Diesen Samstag, den 15. September 2012, beginnt für die erste Damenmannschaft des TSV Ismaning das Abenteuer 3. Liga mit dem Bayern-Derby gegen den ESV Regensburg. Anpfiff in der Realschulturnhalle ist - wie bei jedem Heimspiel in der Saison 12/13 - um 19:30 Uhr.
Mit voller Bank und großer Vorfreude bestreiten die Damen von Coach Lohmann und Co-Trainerin Langenfelder ihr erstes Pflichtspiel gleich vor heimischem Publikum und gegen den ersten der beiden bayerischen Vertreter in der dritthöchsten Liga des DHB. Ein Stück Ungewissheit bleibt aber nach der intensiven Vorbereitung, konnte man sich mangels Auswahl im Freistaat nur selten gegen Vertreter aus der selben Liga messen.
Anders die gegnerischen "Gallier aus der Oberpfalz", die mittlerweile in ihre siebte 3. Liga-Saison in Folge gehen. Ein Portrait über den ESV Regensburg - satirisch angehaucht - gibt es am Ende des Artikels auf dieser Seite.
Die Isis freuen sich auf zahlreiche sowie lautstarke Unterstützung aller Fans, Freunde, Gönner und Zuschauer.
Alt, Neu und Alt-Neu - Die Saisonvorschau der TSV-Damen (Text: JW)
Alles neu macht der Mai – und da wir jetzt aber schon September haben, ist bei den TSV-Damen auch nicht alles neu, aber doch einiges, manches ist beim Alten geblieben, wiederum anderes ist in gewisser Weise neu, aber irgendwie doch alt – aber lesen Sie selbst ...
NEU: Die gravierendste Änderung gab es bei der Ligenzugehörigkeit. Die Isis gehen nicht mehr in der Bayernliga auf Punkt- und Torejagd, sondern sind zurück in der dritthöchsten Spielklasse, genauer gesagt in der
Dritten Liga Süd. 14 Teams gehen an den Start, 26 Spiele muss jede Mannschaft absolvieren, ehe (spätestens) am 27. April 2013 feststeht, wer als Absteiger den Gang in die Oberliga antreten muss und wer zukünftig in der 2. Liga spielen darf. Neben dem TSV sind noch zwei weitere Teams aus Bayern in der Dritten Liga Süd am Start, der langjährige Platzhirsch ESV Regensburg – der gleich zum Saisonauftakt seine Visitenkarte in der Ismaninger Realschulturnhalle abgibt und der TSV Haunstetten, Aufsteiger des Vorjahres – am 3. Spieltag zu Gast in Ismaning. Die Isis sind einer von drei Neulingen in der Liga: Nach zwei Aufstiegen in Folge will die Neckarsulmer Sport-Union jetzt auch in der dritthöchsten Spielklasse ihre Klasse beweisen, darüber hinaus qualifizierte sich noch die Reserve des Zweitligisten aus Nellingen.
ALT: Nach wie vor hat
Claus Lohmann das Sagen bei den TSV-Damen. Er geht in seine dritte Saison in Ismaning und die oft als schwer titulierte zweite Spielzeit überstand er ohne Kratzer, im Gegenteil: Mit dem Aufstieg als Vizemeister der Bayernliga und dem Triumph im bayerischen Pokal war das Jahr 2012 extrem erfolgreich für den B-Schein-Inhaber, vor allem wenn man bedenkt, dass die Isis vor der letztjährigen Runde einen großen Umbruch hinter sich brachten und Lohmann viele neue Spielerinnen einbauen musste.
NEU: Auch in dieser Saison nimmt eine Frau neben Lohmann auf der Bank platz, aber es ist nicht mehr Lena Becker. Die neue Co-Trainerin heißt Claudia
Langenfelder und kennt ihren „Boss“ schon aus der gemeinsamen Zeit beim TSV Forstenried.
