Herren II behalten gegen Unterhaching II die Punkte in Ismaning

Von am 02.03.2015 in Allgemein, Archiv

M. Schappert - Die Ausgangslage vor dem Spiel gegen den TSV Unterhaching II war denkbar angespannt. Es geistert lautstärker denn je das Abstiegsgespenst durch die Hölle Süd, nach zuletzt wenig überzeugenden Auftritten gegen die direkten Tabellennachbarn ist es nun vermutlich schon zu spät, die Trendwende zu schaffen und den Karren noch einmal aus dem Dreck zu fahren. Aber vielleicht ist es genau dieser Rücken zur Wand, den die Mannschaft braucht, um das vorhandene Potenzial endlich zu nutzen. Von den letzten 5 Saisonspielen müssen mindestens 4 gewonnen werden, um gute Chancen auf den Nichtabstieg zu haben - eine mutige Vorgabe im Angesicht des Restprogramms. Allerdings hat man in vielen Spielen auch Aufstiegsfavoriten lange Paroli bieten können, bis die fehlende Courage in den letzten Minuten verhinderte, dass man etwas Zählbares mitnehmen konnte. Die spielfreien Wochen hat man offensichtlich erfolgreich dafür genutzt, den Kader auf das schwierige Restprogramm einzuschwören, dem zuletzt festgefahrenen Offensivspiel wurde neues Leben eingehaucht und so konnte man in einem Testspiel gegen den Viertplatzierten der BOL Altbayern, der SG Moosburg, eine deutliche Leistungssteigerung erkennen und einen verdienten Sieg einfahren. Balsam für die geschundene Spielerseele.

Mit der Herren II des TSV Unterhaching stellte sich diesen Samstag eine Mannschaft vor, die in der heimischen Halle eine Macht darstellt, aber in der Fremde so ihre Probleme hat. Folglich gingen die Krautgemeindler zuversichtlich in’s Spiel, denn auch im Hinspiel konnte man gegen den starken Gegner überzeugen und so brachten die Mannen um Trainer Nicolas Oberdieck den Hachingern die bisher einzige Heimspielniederlage bei. Für das Rückspiel war alles angerichtet, der Gegner konnte kommen!

Einige Zuschauer hatten sich wohl in der Uhrzeit geirrt und erschienen schon zum Spiel der 2. Herren und auch ein paar herumlungernde Bayernligaspieler wurden unter leeren Versprechungen in die Halle gelockt.

Zum Schicksalsspiel ausgerufen, war den Ismaningern von Anfang an der absolute Wille anzusehen, hoch konzentriert zog man ein gelungenes Angriffsspiel auf und verteidigte gewissenhaft. Überhaupt: Einsatz und Leidenschaft stimmten von Anfang an - wichtige Bausteine also, die in den ärgerlichen und unnötigen vorangegangenen Punktspielniederlagen nicht so recht passen wollten. Die Rückkehr von Abwehrrüpel Silvio Pitú (Name von d. Red. geändert) machte sich hauptsächlich durch langwieriges Lamentieren von unliebsamen Schiedsrichterentscheidungen bemerkbar, sowie durch einen ruppigeren Ton in gehobener Lautstärke auf dem gesamten Spielfeld. Zwar zeigte sich die Abwehr erheblich verbessert zu den vorherigen Auftritten, dennoch war da gerade bei Silvio noch viel Luft nach oben. Potenzial steckt auch noch in der 7-Meter-Ausbeute (ordentliche aber nicht berauschende 5 von 8).

Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass Benny „La Traviata“ Herfurth nun endlich einzulösen scheint, was uns sein blankpolierter Charakterkopf seit Monaten verspricht. Pressesprecher Jasper Heinz sah sich direkt genötigt, einem etwaigen Wechsel den Riegel vorzuschieben: „Stand jetzt ist, dass Benny (Herfurth, Anm. d. Red.) noch bis 2019 Vertrag hat, der übrigens auch für die 3. Liga gilt. Er ist stark leistungsbezogen, was unseren litauischen Investor vor unkalkulierbare Risiken stellt. Deswegen ist er direkt gegen ein kleines Handgeld abzugeben - auf keinen Fall wird Benny (Herfurth, Anm. d. Red.) noch ein Spiel für uns machen. Benny (Herfurth, Anm. d. Red.) ist alternativlos, ein wichtiger Grundpfeiler der Personalplanungen auch über diese und nächste Saison hinaus, ein Abgang steht nicht zur Debatte. Persönlich bin ich schon enttäuscht, muss aber die Entscheidung des Spielers respektieren und ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft!“ Auf wiederholte Nachfrage warf Herr Heinz mit einer Bierflasche und verweigerte gestenreich weitere Auskünfte.

Doch zurück zum Spiel: Haching bemühte sich nach Kräften und glich nach 3:0 auf 3:3 aus. Die erste Hälfte blieb ausgeglichen, die Isis lagen nur einmal 6:7 hinten und nach einem Spiel auf Augenhöhe trennte man sich zur Halbzeit 12:12. In der Pause gab das Trainerteam der Mannschaft die nötigen Impulse und justierte die Abwehr ein wenig um dem sehr kreisbezogenen Spiel des Gegners gerecht zu werden.

Lange Zeit stand das Spiel auf der Kippe und die Unterhachinger wollten sich nicht widerstandslos in die drohende Niederlage fügen. Aber zwischen der 40. und 50. Spielminute musste der Gegner der hohen Intensität Tribut zollen und für die Isis wiederum zahlte sich das Athletiktraining der vergangenen Wochen aus - man konnte vorentscheidend auf 24:19 davonziehen. Gerade in diesen Minuten zeichnete sich Benny Herfurth durch wichtige Tore aus, während der sonnenstudiogebräunte Torhüter Daniel Schappert seinen Kasten trotz geprellter Ferse sauber hielt. Dieser Vorsprung rettete die Herren II über die Zeit, woran auch eine zwischenzeitliche doppelte Unterzahl und die letzten wütenden Angriffe der Hachinger wenig ausrichten konnten. Nichtsdestotrotz muss man hier lernen, cleverer zu agieren; viel zu häufig hat man in den Schlussminuten den Sieg noch aus der Hand gegeben und ohne das zuvor herausgeschossene Polster („Diese Führung kannst du fast schon als Ruhekissen benutzen“, Fifa14) wäre es auch heute wieder knapp geworden. So war der Drops aber gelutscht und die zwei Punkte blieben nach einem auch in der Höhe verdienten 26:24 in der Hölle Süd. Und am Ende kackt die Ente.

 

grund

 

Es spielten zauberhaft: D. Schappert, Anschütz (beide Tor, beide hübsch), Zeman, M. Schappert, Wachter (4, ehrlich jetzt!), Heinz, Sallehsari (2), Brück (1), Leber, Herfurth (10/2), Heinekamp (1), Hasselmann, Littmann (5/3), Herzog (3)

 

 

 

Cookies Icon cookieBanner.title.label
cookieBanner.infoText.label