Herren 2 sind dem SV nicht auf den Laim gegangen

Von am 13.04.2015 in Allgemein, Archiv
M. Schappert - Die Ausgangssituation war klar. Durch die dramatische Niederlage gegen den FC Bayern, Stern des Südens, ist das Kapitel Bezirksoberliga für den TSV Ismaning vorerst abgeschlossen. Auf ihren beiden Abschiedsspielen geht es den niedergeschlagenen Mannen um Trainer Nicolas Oberdieck nur darum, das Gesicht zu wahren und die Saison würdevoll zu Grabe zu tragen.

 
Da sich der SV Laim im Niemandsland der Tabelle bewegt, versprach es ein langweiliges Spiel zu werden; geprägt von unerschütterlichen Weinkrämpfen auf der einen und hemmungslosem Gähnen auf der anderen Seite. Doch, weit gefehlt, werte Freunde, weit gefehlt. Sehr weit gefehlt. Weiter gefehlt haben heute nur die Würfe von Stefan Weißenberger (wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, wa?); aber Kopf hoch Stefan, wir hatten alle schon mal so Spiele (der Autor z.B. hat jedes Spiel mal so’n Spiel).

 

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Die noch-in-der-BOL-spielende noch-Bayernligavertretung des TSV Ismaning legte los wie eine wütende Meute wilder Hausfrauen: mit Anpfiff zückte man den Wischmopp und begann wie von Sinnen, die Laimer aus der Halle zu fegen (oder eher feucht zu reinigen, um im Bild zu bleiben). Dem SV Laim fiel vorne nicht viel ein und scheiterte ein ums andere Mal an Torwart Julian Anschütz oder an Pfosten und Latte, während den Ismaningern das Glück hold war und man eine anständige Trefferquote vorweisen konnte. Diese furiose Putzorgie blieb nicht ohne Folgen und so verkündete die herausgeputzte Anzeigetafel in der Hölle Süd bald ein putzmunteres 8:3, welches den Laimer MV zu einer putzigen Auszeit nötigte (keine Sorge, jetzt gehen mir die Wortspiele aus). Die Gäste schüttelten sich kurz und putzten sich das Gefieder (jetzt aber wirklich) und schafften es in der Folge tatsächlich zu verkürzen, sogar bis zum 9:9 auszugleichen. Ein kleiner Schlussspurt zum Halbzeitpfiff distanzierte die Laimer zwar wieder auf 11:9, man war in der Folge jedoch gewarnt. Wo waren die Gründe zu sehen für das Wiedererstarken der Laimer Offensive? Nun, im Angriff waren die Krautgemeindler nicht so zwingend wie zu Anfang, was die Laimer zu schnellen Toren nutzten, und ein grottenschlechter Benny Herfurth tat sein Bestes, sich für die Bezirksliga zu empfehlen. Diese Zurschaustellung offensichtlichen Unvermögens des ehemaligen Juniorennationalspielers sorgte für wilde Verfluchungen und gerechte Rachefantasien. Darüber wird noch zu sprechen sein!

Die Zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, beide Mannschaften agierten ohne Visier, nach wenigen Minuten stand es 13:13. Ismaning konnte sich wieder mit zwei Toren absetzen, Torwart Julian Anschütz zeichnete sich hier und im gesamten Spielverlauf durch starke und wichtige Paraden aus und vermochte es so die Scharte, die das schwächelnde Abwehrverhalten der Ismaninger riss, wieder auszuwetzen. Nichtsdestotrotz - Laim wollte sich einfach nicht geschlagen geben und glich final auf 22:22 aus. Lichtstreif am Horizont war in diesen Minuten neben dem vom 7m Punkt eiskalten Sebi Denzner auch die wütende Bulldogge Daniel "Goldlocke" Pfeuffer, der die Mannschaft unaufhörlich nach vorne trieb, vielarmig Bälle verteilte und weder sich, noch Gegenspieler schonte.

Aber dann, das große Wiedersehen: wie ein Phönix aus der Asche stieg der fabulös aufspielende Benny Herfurth, der den Drops lutschte. Als wäre es immer noch 2005 schüttelte er eine Zauberzwiebel (?) nach der anderen, insgesamt 3, aus dem langen Handgelenk (13% länger als vergleichbare Handgelenke). Im 20 km Umkreis waren kurz darauf alle Entschuldigungs-Karten und orthopädische Schuheinlagen ausverkauft, die Tribüne war von Selbstkasteiungen erfüllt und der Autor zog einen einträglichen Ablasshandel auf. Noch spät in der Nacht war selbst in Berlin-Kreuzberg noch „Benny wir lieben dich“ zu hören, und scheiße ja, wir liebten ihn. Wir waren jung, wir waren frei, wir hatten nichts zu verlieren, das Leben war eine wilde Achterbahnfahrt die A8 Richtung Salzburg herunter.

Doch zurück zur tristen Realität: Trotz des verdienten 26:24 Sieges befindet sich die Mannschaft immer noch auf einem direkten Abstiegsrang und wird die „rote Zone“ auch nicht mehr verlassen können. Ein entsprechendes Ergebnis am letzten Spieltag zwischen Milbertshofen und Prien vorausgesetzt kann man jedoch gegen den Tabellenführer Süd-Blumenau noch auf den vordersten Abstiegsrang klettern und zum primus inter pares werden. Salz in der Suppe dieses Saisonabschlussspiels ist auch die Aussicht, über den Aufsteiger in die Landesliga entscheiden zu können: TSV Vaterstetten oder die SG Süd-Blumenau, der TSV Ismaning spielt das Zünglein an der Waage.

Es spielten tapfer: Anschütz, D. Schappert (beide Tor), Wachter, Pfeuffer (1), Dietrich (3), Denzner (6/4), Heinz, Herfurth (3), Heinekamp (4), Leber, Weißenberger, Littmann (3), Kellner (3), Herzog (3)
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