ALT: Altehrwürdig ist sie, die
Realschulturnhalle in Ismaning, viele titulieren sie sogar als „Hölle Süd“ ob der Stimmung, die herrscht. Die Zuschauer sind ganz nah dran am Spielgeschehen und so springt der Funke immer wieder über. Trotzdem gab es im Umfeld der TSV-Damen Überlegungen nicht doch in die modernere Osterfeldhalle umzuziehen, wo man bessere Bewirtungsmöglichkeiten hätte und obendrein bessere Lichtverhältnisse herrschen. Doch der Schritt raus aus der Realschulturnhalle wurde erst einmal wieder verworfen, vielleicht aber bestreitet man die Zweitrundenpartie im DHB-Pokal in der zweiten großen Halle in Ismaning, vorausgesetzt der TSV hat Heimrecht …
NEU: Also weiterhin Realschulturnhalle, aber nicht mehr wie bisher um 19 Uhr. Die Vorgaben des DHB sorgen dafür, dass die Anwurfzeit etwas nach hinten verlegt werden musste, damit zwischen dem Herren- und Damenspiel genügend Zeit zum Warmmachen ist. Und so ertönt zukünftig der erste Pfiff für die Drittligaheimspiele der Isis immer erst um
19.30 Uhr.
ALT: ISS 3, Nuliga, SIS – Handballfans haben es momentan nicht leicht an Informationen und Statistiken zu kommen, neue Liga, neue Seite, doch selbst bei gleich bleibender Ligenzugehörigkeit hätte sich das Informationsportal geändert – aber verzagen müssen die Ismaninger Anhänger keinesfalls. Auch in der dritten Liga gilt: Alles Wissenswerte findet man immer aktuell hier auf
handballismaning.de! In der Spitze gab es in der letzten Spielzeit 800 Besuche an einem Tag, ein absoluter Spitzenwert unter Bayerns Handballvereinen, in der neuen Runde sollen die 1000 geknackt werden. Und auch bei Facebook ist der TSV vertreten – ein Besuch lohnt sich!
NEU: Jahrelang war Ute Becker mit ihrer Erfahrung ein sicherer Rückhalt im TSV-Tor, mit dem Pokalsieg verabschiedete sie sich aber (vorerst) in den Handball-Ruhestand. Auf Routine müssen die Isis aber auch zukünftig nicht verzichten. Mit
Antje Nessler verpflichtete der Drittligaaufsteiger eine Spielerin, die sogar Zweitligaerfahrung vorweisen kann. Nessler ist der neue „Oldie“ im TSV-Kader, fühlte sich aber gleich etliche Jahre jünger bei den ganzen „jungen Hüpfern“ um sich herum – sage und schreibe sechs Ismaningerinnen sind noch im Jugendbereich spielberechtigt!
ALT&NEU: Aller guten Dinge sind Drei, das gilt auch für die TSV-Damen und so stehen im Kader für die dritte Liga drei bekannte Gesichter, die schon in der abgelaufenen Runde das Ismaninger Trikot getragen haben, aber nicht im Aufgebot der Damen-Mannschaft standen. Bereits Damen-1-Luft schnuppern, konnte Torfrau
Zoé Chioato. Die gebürtige Luxemburgerin war immer zur Stelle, wenn bei den Isis zwischen den Pfosten Not an der Frau war. Jetzt wird die 23-Jährige gemeinsam mit Antje Nessler das Torwart-Gespann des Drittliga-Aufsteigers bilden. Die Zweite im Bunde ist Kreisläuferin
Lisa Frank. Sie spielte sich durch gute Leistungen in den Fokus von Trainer Claus Lohmann und wurde während der Vorbereitung „befördert“. Die 17-Jährige kommt wie fünf weitere Isis auch noch im der A-Jugend-Bayernliga-Team zum Einsatz. Neues Nesthäkchen beim TSV ist
Christine „Tine“ Königsmann. Die 16-Jährige könnte sogar noch B-Jugend spielen, soll aber hauptsächlich gemeinsam mit Carina Edlbauer als wahrscheinlich jüngstes Rechtsaußen-Duo der Dritten Liga Süd für Furore sorgen. Wie ihre Positionspartnerin ist Königsmann Linkshänderin, wie Edlbauer darüber hinaus auch noch Jugend-Nationalspielerin.
ALT&NEU: Teammanager, gute Seele, Mädchen für alles. Das war im letzten Jahr Stefan Tischler. Doch dann juckte es ihn wieder in den Fingern, er wollte nicht nur zuschauen, organisieren und delegieren, sondern selbst ein Team trainieren. Das „Mit-auf-der-Bank-Sitzen“ machte ihm Lust auf mehr und so verabschiedete er sich in Richtung Rohrbach. Sein Nachfolger ist sein Vorgänger.
Marcus Karbacher ist wieder zurück bei den Damen 1 und sorgt dafür, dass alles reibungslos abläuft.
ALT&NEU: Als im Rahmen des Finalfour im Mai die Becker-Zwillinge verabschiedet wurden, sagte eine weitere Spielerin tränenreich „Goodbye“.
