Erfolgreiche Löwenjagd in Anzing

Von Lars Nickel am 16.10.2022 in Herren, Herren 1

Das Ismaninger Herren 1 Team des Trainerduos Christoph Ilg und Elke Häffner gewinnt 24:28 (10:14) im Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn aus Anzing. Mit 4:4 Punkten setzt Ismaning sich in der Tabellenmitte fest und hat im nächsten Spiel den TSV Haunstetten vor der Brust.

Die große Frage des vergangenen Samstagabends war, ob das Spiel Ismaning gegen Anzing nun ein Derby sei oder eben doch nur ein normales Spiel. Bräuchte es für ein Derby nicht eine hitzige Historie mit engen, hart umkämpften Spielen - so muss man leider davon ausgehen, dass es sich wahrlich nicht um ein Derby handeln kann. Denn die Ismaninger Furcht vor dem Anzinger Löwen war groß. Konnte man in den letzten Jahren nie Ausbeute mit nach Hause bringen und musste man sich wohl oder übel ein ums andere Mal deutlich geschlagen geben. Doch sollte dieses Spiel anders werden. Doch von vorne.

Die Partie startete wie erwartet eng. Es verwunderte auch niemanden, dass es sehr torarm begann und die Abwehrreihen der beiden Teams das Spiel dominierten. Insbesondere die Ismaninger Innendeckung konnte sich durch Ballgewinne auszeichnen und im Zusammenspiel mit der stark aufgelegten Raubkatze Markus Winkler im Tor ein ums andere Mal die Anzinger zum Verzweifeln bringen. Das nutzten die Ismaninger aus und in der 12. Spielminute starteten sie einen 4:0 Lauf und erarbeiteten sich so einen 5:9 Vorsprung in der 17. Minute. Vier Tore Differenz standen auch zur Halbzeit auf der Anzeigetafel und so bat Trainer Ilg seine Männer zur Besprechung in die Umkleide.

„Ich war grundsätzlich mit dem Auftritt meiner Männer zufrieden.“, freute sich Ilg über die zuletzt aufsteigende Formkurve seiner Mannschaft: „Doch wir wussten, dass die Löwen in der zweiten Hälfte nochmal Gas geben würden.“ Dementsprechend nutze er die Halbzeit, um seine Männer auf den drohenden Sturm einzustellen. Währenddessen heizte der Hallensprecher den mäßig besuchten Anzinger Löwenkäfig weiter ein und sorgte mit seinen Geschenken für Heiterkeit unter den Zuschauern. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an den Gewinner des 20 € Tankgutscheins.

Er sollte an diesem Abend der einzige Anzinger bleiben, der nicht mit leeren Händen heimgehen musste. Denn das Spiel wurde zwar hitziger und wahrlich fehlerreich, es gelang den Anzinger Löwen aber nicht mehr der gefürchtete Ausgleichstreffer. Dafür spielten die Ismaninger ihre Führung clever genug runter und ließen sich nicht durch fünf Zeitstrafen der Hausherren beirren. Es fand sich sogar noch die Gelegenheit für Marc Simon, seinen neuen Tarnanzug direkt bei der Löwenjagd auszutesten, um Bälle zu klauen. Auf den Zuschauerrängen wurde gemunkelt, er wurde bis heute nicht in seinem Versteck gefunden. War dieser auch Grund dafür, dass Simon mit seinen fünf Treffern bester Ismaninger Schütze wurde? Naja, zumindest seine Mitspieler konnten ihn im Tarnanzug finden und gekonnt in Szene setzen.

So kam es also, dass Ismaning die Löwenjagd in Anzing erfolgreich beendete und mit ausreichend Beute heimkehren konnte. Und die Spieler um Kapitän Florian Elsinger waren sich nach Abpfiff einig: „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“ schallte es durch die Halle und die Spieler räumten alle Zweifel aus, dass es sich nicht um ein Derbysieg handeln könnte – zumindest für eine Seite. Vielleicht gelingt es den Anzingern ja in ihrem Derby nächste Woche gegen den Spitzenreiter HT München den Derbysieg einzufahren, wir drücken die Daumen.

Nun rangiert Ismaning mit 4:4 Punkten im Mittelfeld der Bayernliga Südstaffel und konnte somit den Abstand zum anvisierten vierten Platz, dem Platz zur Aufstiegsrunde, wahren. Jetzt heißt es für das Ismaninger Team regenerieren, denn kommendes Wochenende ist wieder Heimspieltag und nicht nur die Herren, sondern auch die Damen haben den starken TSV Haunstetten zu Gast. Anpfiff zu den Partien ist Samstagabend zu gewohnten Zeiten um 17:30 Uhr und 19:30 Uhr in der heimischen Isarena. Duelle, die wahrlich kein Derby sind, aber tollen Handballsport und spannende Spiele versprechen.

Es spielten: Miranda Jahn (für 1 Siebenmeter eingewechselt, nicht gehalten), Winkler (1-60 min, beide Tor), Simon (5), Elsinger (4), Mansare, Schinkel, Teschner, Zobel (je 3), Achhammer, Gottschall (beide 2), Notz (2/1), Nickel (1), Baierlein, Mannel

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