Die erste Bayernligasaison für eine Ismaninger Herrenmannschaft hätte spannender und nervenaufreibender nicht verlaufen können. Wenn man vor dem letzten Spieltag mit fast ausgeglichenem Punktverhältnis und Platz 5 in der Tabelle (bei 14 Teams) noch um den Abstieg kämpfen muss, dann ist das alles andere als normal. Dabei hatte der Aufsteiger zu diesem Zeitpunkt gegen die ersten 9 Vereine der Tabelle mindestens einmal gewonnen. Mit dem 6. Sieg in Folge konnte zum Saisonfinale gegen Coburg II der tolle 5. Tabellenplatz in der Abschlusstabelle verteidigt werden. Mit ausgeglichenem Punktekonto wurde man bester Aufsteiger und hat das Saisonziel, das aufgrund der engen Konstellation in der Bayernligatabelle punktemäßig mehrfach nach oben korrigiert werden musste, erreicht. Dabei hat sich die Mannschaft um Kapitän Markus Mundl trotz zweier Aufstiege in den letzten 3 Jahren von der Bezirksoberliga bis in die Bayernliga wenig verändert und besteht im Kern aus vielen eigenen Talenten. Zudem hatte man mit mehreren Unwegbarkeiten über die gesamte Saison hinweg zu kämpfen.
Berufliche und private Verpflichtungen der Spieler sowie die damit einhergehende, zeitweise geringe Trainingsbeteiligung erschwerten die Aufgabe für Coach Rudi Heiss, die Mannschaft wunschgemäß weiter zu entwickeln. Um so höher ist es ihm und seiner Truppe anzurechnen, dass es trotzdem gelungen ist.
Das Verletzungspech verfolgte die Krautgemeindler von der ersten bis zur letzten Minute. Lediglich 8 TSV-Akteure kamen auf mehr als 20 Einsätze von 26 möglichen. Es musste nie ein Spieler aus dem 18-Mann-Kader für eine Begegnung gestrichen werden, da ständig mindestens 4 Verletzte zu beklagen waren und man sich zum Teil mit Leihgaben aus der "Zweiten" über Wasser hielt, um den Kader zu vervollständigen. Ein fettes "Dankeschön" richten wir in diesem Zusammenhang an Franz Deimel und Basti Imhof. Jörg Feinauer stellte sogar seine Gesundheit auf's Spiel und verstärkte absprachegemäß die 1. Herren, bis er, ohne zu klagen für jüngere Akteure, die sich aus dem Krankenstand zurückmeldeten, wieder Platz machte. Eine ähnlich gute Einstellung zeigte auch Maxi Karsten. Vor der Saison ging er noch freiwillig zurück ins zweite Glied, brachte sein Können aber in der Schlussphase der Meisterschaft noch einmal super ein, als es auf den Außenpositionen personell eng wurde. Nebenbei avancierte er zum besten "Glücksbringer" für das Team. In allen 6 Begegnungen, in denen er mitwirkte, gingen die Isis als Sieger vom Platz.
Insgesamt wurden in der Bayernligasaison 22 Spieler eingesetzt. Nur einer war bei allen 26 Begegnungen dabei: "Mr. Zuverlässig" Benni Krämer. Der Abwehrspezialist, der aufgrund seiner unspektakulären aber effektiven Spielweise bei den Spielberichten häufig zu kurz kommt, ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Auch neben dem Platz und im Mannschaftsgefüge hat er sich zu einem wichtigen Baustein im TSV-Team entwickelt.
Die gefährlichsten Angreifer für den TSV waren Josy Stumpf, Fabian Stoiber, Andi Heilmeier und Markus Mundl. Josy (7.) und Fabi (16.) schafften es sogar unter die Top 20 der Liga-Torschützenliste.
