Spielerportrait:
Name: Kellner
Vorname: Christoph
Spitzname: Kellner, Chris
Alter: 20
Position: RL, RM, RR
bisherige Vereine: TSV Ismaning, TSV Haunstetten
beim TSV Ismaning seit: den Minis
sportliche Erfolge: 3x Bayerischer Meister (C-Jgd.)
2.Süddeutscher Pokal
1x Vize-Bayerischer Meister (B-Jgd.) unterm Rudi ;)
Bayernauswahl Jahrgang 93
Aufstieg in die Landesliga mit den Herren I
A-Jugendbundesliga mit TSV Haunstetten 2011/12
Aufstieg in die Bayernliga mit den Herren I
2x Bayerischer Meister als C-Jgd. Trainer (10/11, 12/13)
Vorbilder: Nikola Karabatic, Oliver Roggisch
5 Fragen an Christoph Kellner:
- Hallo Christoph, erst mal gute Besserung!!! Wie geht’s gesundheitlich? Du hast dich kurz nach Saisonende beim Skifahren schwer an der Schulter verletzt. Welche Verletzung ist das? Wie sind die Ärzte und du mit dem Heilungsverlauf zufrieden und wann können wir wieder mit dir rechnen?
Vielen Dank erst einmal für die netten Genesungswünsche. Ja, sehr bitter eine Schultereckgelenkssprengung als Handballer an der Wurfarmschulter zu haben, aber das macht den Sport aus. Rückschläge gehören einfach dazu und es geht nur darum wie man sie wegsteckt und was man daraus Positives herausziehen kann.
Jetzt sind bald 7 Wochen nach der Operation vergangen und die Schulter fühlt sich gut und vor allem stabil an. Ich muss einfach einen sehr großen Dank an mein persönliches Alleswiedergutmachteam, allen voran meinem Orthopäden Dr.Ralf Linke, Dr.Sepp Braun und meiner Physiotherapeutin Alexandra Hubloher (auch kommende Saison in unserem Physioteam), meine Familie und meine Freunde aussprechen, die bis zum heutigen Datum alles daran setzen, dass ich in der kommenden Saison, bzw. viel wichtiger, in den kommenden Jahren ohne schwerwiegende Beschwerden an der Schulter meinen Sport wieder ausführen kann.
- Du hast kurze Zeit in Haunstetten A-Jugend-Bundesliga gespielt und bist dann wieder zum Heimatverein, dem TSV Ismaning, zurückgekehrt. Was waren die Gründe für die beiden Wechsel und haben sie dir in sportlicher und menschlicher Hinsicht was gebracht?
Ich bin vor der Bundesliga-Saison mit den (alten) Herren I noch in die Landesliga mit aufgestiegen und habe dort im Mittelblock (Abwehr) meine Spielzeiten bekommen.
Im Angriff musste ich dagegen noch sehr viel dazulernen. Mein letztes A-Jugend Jahr wollte ich einfach noch voll auskosten und dazulernen. In Haunstetten kannte ich viele Spieler aus der Bayernauswahl. Ich kam menschlich sowie auch spielerisch mit ihnen von Anfang an super zurecht. Durch den kleinen Kader in Haustetten spielte ich in der höchsten Jugendklasse fast die gesamte Zeit durch und lernte vor allem im Angriff sehr viel dazu. Dort durfte ich auch meine ersten Spielerfahrungen in der Herren Bayernliga sammeln und machte meiner Meinung nach im Rückraum einen erheblichen Schritt nach vorne.
Gegen Ende der Saison 11/12 trainierte ich mit den Ismaninger Herren gemeinsam auf das Relegationsspiel gegen Landshut hin. Ich fungierte mit Benjamin Krämer, der damals auch neu zur Mannschaft hinzukam, als Sparringpartner für das TSV-Landesligateam. Damals sah ich, wie sich eine komplette Umstrukturierung mit meinen Jugendfreunden aus Ismaning (zurück aus FFB) ergeben hatte. Ich wusste, dass in dieser Mannschaft, wie früher auch, ein unglaubliches Potential, Wille und vor allem ein Ehrgeiz steckte. Ich war mir sicher, dass die Bayernliga früher oder später auf jeden Fall möglich wäre. Die Beweggründe für meinen Wechsel in meine Heimat waren auf jeden Fall das gesamte Team der Herren I, meine Freunde, die Zuschauer und vielen Fans sowie meine Jugendmannschaft, unsere nächstjährige B-Jgd, die ich als Trainer betreue.