Jenny Oertel hatte ihr Studium beendet und wollte ihre Zelte in München (und damit auch in Ismaning) abbrechen. In Münchberg wollte sie zukünftig spielen, mit ihrer Schwester, unter ihrem Vater – wird sie auch, aber trotzdem dem TSV irgendwie erhalten bleiben. Dem Aufstieg und einer Regeländerung sei dank! Denn die Isis statten die Kreisläuferin mit einem Zweitspielrecht aus und Oertel mimt die Retterin in der Not. Wenn sie gebraucht wird – wie in den ersten Saisonspielen – wird sich die 23-Jährige das TSV-Trikot überstreifen. „Als ich gefragt wurde, konnte ich einfach nicht nein sagen, dazu hängt mein Herz viel zu sehr an dieser Mannschaft!“
Fazit: Egal ob neu oder alt – dieses Herzblut braucht der TSV um das große Ziel, den Klassenerhalt zu verwirklichen. Die Lohmann-Sieben steht auf alle Fälle vor einer spannenden Saison mit jeder Menge Herausforderungen!
Die Gallier aus der Oberpfalz (Text: JW)
So wirklich wohl scheinen sich die bayerischen Handball-Teams in der dritten Liga nicht zu fühlen, der Begriff Fahrstuhlmannschaft ist eng verbunden mit den Aufsteigern aus dem Freistaat. Meistens heißt es ein Jahr hoch – und gleich wieder runter. So erging es den Isis beim letzten Auftritt, oder auch den HSV Bergtheim, Bayernliga-Meister 2010. Um dieses Schicksal zu vermeiden, hat der HSV in diesem Jahr sogar auf die Rückkehr in die dritthöchste Spielklasse verzichtet und der TSV Ismaning durfte als Vizemeister nachrücken. Der Aufsteiger des Jahres 2011, der TSV Haunstetten, entging den direkten Wieder-Abstieg und freut sich somit auf seine zweite Saison in der Drittklassigkeit.
Ein bayerisches Team aber ist seit Jahren über jegliche Zweifel erhaben, der ESV Regensburg. Die Oberpfälzerinnen gehen mittlerweile in ihre siebte Saison in Folge in der dritten Liga. Und auch in der Spielzeit 2012/2013 sollte das Team von Trainerin Judith Pimpl, das in der abgelaufenen Saison Siebter wurde, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Die Regensburgerinnen sind längst eine feste Größe geworden, in einer Liga, die von Teams aus Baden-Württemberg dominiert wird.
Doch was ist das Geheimnis des ESV-Erfolgs? Es ist nicht so, dass sich Regensburg große Sprünge erlauben könnte, auch in der Oberpfalz ist man weit entfernt vom Profitum.
Trainiert wird trotzdem auf hohem Niveau, wer Einheiten verfolgt, dem fällt die hohe Qualität auf. Konzentriert und gewissenhaft wird gearbeitet, Übungen immer und immer wieder wiederholt, bis ein rad perfekt in das nächste greift. Wenn es für die Nachwuchsspielerinnen noch nicht für die 3. Liga reicht, dann gibt es da auch noch die Reserve, die immerhin in der Landesliga spielt.
Obendrein hat sich der ESV natürlich auch einen Namen gemacht – und die Aussicht hochklassig spielen zu können, scheint zu ziehen. Regelmäßig gelingt es den Oberpfälzerinnen die größten Talente an die Donau zu lotsen, nicht nur aus der Oberpfalz, sondern aus dem gesamten Freistaat. So wanderte mit Aline Fischer eine frühere Junioren-Nationalspielerin nach dem letzten Ismaninger Abstieg vom TSV zum ESV ab und ist seitdem eine feste Größe am Kreis. Mit Torhüterin Chiara Zellner steht eine weitere Ex-Ismaningerin im Kader der Regensburgerinnen.
Der bekannteste Name im Aufgebot ist aber ein Linksaußen. Sarah Walzik, mit Nürnberg zwei Mal deutscher Meister, hat insgesamt 34 Länderspiele für Deutschland absolviert und dabei 77 Tore erzielt. Mittlerweile tritt sie – obwohl erst 25 Jahre alt – etwas kürzer und studiert in Regensburg Pharmazie. Für den ESV ein Glücksfall!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gallier aus der Oberpfalz, die seit Jahren den Teams aus dem Südwesten Paroli bieten, mit Haunstetten und Ismaning zwar Gesellschaft bekommen haben. Trotzdem hat der ESV nach wie vor Vorbildcharakter für die bayerische Frauen-Handballszene!