Der Saisonverlauf war geprägt von einem leistungsmäßigen auf und ab mit gewaltigen Ausschlägen nach oben und unten. Gleich zum Saisonauftakt sorgte man für eine Riesenüberraschung, als vor eigenem Publikum die Mitfavoriten aus Waldbüttelbrunn bezwungen werden konnten. Nach weiteren Siegen in Sulzbach-Rosenberg und gegen Bayreuth rieb man sich in
Ismaning verwundert die Augen, als die Mannschaft plötzlich sogar Tabellenführer der Bayernliga war und Trainer Rudi Heiss alle Hände voll zu tun hatte, die aufkeimende Euphorie in die richtigen Bahnen zu lenken. Die folgenden 3 Niederlagen gegen Lohr, Rothenburg und in Unterhaching bestätigten die Befürchtungen des Cheftrainers, der von seinem Saisonziel "Klassenerhalt" nie abgerückt war. Als Mannschaft und Umfeld wieder geerdet waren, folgte vor rund 600 Zuschauern in der Realschulturnhalle das Highlight der Saison. Dem späteren Meister aus Fürstenfeldbruck konnte in letzter Sekunde die einzige Saisonniederlage zugefügt werden. Dann verabschiedete sich das Glück von den Gelb-Schwarzen.
In Landshut unterlag man mit nur einem Tor Unterschied. Beim Heimspiel gegen Schlusslicht Winkelhaid gelang zwar noch einmal ein Sieg aber schon da merkte man, dass die Mannschaft die Langzeitausfälle einiger Leistungsträger immer aufwendiger kompensieren musste und physisch an ihre Grenzen gestoßen war. Um so überraschender verliefen die
ersten 40 Minuten in Ottobeuren. Man führte mit 7 Toren. Dann kam der Einbruch - der Akku war leer. In letzter Sekunde gaben die Isis das Spiel noch aus der Hand, noch dazu gegen einen direkten Konkurrenten um den Nichtabstieg. Das war der Knackpunkt. Von diesem Nackenschlag erholten sich die Heiss-Schützlinge in den letzten 3 Begegnungen der Vorrunde nicht mehr. Der Tiefpunkt folgte im letzten Hinrundenspiel in Coburg, als man nach 20 Minuten bereits aussichtlos 2:14 zurücklag. Mit 10:16 Punkten ging es in die Winterpause. Man hoffte auf die Rückrunde und darauf, dass sich das Lazarett lichten würde.
Zum Rückrundenstart in Waldbüttelbrunn gelang der Heiss-Truppe zwar eine gute Leistung aber die Punkte blieben dennoch in Unterfranken. Die anschließende schwache Heimvorstellung gegen Sulzbach-Rosenberg, das personell auf dem Zahnfleisch nach Ismaning angereist war, war deshalb völlig unplausibel und ließ Böses ahnen. Mittlerweile war die Mannschaft auf den vorletzten Tabellenplatz durchgereicht worden.
In Bayreuth dann der erste Lichtblick. Flo Nortz und Philip Stumpf waren als Stabilisatoren aus dem Krankenstand zurückgekehrt und gaben dem Angriff Schwung. Nach diesem Auswärtssieg keimte Hoffnung auf, doch die folgende Heimniederlage gegen Lohr und der ganz schwache Auftritt in Rothenburg machten alles wieder zunichte. An die folgende nächtliche
Krisensitzung nach dem Rothenburgspiel erinnert sich der Berichterstatter nur noch bruchstückhaft. Dem Alkohol wurde ja schon immer reinigende Wirkung zugeschrieben aber wer im TSV-Lager hätte gedacht, dass er so extremen Einfluss auf die kommenden Wochen haben würde. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Trainer eine Art Vertrauensfrage an den Mannschaftsrat richtete und man beschloss einhellig, gemeinsam den Karren aus dem Dreck zu ziehen, während man in Ottobeuren und Rothenburg den Trainer auswechselte und trotzdem scheiterte.
