen Bayernliga-Spielen.
Dafür werden Melanie Leitl (zuletzt krank) und Sophie Pramberger (beruflich verhindert) wieder im Aufgebot stehen. Außerdem ist es möglich, dass von den Damen 2 eine Spielerin als Unterstützung für den Rückraum am Samstag in den Bayernliga-Kader rückt.
Gegner Herzogenaurach ist mit einem 23:23 gegen den TSV Winkelhaid in die Rückrunde gestartet und hat dabei einen 22:16 Vorsprung (50. Minute) noch hergegeben. TS-Trainer Udo Hermannstädter hatte offenbar zudem nach vier erfolglosen Angriffen seines Teams das ein oder andere Problem mit den Schiedsrichtern. Auf der vereinseigenen Homepage wird Hermannstädter entsprechend Zitiert: „Auch wenn wir gegen Ende benachteiligt wurden, hätte ich mich nicht mit den Unparteiischen anlegen dürfen. So gesehen habe vor allem ich diesen Punkt verloren. Dennoch müssen wir jetzt einige Fehler und ungenügende Disziplin in wichtigen Momenten aufarbeiten."
Dieses 23:23 war bereits das sechste Unentschieden Herzogenaurachs in dieser Saison, weswegen die Mittelfranken auch nur drei Siege aufweisen und auf Rang 7 stehen. Umso bitterer eben, dass ausgerechnet einer dieser Erfolge gegen Ismaning erzielt wurde. Aniko Keczkone ist zuversichtlich, dies wieder geraderücken zu können. „Mit einer Leistung wie bei der HSG Fichtelgebirge können wir auch ein starkes erstes Heimspiel des Jahres zeigen.“ Und zu Hause haben die „Isis“ ja ohnehin noch eine blütenweiße Weste vorzuweisen. Denn in der Vorrunde hat der TSV alle sechs Heimspiele gewonnen. Wenn das mal keine gute Voraussetzung für die Revanche gegen Herzogenaurach ist.