Verärgert schlägt Trainer Rudi Heiss kurz nach dem Schlusspfiff gegen die Seitenwand der Turnhalle. Die Spieler schleichen zu ihrer Fan-Tribüne und applaudieren den Fans eher freudlos. Ein Blick auf die Anzeigentafel: Dort steht ein 29:26 Sieg in einem enorm wichtigen Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um einen Nichtabstiegsplatz: Läuft da was falsch? Nein! Und das ist das richtig Positive: Die Mannschaft weiß: sie hat heute nicht gut gespielt und dafür will sie sich nicht feiern lassen. Die Heiss-Truppe geht da selbstkritisch mit sich um. Das verspricht Besserung und die wird sich auch einfinden müssen, um in den nächsten Begegnungen bestehen zu können. Doch der Reihe nach...
Ismaning begann gut, machte Dampf um den Gegner, der mit einer ganz schmalen Auswechselbank angereist war, konditionell zu fordern. Nach 3 Minuten führte man 3:1. Alles schien gut zu laufen, ehe sich der erst kürzlich wiedergenesene Philip Stumpf am Oberschenkel verletzte und als Abwehrstabilisator wohl einige Zeit ausfallen dürfte. Selbst danach hatten die Krautgemeindler noch den Vorwärtsgang eingelegt und nutzten die technischen Fehler der Gäste konzentriert bis zu einer 8:4 Führung aus. Dann hat irgend jemand der Truppe die Normalform geklaut. Hauptverdächtig sind Keeper Josh Murgg und Rückraumspieler Josy Stumpf, da sie als einzige bis zum Schlusspfiff noch über dieses Prädikat verfügten. Es entstand der Eindruck, als wollten die Gelb-Schwarzen aus der Überlegenheit, sportlich fair, kein Kapital schlagen. Die Truppe leistete sich Ballverluste, wie seit ewigen Zeiten nicht mehr oder die einheimischen Angreifer scheiterten am starken Gästetorwart. Man merkte die Strapazen der letzten Wochen hauptsächlich in den Köpfen der Spieler. Es fehlte die sonst so gewohnte Spielfreude. Dass die Mannschaft wollte, war zu sehen. Aber sie konnte nicht das Abrufen, was die Zuschauer von ihr gewohnt sind. Trotz Überzahl kam Winkelhaid näher und konnte kurz vor der Pause zum 9:9 ausgleichen. Nach einer Auszeit zeigte sich die TSV-Truppe bis zur Pause kurzzeitig verbessert und ging mit einer 12:10 –Führung in die Kabine.
Anfangs der zweiten Hälfte folgte der Tiefpunkt als Winkelhaid sogar mit 15:14 in Führung ging. Gott sei Dank machte sich dann der erwartete Substanzverlust bei den Gästen bemerkbar. Zwischen der 45. und 55. Minute stand die TSV-Deckung sicher. In dieser, aus Ismaninger Sicht, stärksten und entscheidenden Spielphase gelang über ein konsequentes Konterspiel die Entscheidung, als eine 29:22 Führung herausgeworfen wurde. Danach verfiel man wieder in eine Schlusslethargie, die von den Mittelfranken in 4 Tore umgemünzt wurde und Coach Rudi Heiss zur Weißglut brachte. Wohl wissend, dass am Saisonende bei Punktgleichheit der direkte Vergleich den Ausschlag um einen Abstiegsplatz geben kann. Und dass Winkelhaid zuhause anders auftritt, als in der Fremde, davon zeugen die bisherigen Heimsiege gegen Haunstetten und Rothenburg. Deshalb kam es nach der Schlusssirene und dem 29:26 Sieg zur eingangs beschriebenen Szene.
Am Ende zählen die 2 Punkte, wie der Sieg zustande gekommen ist, danach fragt später keiner mehr. Die 3 Euro ins Phrasenschwein habe ich schon hineingeworfen.
Zuschauer: ca. 250
TSV-Team und Tore: Josh Murgg, Daniel Schappert, Michi Bähr (alle Tor), Josy Stumpf (9/2), Fabian Stoiber (5/2), Alex Deimel (4), Andi Heilmeier (3), Tobi Stoiber (3), Markus Mundl (2), Ingemar Pohl (1) Benni Krämer (1), Markus Neubauer (1), Christoph Kellner, Philip Stumpf
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