Die Folgen der Gier
Stark verjüngte wA2 schlägt PSV
PSV – mittlerweile ein mehr als bekannter Gegner. Aus der Qualifikation und dem Hinspiel in Saisonhälfte 1 waren die Stärken der Postler hinreichend bekannt. Schnelle Antritte, Doppelpässe, Spiel über Außen – das war alles klar. Im Vergleich zum Hinspiel wollten die Isis mit flacherer Verteidigung mehr Stabilität in die Abwehr bringen. Und vorne sollte mit Kleingruppenspiel und gezieltem Tempowechsel der Erfolg gesucht werden. Nur vier „echte“ A-Jugendliche standen auf dem Spielbericht, Sara angeschlagen, sechs Spielerinnen aus der wB traten an. Den kurzfristigen Ausfall von Linksaußen-Blitz Kuni kompensierte Nesthäkchen Sophia Dölger in beeindruckender Manier. Schnell stand es 9:2 für die Isis, der Matchplan ging vordergründig auf. PSV machte Fehler um Fehler im Angriff und wurde immer wieder kalt erwischt. Eine Auszeit der gegnerischen Trainerin stoppte die Talfahrt der Postler. Die bisher verdeckten Probleme der Isis wurden in den nächsten Minuten deutlich. Viel zu ungeduldige Abschlüsse, dadurch viel zu viele Angriffe der Gegner, mangelhafte Abwehr, Stellungsfehler, fehlende Beinarbeit, falsche Entscheidungen. Die Torhüterin von PSV wurde immer stärker, auch durch die Isi-Würfe an die falschen Stellen. Eine Umstellung in der Abwehr brachte wenigstens hier eine Wende und vom zwischenzeitlichen 12:10 zogen die Bad Girls wieder auf einen komfortablen acht Tore Vorsprung zur Halbzeit davon (21:13).
Das Zwischenergebnis verdeckte erneut die Schwächen im Ismaninger Angriff. In der zweiten Halbzeit erhöhte PSV das Engagement, verteidigte nun körperbetont und brachte Ismaning damit immer wieder in - am Ende selbstgemachte - Schwierigkeiten. Viel zu dicht agierte der Angriff an der gegnerischen Abwehr und ermöglichte so immer wieder den Zugriff. Würfe gingen teilweise weit am Tor vorbei oder landeten in den Beinen der PSV-Torspielerin. Die Anweisung, oben zu werfen, wurde nicht immer glücklich umgesetzt. Die hohe Halbzeitführung, der Spielverlauf bis dahin und die Gegenwehr der Postler weckte die „Gier“ der Isis – Tore, Tore, Tore schien nun das Ziel. Angriffe dauerten oft nicht länger als einige Sekunden, Abschlüsse wurden vorschnell gesucht, Tore aus Gegenstößen oder Eins:Eins Situationen erzielt. Nur selten blitzte auf, was in den letzten Spielen zum Erfolg beigetragen hatte: überlegtes, kontrolliertes Spiel. Wild ging es hin und her, der Abstand schwankte zwischen fünf und acht Toren und erst in den letzten Minuten gelang es Ismaning auf 33:23 zu stellen. Immer noch handelten alle Spielerinnen zu gierig, zu torhungrig und über drei überhastete Abschlüsse der Isis konnte PSV dann auf das Endergebnis von 34:27 stellen.
Fazit: auch so ein Spiel muss man hinter sich bringen. Die Mädels haben – jede für sich – nicht wirklich gezeigt was sie können. Schön anzusehen war das Spiel nicht und es fehlte letztendlich an der Umsetzung des Planes im Angriff. Zu viel Lust, zu viel Gier Tore zu werfen führte zu viel zu vielen Möglichkeiten für die Gegner – und wenn es nur Zeit für Angriffe war.
Sophia Dölger aus der wB machte in ihrem ersten wA-Spiel alles richtig und erzielte vier blitzsaubere Tore. Auch Terry Pfründer bestätigte die guten Leistungen aus dem Vaterstetten-Spiel mit zehn Toren aus allen möglichen Positionen. Eine deutliche Steigerung muss gegen Isar-Mitte her.
Ela Wimmer (Tor), Giuli Prillwitz (Tor), Joelle Korhammer (3), Lisa Felsner (7/2), Sara Lutz (3), Terry Pfründer (10), Sophia Krabichler (1/1), Manu Brosig (1), Luisa Müller (5), Sophia Dölger (4)