Herren 2 turteln mit Abstiegsplätzen
Imhof (7m-Quote mittlerweile bei 400%) opfert sich für seine Mannschaft und kämpft sich nach Gesichtstreffer aus Nahdistanz zurück in’s Spiel - „Ich hörte schon ein Licht am Ende des Tunnels, allen waren sie da - aber ich wusste, mein Werk ist noch nicht getan“
Am Samstag Mittag bestritt die Bayernligavertretung des TSV Ismaning das Meisterschaftsspiel gegen den SV München-Laim. Ohne etatmäßigen Kreisspieler geriet das Spiel zur Hommage an die letzte Woche gezeigte „Leistung“ gegen den großen FC Bayern München.
Es fing schon schlecht an: Die Gastgeber machten ein Tor, die Isis im Gegenzug nicht. Es folgte ein weiteres Tor des SV München-Laim. Nach einem weiteren Gegentreffer zappelte dann nun auch ein Versuch der Isis zum ersten Mal im gegnerischen Netz. Dies beeindruckte die Laimer jedoch nicht, die auch wieder trafen. Dann noch einmal. Jedoch; dann waren die Isis am Zug (Tor). Laim wiederum ließ sich nicht lange bitten und wuchtete das Spielgerät in die Maschen. Aber die Isis steckten noch nicht auf, es resultierte ebenfalls ein Punkt für die Anzeigetafel. Nun Laim: Tor! Irre, der bisherige Spielverlauf vollkommen auf den Kopf gestellt (hust). Die Krautgemeindler lagen sich nach den folgenden beiden (!) Anschlusstreffern bereits in den Armen, da zog der SV München-Laim beinahe schon alle Register und machte seinerseits ein „Ding“. Schaum vor’m Mund und die drohende Auswärtsniederlage vor Augen mobilisierten Oberdiecks Recken noch einmal alles und glichen mit zwei Husarenstücken in Folge "sensationell" aus. SV München-Laim nun mit der Auszeit, die Ihnen aber nichts bringen sollte, so viel sei an dieser Stelle schon verraten - es traf danach nur noch der TSV Ismaning, und zwar nach Belieben; will heißen: ein Mal. Es folgt kafkaesk der Ausgleich durch die Laimer Buben. Dem aufmerksamen Leser entgeht nicht, dass sich ein Spiel auf Messers Schneide entspinnt, direkt vor den Augen der teils fassungslosen, teils brünetten Zuschauer.
TOR! für den SV München-Laim! Die Isis ihrerseits: Zack-bumm, drin! Aber Laim: Prööööt, enoi! Und gleich noch eines hinterher, die Halle wird zum Tollhaus. Wer denkt, die Isis ergeben sich nun in ihr Schicksal: weit gefehlt, ein mickriges Törchen beseelt sie auf’s Neue. Im Anschluss muss jedoch Torwart Bastian Imhof (trug die Haare heute offen), auf dem im Vorhinein alle Hoffnungen ruhten („Alles bestens! Mir kommt es so vor, als würde ich schon ewig dort trainieren. Dieses Niveau nimmt man gerne mit“ und „Ich möchte nicht mehr niedriger spielen. Die Würfe sind gezielter und härter, es ist schwieriger.“) wieder einmal hinter sich greifen. Und auch der nächste Einschlag lässt sich von ihm nicht verhindern, obwohl man an seiner Leistung an diesem Tag nichts, aber auch gar nichts aussetzen konnte, er war wohl der Einzige, der heute sein Niveau erreichte. Sensationell, wie er mit der Agilität einer Katze und der Vielarmigkeit einer indischen Gottheit Situationen entschärfte. Gleichzeitig war er aber auch der mächtige Fels in der Brandung, an dem viele Angriffe der Laimer wirkungslos zerschellten. Als die Laimer sich dessen bewusst wurden, versuchten sie mit unlauteren Mitteln den einzigen anwesenden Torwart der Isis mit einem gezielten Gesichtstreffer auszuschalten. Nach schier endlosen Minuten („ich musste erst den Weg aus Walhalla zurück finden, aber Tupac hat mich geleitet“) war er wieder auf den Beinen und machte einfach weiter, immer weiter. Ein Pfundskerl! Es hagelte Standing Ovations und so mancher Zuschauerin (mich eingeschlossen) wurde vor so viel zur Schau gestellter Männlichkeit ganz anders zumute.
