Fehlstart ins neue Jahr: Damen 1 kassieren im Final Four des BHV-Pokals einen herben Dämpfer
Eine schwache Leistung hat das Halbfinal-Aus gegen den Süd-Landesligisten und Gastgeber TSV Herrsching besiegelt. Der Titel ging letztendlich an den Ismaninger Bayernliga-Rivalen ASV Dachau. Jetzt folgt der äußerst schwere Rückrundenauftakt bei der HSG Fichtelgebirge.
Deprimierender hätte 2015 nicht beginnen können. Als Titelverteidiger gingen die „Isis“ an den Start, doch diesem Anspruch sind sie im Final Four um den Molten-Cup absolut nicht gerecht geworden. Entsprechend bedient war Trainerin Aniko Keczkone nach der 25:28 Niederlage gegen Herrsching: „So kann man nicht gewinnen. Wir haben nicht gekämpft, alle wollten für sich alleine spielen. Doch wir betreiben einen Mannschaftssport“, nahm die Ungarin kein Blatt vor den Mund: „Vielleicht ist es ein Dämpfer zur richtigen Zeit. Jetzt können und müssen wir uns neu sammeln.“
Auf der anderen Seite war die Freude verständlicherweise unbeschreiblich. Wie bei Verena Gangnus, die nicht nur für den Landesligisten spielt, sondern auch in der A-Jugend für die Ismaninger Bundesligamannschaft. „Wir hatten absolut keinen Druck. Deswegen war es einfach für uns“, erklärte Gangnus. „Ich war schon von unserer Führung überrascht. Zu verlieren hatten wir nichts, deswegen hat es auch funktioniert.“
Gangnus erzielte prompt den ersten Treffer der Partie. Herrsching hatte somit etwas, was die „Isis“ nie in dieser Partie hatten: einen Vorsprung. Der Gastgeber spielte unbekümmert und mutig, wohlwissend dass die Favoritenrolle bei Ismaning lag. Der Titelverteidiger allerdings enttäuschte, produzierte zu viele eigene Fehler, ließ Aggressivität, Spielwitz sowie Durchschlagskraft vermissen und bekam dafür die Quittung. „Bis zur letzten Minute hatte ich zwar nicht gedacht, dass wir verlieren, aber ohne Leistung geht es einfach nicht“, resümierte Keczkone. „Nur das Trikot anziehen reicht nicht.“
Nach sechs Minuten lag Ismaning mit 1:4 hinten. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs zum 7:7 (17. Minute) ging es mit einem 12:15 Rückstand in die Pause. Da war auch Herrschings Trainer Kurt Siglstetter klar, dass die Sensation für seine Mannschaft möglich ist: „Ich hatte den Vorteil, dass ich mein Team nicht motivieren musste. Und natürlich war der Start wichtig, um Sicherheit zu bekommen“, freute sich Siglstetter. „Wir haben von außen öfter getroffen und waren freier im Kopf.“
Nach dem Seitenwechsel schien es beim 18:18 (42. Minute) zwar, als dass die „Isis“ doch irgendwie mit einem blauen Auge davon kommen könnten. Aber weit gefehlt. Der Landesligist blieb cool und konzentriert, schaffte die Sensation. „Einfach ein riesen Highlight für uns“, jubelte Siglstetter.
Im Finale allerdings kassierte Herrsching gegen den Bayernligisten ASV Dachau eine klare 13:30 Pleite. Zuvor hatte sich Dachau im zweiten Halbfinale gegen den Nord-Landesligisten HC Erlangen mit 23:20 durchgesetzt.
Die „Isis“ müssen jetzt schnell wieder auf die Beine kommen. Schon am Samstag beginnt die Rückrunde in der Bayernliga mit dem Gastspiel bei der HSG Fichtelgebirge (14:30 Uhr). Auch das eine absolut schwere Aufgabe, denn Fichtelgebirge ist zu Hause noch unbesiegt. „Jetzt heißt es, eine Reaktion zu zeigen. Ich hoffe meine Spielerinnen haben gesehen, dass wir so keine Chance haben, egal gegen wen wir spielen“, schickt Trainerin Keczkone voraus.
HSG-Coach Markus Depolt dagegen geht entspannt in diese Partie: „Ismaning hat eine mehr als überzeugende Vorrunde gespielt. Für uns ist es wichtig, eine gute Leistung zu zeigen und den Heimvorteil zu nutzen. Wir stehen nicht unter Druck und können befreit aufspielen.“
Genau das hatte auch Herrsching vor dem Final Four von sich behauptet – und wozu das geführt hat, musste Ismaning bitter erfahren. Es gilt somit nur eine Devise: Wiedergutmachung.
Für den TSV Ismaning spielten und trafen:
Elisabeth Gschwendtner, Magdalena Frey (beide im Tor), Andrea Keczko (6/2), Rosi Hascher (6/4), Steffi Oberhuber (3), Sophie Pramberger (2), Amelie Bayerl (2), Melanie Leitl (2), Franzi Lang (2), Kirsten Walter (2), Susanne Pramberger, Kathi Tischler, Lisa Frank, Isabel Dulias