Es waren die Tage, die man als Amateurhandballer wohl nie vergessen wird. In der 12.Spielminute im Auswärtsspiel in Niederraunau, geht der Ismaninger Supporter "Ilgo" zum auswärtigen Hallensprecher und bittet ihn, durchzusagen, dass die Konkurrenz aus Trudering soeben in Friedberg verloren hat und Ismaning damit als Landesligameister feststeht. Bis dahin nämlich, glaubten noch alle Isis, dass man gegen Raunau gewinnen müsse...
Der Hallensprecher versteht die Situation und vielleicht kann sein Team so ja etwas leichter den Tabellenführer bezwingen. Es folgt eine kurze Durchsage, dem TSV Ismaning wird zur Meisterschaft und zum Bayernligaaufstieg gratuliert - in einem leisen Moment, denn es hört in der sonst so stimmungsgewaltigen Halle in Schwaben jeder.
Was dann folgt, kann man nicht beschreiben. Kapitän Markus Mundl lässt seinen Gegenspieler unbedrängt ein Tor werfen, weil er gerade einen Siegestanz vorführt, der am Ende nur noch belächelt wird, die Mannschaft springt in die Luft, auf der Auswechselbank liegen sich alle in den Armen. Raunau kann so von einem 7:2 Rückstand ziemlich "easy" auf 13:13 zur Halbzeit ausgleichen. Bei Ismaning gibt es gerade Wichtigeres - ohne Arroganz, irgendwo auch verständlich, wenn man gerade den größten Vereinserfolg einer Herrenmannschaft klargemacht hat. Und wieder ist es Muldi der gleich nach der Erfolgsmeldung zwei 100% Konter kläglich neben das Tor setzt, so wie man es von ihm und seinen Kollegen eigentlich nicht gewöhnt ist.
Doch Trainer Heiss schaft in der Halbzeit wieder mal die richtige Ansprache und das Gastspiel in Niederraunau wird am Ende noch verdient gewonnen. Auch ein weiterer Beweis welch starken Charakter diese junge Truppe hat.
Unglücklicherweise folgt nach einer ausgiebigen Kabinenparty auch noch eine der längsten Busfahrten in diesem Spieljahr, sodass am Ende ein Putzteam den Bus von diversen Verschmutzungen reinigen musste. Doch auch dies gehört zum Bayernligaaufstieg dazu. Nach der Busfahrt wurde dann noch bis in die Puppen bei Haus & Hofwirt Karl gefeiert oder zu ganz später Stunde noch in ein gut bekanntes Tanzlokal weitergezogen, wo dann willenlos die letzten Manieren gefallen sein sollen.
Ein Aufstieg der's in sich hatte und wie oben erwähnt hatte der Hallensprecher einen ruhigen Moment abgewartet, sodass es auch fast jeder in der Halle mitbekommen konnte, den Aufstieg der Isis. Bis - ja bis auf einen Spieler der Ismaninger selbst, Neuzugang vor der Saison, Torwart und wohl mit keinen ebenso guten Ohren ausgestattet wie mit Reflexen, die er die ganze Saison schon unter Beweis stellt. Er hatte es erst viel später nach dem Spiel mitbekommen und so begannen für ihn die Feierlichkeiten um den Aufstieg erst etwas später. Erstaunlich, dass er dann aber den Aufstiegstanz des Kapitäns als normale Spielhandlung gesehen hat...