Jetzt waren die Isis am Zug, der nächste Versuch sollte seinen Weg in’s Tor finden. Laim, mit der Kaltschnäuzigkeit eines kurzsichtigen Gynäkologen dennoch abermals mit dem Treffer. Die Vorentscheidung? Mitnichten! Die Ismaning Herren 2 setzten den Schlusspunkt dieser „unterhaltsamen“ ersten Halbzeit.
In der Pause richtete der Trainer ein paar gehaltvolle Worte an seine Spieler. Die Spieler gelobten sie zu beherzigen, man wolle dem Coach notfalls bis in die Hölle folgen, mindestens aber bis nach Altenerding. Doch es sollte alles anders kommen, aber Obacht:
Die zweite Hälfte fing so an, wie die vorige aufgehört hat - mit einem Tor für den TSV Ismaning e.V.. Sollte nun alles besser werden? Auf dem Weg in eine goldene Zukunft? Diese Tagträumerein wurden zunichte gemacht und zwar in Form eines Wurfversuches des SV München-Laim, der seinen Weg in’s Tor fand. Ein Stöhnen von der Bank begleitete den nächsten Treffer der Isis, war diesem doch ein schöner Spielzug vorausgegangen: in wenigen Pässen überwand man das Mittelfeld (spielte scheinbar ziellos, mal hier hin, bald dort hin) und zimmerte das Ding rigoros zwischen die zwei Pfosten, die die Welt bedeuten. Wenig beeindruckt zeigte sich der Gastgeber, der sich das nächste Tor genehmigte und den alten Abstand wiederherstellte. Was war hier denn los?? Angestachelt von diesem jüngsten Nackenschlag zeigten die Herren 2 Moral: ein Tor, so unschuldig wie der Morgentau trieb den Laimern die Schamesröte in’s Gesicht. Kunterbunt ging es weiter (im Schnelldurchlauf, weil selbst ich es einigermaßen Leid bin): Tor Laim, Tor Ismaning, Tor Ismaning (gleichbedeutend mit dem Ausgleich ihr Mathegenies), Tor Ismaning (Führung für die Isis demnach folgerichtig), Tor Laim (aufwachen!), Tor Isis (tief durchatmen), Tor Laim (oy weh!), Tor der Krautgemeindler, Tor Laim, Tor Laim, Tor Laim (Tendenz klar ersichtlich), Tor Isis (letztes Aufbäumen), Tor Laim, Tor TSV (einige glauben noch dran), Tor Laim, Tor Laim, Tor Laim (Drops gelutscht), Tor des TSV Ismaning e.V., Tor Laim, Laim, Ismaning, Laim, Laìm, Láim, Lâïm - Ismaning (geht da noch was? Nein!); aus dem Hintergrund müsste Laim schießen, Tor! Und zum Abschluss: Tor Laim. Spielstand erübrigt sich hier ja - einfach die Tore zusammenzählen; toll!
Mit Herzblut und Sachverstand muss nun das nächste Spiel angegangen werden, damit ich nicht wieder so einen beknackten Bericht schreiben muss. Es bildet gleichzeitig den Jahresabschluss und man sollte nichts unversucht lassen, sich mit einem Sieg in trügerischer Sicherheit wiegen zu können.
Wem es noch nicht genug der Tore waren, hier die Aufstellung:
Imhof (Tormann, 400% mittlerweile, der alte Haudegen), Zeman (Tor, noch ein Tor), Pfeuffer (Tor), M. Schappert (nicht mal ein Tor), Wachter (wieder kein Tor), Herfurth (Tor, noch ein Tor, ein weiteres Tor), Kriebel (Tor, noch ein Tor), Leber (Tor, noch ein Tor), Hasselmann (Tor, noch ein Tor), Littmann (Tor, noch ein Tor, ein weiteres Tor, ein letztes Tor), Kellner (Tor, noch ein Tor, ein weiteres Tor, ein überflüssiges Tor, ein vorletztes Tor, ein letztes Tor), Oberdieck (Coach; da steht er nun, der arme Tor, und ist so klug als wie zuvor)