- Für mich als Zuschauer hast du letzte Saison einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Ich hatte den Eindruck, du wolltest gerade in den ersten Begegnungen nach deiner Rückkehr zuviel und gleich zeigen, dass du schon als 20-Jähriger das Ziel hast, Führungsverantwortung zu übernehmen. Dabei hast du im Angriff öfter überhastet den Abschluss gesucht. Im Laufe der Saison bist du da abgeklärter geworden und wartest auf deine Chancen. Außerdem hast du dich zu einem der TSV-Abwehrstrategen gemausert. Stimmt mein Eindruck und welche weitere Entwicklung erwartest du von dir?
Es freut mich zu hören, dass ein Schritt nach vorne zu erkennen war. Ich hatte in meiner Jugendhandballzeit gelernt zu kämpfen, da ich nie eine feste Position besaß. Anfangs nur Rechtsaußen, dann mal Rückraum, in der Auswahl Kreis. Ich hatte im Gegenteil zu meinen Mannschaftskollegen im Angriff keine wirklich feste Position, aber ich biss mich dafür in der Abwehr von Anfang an rein und kommunizierte klar und deutlich. Ich gebe Anweisungen, stelle mir meine Leute als hinten Mitte genau so, wie ich sie brauche und jeder akzeptiert das, wie in der Jugend. Diese „laute“ Abwehr öffnete mir auch die Türen für alles weitere und genau diese Abwehr spiele ich auch heute noch. Im Angriff jedoch hatten andere in der Mannschaft das Sagen und ich schoss oft über das eigentliche Ziel hinaus, was sich meiner Meinung nach mit dem Kennenlernen und Zusammenspiel automatisch besserte. Ich muss lernen auf meine Chancen zu warten und konzentrierter den Abschluss suchen.
- Wie bereits erwähnt bist du erst 20 Jahre alt, trainierst aber schon längere Zeit TSV-Jugendmannschaften und das mit großem Erfolg. Welche sportlichen Ziele hast du mit deinen Teams erreicht und möchtest du noch ereichen? Wie funktioniert diese Doppelbelastung und was gibt dir persönlich die Arbeit mit dem TSV-Nachwuchs?
Ja das stimmt und es macht richtig Spaß. Zusammen mit Jarek Rolka bilde ich da seit 6 Jahren ein Trainerteam. Unsere C-Jugend Jungs sind in der Saison 10/11 sowie auch heuer Bayerischer Meister geworden und das bestätigt unsere Trainingsarbeit. Wir haben mit unserem neuen B-Jugend Jahrgang 97/98 eine brutal talentierte Truppe und die gilt es, soweit wie möglich, individuell sowie auch als Mannschaft aus- und weiterzubilden. Durch mein Sportstudium kann ich Theorie und Praxis sehr gut vergleichen, verbinden und davon profitieren. Unsere „kleinen, großen“ Jungs freuen sich auf jegliche Ausdauer-, Kraft- und Athletiktests, die wir mit ihnen machen. Nein im Ernst, ich will in meinen Burschen den Spaß am „großen, modernen“ Handball wecken und aus ihnen das rausholen was wirklich in ihnen steckt. Das wiederum bedarf an Arbeit, verbunden mit Spaß und Ehrgeiz.
Und als Anmerkung am Rande gehöre ich mit meinen 1,87m zu den kleinen in dieser B-Jugend...(lacht)
- Trainer Rudi Heiss sagte kürzlich in einem Interview, dass er u.a. darauf setzt, die Pluspunkte des Teams zu stärken. Was sind deiner Meinung nach diese Schokoladenseiten der Ismaninger Herren 1 (die Schwächen werden nicht verraten – da müssen sich die kommenden Gegner schon selbst ein Bild machen)?
Spielerisch gesehen auf jeden Fall die sehr schnelle, offensive, kommunikative Abwehr und definitiv die 1./2.Welle.
Das Stärkste jedoch in diesem Team ist der unglaubliche Zusammenhalt und der Kampfgeist der Mannschaft. Diese Truppe gewinnt und verliert zusammen und jeder freut oder leidet mit dem anderen mit. Auf der Platte eine gelbe Wand und außerhalb einfach ein „Team Geil“.
Falls dir noch etwas auf der Zunge brennt, hier wäre Platz für ein paar persönliche Worte: Ich freue mich, bald wieder vor dem Spiel in eine rappelvolle Realschulhalle mit den „Ismaninger Supportern“ im Rücken, einzulaufen und auf die kommende Saison in der Bayernliga!
Christoph hat uns noch ein Foto-Schmankerl zukommen lassen: Seit den Minis in einem Team: Christoph Kellner und im Hintergrund Josy Stumpf als sie noch in der in D-Jugend für den TSV aufliefen:
Danke für’s Interview Christoph, bis demnächst in der Halle.