Eine Nummer zu groß: Die Sensation im DHB-Pokal blieb aus

Von am 07.09.2014 in Allgemein, Archiv
Trotz der 20:35 Heimniederlage gegen den Zweitliga-Aufsteiger SG H2Ku Herrenberg brauchen die „Isis“ die Köpfe nicht hängen zu lassen. Für die Bayernliga-Handballerinnen des TSV Ismaning richtet sich der Fokus jetzt auf den Saisonauftakt am kommenden Wochenende.

Chancen waren da, aber sie haben zu wenige davon genutzt. Sonst wäre das Ergebnis deutlich enger ausgefallen. Vor allem, da die „Isis“ in der 2. Halbzeit nur sechs Tore geschossen haben, sind die nackten Zahlen so eindeutig. „Wir haben viele Möglichkeiten vergeben. Vielleicht waren wir da im Kopf nicht ganz da“, befand Trainerin Aniko Keczko. „Ganz ohne Fehler geht es nicht. Bloß wir haben zu viele davon gemacht."



Eins symptomatische Szene ereignete sich eine Minute vor Spielende. Amelie Bayerl lief alleine auf das Herrenberger Tor zu. Lediglich die gegnerische Torhüterin hatte sie vor sich. Doch sie vergab. Ein Treffer hätte zwar nichts mehr an der Ismaninger Niederlage geändert, wenngleich es für die 16-jährige noch ein persönliches Erfolgserlebnis gewesen wäre. „Ich war nicht aufgeregt. Aber der letzte Zug zum Tor hat gefehlt“, erzählte Bayerl. Sie ist eine der ganz jungen in dieser Saison im Kader der „Isis“. Eine, die langsam aber sicher an die 1. Damenmannschaft herangeführt werden soll und mit diesem Spiel wieder ein bisschen mehr Erfahrung gesammelt hat. „Ich habe mich sehr gut gefühlt, dafür, dass wir noch nicht so lange zusammen spielen. Wir haben leichte Fehler gemacht, aber der Gegner war auch besser“ resümierte sie.

Letztendlich ist der Zweitliga-Aufsteiger Herrenberg seiner Favoritenrolle gerecht geworden, doch dessen Trainer Hagen Gunzenhauser gab ebenso zu: „Das Ergebnis war deutlicher, als der Spielverlauf. Ich habe großen Respekt vor dieser Ismaninger Mannschaft mit diesen Talenten.“

Nach sieben Minuten lag der TSV zwar mit 2:7 zurück. Doch die „Isis“ haben Kampfgeist bewiesen. Sie kamen wieder auf 8:11 heran, und auch beim 14:19 Pausenstand war vieles noch möglich. „In der 1. Halbzeit konnten wir noch mithalten. Da war der Unterschied nicht so groß“, wusste Trainerin Aniko Keczko. „In der 2. Halbzeit sind wir immer müder geworden. Unsere Fehler hat der Gegner einfach eiskalt ausgenutzt.“



Während sich die Mannschaft der Ungarin jetzt schwer tat mit dem Tore schießen, zog Herrenberg immer weiter davon. Nach 45 Minuten betrug der Rückstand zum ersten Mal in diesem Spiel 10 Tore (15:25), am Ende war es beim 20:35 sogar noch deutlicher. Unterm Strich war es ein Spiel, das den „Isis“ eine Woche vor dem Saisonstart in der Bayernliga nochmals wichtige Spielpraxis verschafft hat und in dem der Gegner dem TSV die Grenzen aufgezeigt hat. „Wir haben jetzt unter der Woche die Gelegenheit, die Fehler auszubessern, sodass wir am 1. Bayernliga-Spieltag eine gute Leistung zeigen können“, blickte Aniko Keczko schon voraus.

Am kommenden Samstag startet der TSV Ismaning zu Hause in die neue Bayernliga-Saison. Zu Gast ist die HSG Fichtelgebirge (17:30 Uhr, Osterfeldhalle). Bei konsequenterer Chancenverwertung muss den „Isis“ absolut nicht bange sein. Aber gegen einen Zweitligisten müssen die Möglichkeiten ja auch erst erspielt werden.

 

Fotos: Sven Leifer

 

Für den TSV Ismaning spielten und trafen:

Marina Maricic, Magdalena Frey (beide im Tor), Franzi Lang (4), Kathi Tischler (4), Lisa Frank (3), Amelie Bayerl (2), Helena Lorenz (2), Andrea Keczko (2), Ana Perkovic (1), Melanie Leitl (1), Kirsten Walter (1), Kathleen Braun, Sophie Pramberger, Rosi Hascher
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