Diese Ismaninger Art der Aufgabenbewältigung wäre sicherlich nicht gelungen, wenn man damals schon gewusst hätte, dass aus den letzten 8 Begegnungen mindestens 13 Punkte geholt werden müssen, um sicher in der Bayernliga zu bleiben. Außer Gitti Nortz hätte da keiner mehr daran geglaubt. Doch plötzlich lief es, obwohl die Gegner immer häufiger des schnelle Konterspiel der Isis unterbanden. Es spielte dem TSV in die Karten, dass nun wieder mehr Alternativen im Rückraum zur Verfügung standen und
die Mannschaft viel torgefährlicher aus dem Positionsspiel heraus agierte. Da mit Flo Nortz und Andi Heilmeier zwei völlig unterschiedliche Spielertypen auf der Strippenzieherposition zur Verfügung standen, taten sich die gegnerischen Abwehrreihen schwer, sich darauf einzustellen. Die Trainingsarbeit von Torwarttrainerin Caro Brosig trug Früchte. Keeper Josh Murgg steigerte sich von Spiel zu Spiel. Er war in der Rückrunde einer der besten Torhüter der Liga und insbesondere von den Außenpositionen kaum noch zu überwinden. Die Abwehr stand bombensicher, auch als der Defensivchef Philip Stumpf sich in Haunstetten erneut verletzte. In der Rückrunde war die Abwehr der Gelb-Schwarzen die beste der Liga. Durch viel Laufarbeit gelang es, den Schnitt der Gegentreffer von 29 auf 25 zu senken. Teamchef Rudi Heiss hatte immer die richtige Taktik parat, um die Gegner aus dem Tritt zu bringen. Die Mannschaft ackerte von der ersten bis zur letzten Minute. Sie streifte ihre jugendliche Unbekümmertheit auf dem Platz ab, agierte professioneller, konzentrierter und fokussierter auf die jeweiligen Aufgaben. Unerwartet hohe Siege, auch auswärts, waren die Folge. Nur in Fürstenfeldbruck musste man sich noch einmal geschlagen geben. Ansonsten hielt die Heiss-Sieben das Spielniveau und den damit verbundenen Unterhaltungswert sehr hoch. Man steigerte sich zu einem Spitzenteam der Bayernliga was mit dem 3. Platz in der Rückrundentabelle und dem 5. Rang im Gesamtergebnis dokumentiert wird. Überglücklich konnten die erreichten Ziele gefeiert werden.
TSV-Teamstatistik
| Name | Position | Einsätze | Rangliste | Tore/7m | Schnitt |
| Josh Murgg | TW | 25 | |||
| Daniel Schappert | TW | 12 | |||
| Michi Bähr | TW | 18 | |||
| Franz Deimel | TW | 1 | |||
| Bastian Imhof | TW | 1 | |||
| Josy Stumpf | RR | 25 | 7 | 145/26 | 5,8 |
| Fabian Stoiber | RA | 24 | 16 | 113/33 | 4,71 |
| Andi Heilmeier | RM/RL | 21 | 46 | 77/1 | 3,57 |
| Markus Mundl | LA | 24 | 52 | 73 | 3,04 |
| Alex Deimel | KR | 20 | 66 | 61 | 3,05 |
| Flo Nortz | RM/RL | 13 | 78 | 41/10 | 3,92 |
| Philip Stumpf | RR | 16 | 92 | 39 | 2,41 |
| Ingemar Pohl | RR | 23 | 114 | 30 | 1,3 |
| Tomasz Rolka | RA | 18 | 121 | 26 | 1,44 |
| Maxi Stumpf | KR | 16 | 134 | 22 | 1,38 |
| Jan Bergstedt | RR | 6 | 135 | 20/3 | 3,33 |
| Tobi Stoiber | LA | 13 | 140 | 19 | 1,46 |
| Christoph Kellner | RM | 17 | 141 | 18 | 1,06 |
| Markus Neubauer | LA/RM | 14 | 152 | 14 | 1,0 |
| Jörg Feinauer | RL | 9 | 177 | 7 | 0,78 |
| Benni Krämer | RR | 26 | 177 | 7 | 0,27 |
| Maxi Karsten | LA | 6 | 195 | 5 | 0,83 |