Den Frust von der Seele schießen

Von am 12.02.2014 in Allgemein, Archiv

 

Nach drei Niederlagen in Folge wollen die Bayernliga-Handballerinnen des TSV Ismaning endlich wieder Grund zu jubeln haben. Für Franzi Lang steht das Wiedersehen mit dem Ex-Verein vor der Tür.


Es gibt sicherlich angenehmere Situationen, um auf den alten Verein zu treffen. Genau das dürfte die Gefühlslage bei Franzi Lang in etwa beschreiben vor dem Heimspiel der „Isis“ gegen den Kissinger SC am Samstag (17.15 Uhr, Realschulturnhalle). Mit ihrer aktuellen Mannschaft befindet sie sich in einem Abwärtsstrudel, ihr Team aus der vergangenen Saison gar im Abstiegskampf.


„Es ist schon komisch für mich, immerhin bin ich mit vielen aus der Mannschaft noch befreundet und meine Cousine steht im Tor“, blickt die Ex-Kissingerin diesem Spiel entgegen. Kissings Abteilungsleiter Karl Heinz Steiner ist sich sicher: „Wäre sie nicht nach München gezogen würde sie bestimmt noch bei uns spielen. Über ihre sportliche Entwicklung habe ich mich sehr gefreut. Ich hoffe, sie ist mir nicht böse, wenn ich ihr nur für Samstag einen rabenschwarzen Tag wünsche.“ Gleichzeitig betont Steiner, dass der KSC seit vielen Jahren ein sehr gutes Verhältnis mit der Rückraumspielerin hätte. Diese selbst spricht davon, dass der Druck für sie nun schon größer sei. „Immerhin will ich zeigen, dass wir zu Recht nach wie vor weit oben in der Tabelle stehen.“


Allerdings ist Ismaning mittlerweile auf Platz 3 zurück gefallen, musste am vergangenen Wochenende Winkelhaid vorbeiziehen lassen. Franzi Lang hat nach der 24:28 Niederlage in Zirndorf aber deutlich betont: „Wir lassen den Kopf nicht hängen und es sind ja immer noch viele Spiele zu absolvieren.“


Doch klar ist ebenso, dass so eine Negativserie mit drei Niederlagen am Stück meist nicht spurlos an einer Mannschaft vorüber geht. Genau das könnte die Partie gegen Kissing umso schwerer machen, selbst wenn die Gäste lediglich Tabellenvorletzter sind und zuletzt ihrerseits eine empfindliche 20:27 Heimniederlage gegen Schlusslicht Ottobeuren kassiert haben. Die Schwaben bewiesen vor zwei Wochen nämlich, dass sie eine Schwächephase eines Gegners auch eiskalt ausnutzen können und gewannen in Winkelhaid mit 29:28. Das war allerdings auch der bislang einzige Auswärtssieg Kissings in dieser Saison.


Für die „Isis“ wird es wichtig sein, eng zusammenzurücken und von der ersten Sekunde an erbitterten Kampfeswillen an den Tag zu legen, jetzt erst recht. Trainerin Aniko Keczko hoffte nach dem Zirndorf-Spiel, sich ruhig auf dieses Spiel vorbereiten zu können. Zugleich hat sie auch an ihre Mannschaft appelliert: „Jeder muss darüber nachdenken, was passiert ist. Wir müssen unsere Fehler abstellen“, so die Ungarin. „Die Zuschauer verdienen ein besseres Spiel. Deswegen ist es wichtig, mit dem Kopf bei der Sache zu sein.“


Natürlich wird Steffi Oberhuber aufgrund ihrer Schulterverletzung schmerzlich vermisst. Immerhin besteht aber Hoffnung, zu Hause trotzdem wieder einen größeren Kader zur Verfügung zu haben. Christine Königsmann und Kirsten Walter werden zwar wohl erneut zunächst bei der zweiten Mannschaft in der Landesliga spielen, stehen aber im Anschluss auch für das Bayernliga-Team zur Verfügung. Kirsten Walter hingegen fehlt aus persönlichen Gründen. Rosi Hascher hat aufgrund einer Erkältung zu Wochenbeginn nicht trainieren können. Wieder Fit dagegen ist Isabel Dulias und auch Johanna Hübenthal wird voraussichtlich wieder Teil der Mannschaft sein.


Klar ist, dass ein Sieg in der jetzigen Phase wieder ein Befreiungsschlag sein kann, wieder Selbstvertrauen geben kann. Genau das ist nun wichtiger denn je, damit die Negativserie endlich ein Ende hat. Da spielt es auch keine Rolle, dass Franzi Lang mit den „Isis“ ihren ehemaligen Verein noch weiter in Abstiegsnot bringen würde.


Voraussichtliches Aufgebot TSV Ismaning:


Ute Becker, Elisabeth Gschwendtner (beide im Tor), Andrea Keczko, Kathi Tischler, Rosi Hascher, Christine Königsmann, Susanne Pramberger, Sophie Pramberger, Franzi Lang, Isabel Dulias, Kathleen Braun, Lisa Frank, Johanna Hübenthal

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