Kein jammern, kein schimpfen und kein beschweren soll es sein, es soll einfach einmal aufzeigen wie schwer es geworden ist alle 24 Ismaninger Mannschaften zu planen und alle Heimspiele und Auswärtsspiele so voneinander zu trennen, dass jede Spielerin und jeder Spieler in der Jugend möglichst in zwei Mannschaften spielen kann. Ein unglaublicher, nicht einzuschätzender Zeitaufwand für Funktionär, Trainer und auch eine Spielermama.
Es ist Mittwoch, 10.Juli 2013 um 17:30 Uhr. Viele Ismaninger Handballer sitzen im Biergarten,
genießen die handballfreie Zeit. Doch der junge Planer sitzt im kühlen TSV Büro seinen Allerwertesten platt, es gilt den Monat Oktober zu planen und in das Onlinesystem einzugeben. Immer wieder klingelt das Telefon und andere Planer aus Haunstetten, Friedberg oder Anzing rufen an. Alle sitzen sie um diese Zeit vor ihren Spielplänen. Es wird 19:00 Uhr, die Freundin ruft an und frägt nach dem Abendessen. Irgendwie freundlich abgewimmelt geht's gleich weiter - scheisse - erst den halben Oktober geschafft. Jedes Spiel der Jugendteams wird überprüft, denn in Haunstetten oder auch bei uns spielt jeder Handballer nicht nur in einer Mannschaft, sondern in zwei oder sogar drei Teams. Da muss alles ausgeklügelt und Spiele auseinander gezogen werden. Per Telefon wird verhandelt und Lösungen werden oft in Konferenzschaltung mit drei Vereinen diskutiert, denn plötzlich werden auch noch Auswahllehrgänge mitten in die Spielsaison gelegt. Erste Verzweiflung macht sich breit aber der Galgenhumor ist unter den Planern immer schnell da. Die einfachste Lösung wie immer, alle Mannschaften abmelden. Es wird langsam dunkel, nur noch der PC-Bildschirm leuchtet das Büro aus, aber immer noch klingelt das Telefon. Die Freundin frägt schon wieder nach dem Wohlbefinden und wie lang's denn noch dauert. "Schon noch bissl", ist die Antwort und ehe man auflegen kann, kommt das Signal für einen zweiten eingehenden Anruf. Diesmal ist der TSV Lohr am Main dran, ein Rückruf, denn das Spiel der A-Jugend muss wegen Hallenmangel verlegt werden. Doch welcher Termin ist noch frei? Erster Versuch... fehlgeschlagen, denn da spielt der weibliche B1-Jugend parallel. Zweiter Versuch, fehlgeschlagen, denn da ist Spieltag der A-Jugend Bundesliga. Dritter Versuch... fehlgeschlagen, denn da spielen die Landesliga Damen parallel. Der Galgenhumor kommt nun auch beim Kollegen in Lohr durch. Eine Lösung wird erst gefunden als ein drittes, völlig unbeteiligtes Spiel erneut - nach Telefonanruf bei Anzing - verlegt wird und die A-Jugend somit nach Lohr fahren kann. Auch die anderen Abteilungen des Sportvereins müssen berücksichtigt werden. Auch sie brauchen Spieltermine, weshalb es nicht immer möglich ist auf alle Tage zuzugreifen. Es wird 23:00 Uhr der junge Planer ist bei Ende Oktober angekommen. Das Telefon wird ruhiger weil sich keiner mehr traut anzurufen. Der Mailaccount bekommt nun mehr Verkehr. Zwischen 23:00 und 23:15 Uhr 7 neue Mails, alles Anfragen zu Spielverlegungen. Als die Kirchturmglocke zweimal leutet werden die Eingaben ins Online-System gespeichert. Oh nein! Das Onlinesystem ist abgekackt, der Systemfehler "AxO87Fdx45nh7t%r$w" verhindert das Speichern. Gut das in Excel alles gesichert wurde. Zu Hause wird alles für verrückt erklärt werden, doch am nächsten Tag ist der November dran.
Und so geht das mindestens zwei Wochen im Juli mit einer 5tägigen Malle-Unterbrechung. Für viele Trainer ein ebenso großer Zeitaufwand alles unter einen Hut zu bringen. Doch eine gute Planung lohnt sich, denn es kommen wieder schöne Spieltage von früh morgens bis spät abends dabei raus und jeder kann nach dem Heimspiel in Ismaning auch noch das Auswärtsspiel erreichen und in zwei Mannschaften spielen. All das lag sicher an einem der vielen Telefonate.