Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, wird es Zeit ein Resümee zu ziehen. Im Falle der Herren I-Handballer des TSV Ismaning war das Jahr 2013 geprägt von viel Erfreulichem aber auch von einem Jahresausgang, den man sich so nicht gewünscht hat. Doch dazu später.
Rückschau:
Als im Januar 2013 die Rückrunde der Landesliga-Süd begann, war klar, dass die Meisterschaft und der damit verbundene direkte Aufstieg in die Bayernliga nur unter den 3-Top-Teams (Trudering, Ismaning und Friedberg) ausgetragen wird. Um so ärgerlicher empfand man die knappe 29:28 Auswärtsniederlage beim direkten Konkurrenten, dem TSV Friedberg II zum Rückrundenauftakt. In dieser Begegnung brachten die Ismaninger eine Führung von 7 Toren nicht ins Ziel. Erfreulich allerdings war, dass die junge Mannschaft aus der Krautgemeinde die richtigen Schlüsse aus der Niederlage zog. In den kommenden Wochen startete man eine Siegesserie von 11 Erfolgen hintereinander. Die Heiss-Truppe schlug Angstgegner Eichenau vor eigenem Publikum und es gelang der historische 1. Auswärtssieg in Niederraunau. Meisterschaftsentscheidend war der 26:18 Auswärtserfolg in Trudering am 16. März. Während die Konkurrenz an den letzten 4 Spieltagen kaum noch punktete leisteten sich die Ismaninger nur noch am letzten Spieltag in Immenstadt eine 27:26 Auswärtsniederlage und wurden dennoch mit 6 Punkten Vorsprung Meister der Landesliga-Süd.
Zum ersten Mal gelang einer Herrenmannschaft des TSV Ismaning der Aufstieg in die Bayernliga. Der Erfolg ist um so höher einzuschätzen, wenn man weiß, dass die Truppe aus vielen eigenen, jungen Talenten besteht, die erst vor zwei Jahren in die Landesliga aufgestiegen war und sich der Kader seither nur geringfügig verändert hatte. Man könnte auch sagen: Coach Rudi Heiss muss einiges richtig gemacht haben, wenn man die Entwicklung der Mannschaft betrachtet. Insbesondere die Abwehrarbeit hatte sich in den letzten Jahren verbessert und war bei den entscheidenden Partien der Schlüssel zum Erfolg, dem Aufstieg in die Bayernliga.
Die Feierlichkeiten waren kaum abgeklungen, da begann die lange Vorbereitung auf die Bayernligasaison. Während man in den ersten Vorbereitungsspielen gegen Bayernligisten noch regelmäßig und deutlich das Nachsehen hatte, konnte sich die Mannschaft um Kapitän Markus Mundl nach erfolgreichem Trainingslager und etlichen Turnieren plötzlich messen mit den Bayernligisten. Erneut war ein Leistungssprung festzustellen.
Obwohl die Oberliga-Saison mit 4 langzeitverletzten Stammspielern begann und sich das Verletzungspech über die gesamte Vorrunde hinziehen sollte, gelang ein Auftakt nach Maß mit 3 Siegen. Nach Niederlagen gegen Lohr, Rothenburg und in Unterhaching folgte vor 650 Zuschauern das Highlight der Vorrunde, als man den Spitzenreiter und Aufstiegsaspiranten Fürstenfeldbruck vor eigenem Publikum in letzter Sekunde nieder rang. Nach einer knappen Niederlage in Landshut sprang nur noch ein Heimsieg gegen Schlusslicht Winkelhaid heraus. Denn langsam machte sich der Kräfteverschleiß aufgrund der Ausfälle bemerkbar. Der psychologische Knackpunkt folgte in Ottobeuren. Eine 6-Tore-Führung wurde in der zweiten Hälfte verspielt. Dennoch erzielte man 10 Sekunden vor dem Ende das vermeintliche Siegtor, das vom Schiedsrichter aber nicht anerkannt wurde und im Gegenzug wendeten die Allgäuer dann doch noch die Partie zu ihren Gunsten. Anstatt sich von den Abstiegsplätzen abzusetzen, befanden sich die Gelb-Schwarzen plötzlich wieder mittendrin im Abstiegskampf. Frust machte sich breit. Die Bereitschaft zur nötigen Laufarbeit in der Abwehr war plötzlich nicht mehr vorhanden. Körpersprache und Einstellung konnten mit den zu Saisonbeginn gezeigten Leistungen nicht mehr verglichen werden. Deshalb gingen auch die letzten 3 Begegnungen in der Vorrunde folgerichtig verloren. Der Tiefpunkt war in den ersten 18 Minuten des letzten Vorrundenspiels in Coburg erreicht, als man beim Tabellenvorletzten aussichtslos mit 2:14 zurücklag. Mit 10:16 Punkten liegt die Heiss-Truppe zwar immer noch auf Rang 8 der Tabelle, ist aber nur noch 2 Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt. Da kam die Winterpause wie gerufen.
Ausblick:
Von den am Ende der Vorrunde sage und schreibe 9 fehlenden Kadermitgliedern dürften beim Rückrundenstart in Waldbüttelbrunn etliche wieder zur Verfügung stehen. Dass die Moral in der Mannschaft stimmt, bewies Spielführer Markus Mundl, als er im Rahmen der Weihnachtsfeier sicherlich scherzhaft aber doch mit dem nötigen kämpferischen Aspekt anmerkte „theoretisch können wir noch Meister werden.“ Dass die Mannschaft in der Bayernliga jedes Team bezwingen kann, hat sie schon bewiesen, denn drei der fünf Vorrundensiege gelangen gegen Teams, die zur Zeit auf Platz 1-5 der Bayernligatabelle stehen. Jetzt wird es Zeit, dass den Aussagen auch Taten folgen. Coach Rudi Heiss wird genau hinsehen, wer künftig bereit ist, den Abstiegskampf anzunehmen und brachte es auf einen Nenner: „Es müssen wieder Siege her, egal ob wir auf einen vollen Kader zurückgreifen können oder nicht. Ausreden gibt es nicht mehr. Es wäre fatal, wenn wir uns darauf verlassen, dass wir alle 5-6 Begegnungen mit den direkten Konkurrenten gewinnen und dort die nötigen Zähler holen. Die Mannschaft muss in jedem Spiel zeigen, dass sie gewillt ist, zu punkten“.
Personalien:
Wir wollen zum Jahresende noch einmal daran erinnern, dass der Herren I-Kader mit Hansi Schmidbauer und Maxi Karsten zwei Abgänge zu verzeichnen hatte. Beide halfen uns, die gesteckten Ziele zu verwirklichen. Für ihren Einsatz im TSV-Trikot sagen wir noch einmal „Vergelt’s Gott.“
Herausragend fanden wir die Einstellung von Jörg Feinauer, der sich auf eine tolle Art und Weise in den Dienst der Mannschaft stellte. Aufgrund der Verletztenmisere hat er nicht gezögert, die Personallücken zu schließen, obwohl er selbst gesundheitlich nicht auf der Höhe war. Absprachegemäß machte er, ohne zu zaudern, auch wieder Platz für die zurückkehrenden jüngeren Talente. Gerne denken wir auch noch einmal an seine Matchwinner-Partie gegen Bayreuth zurück.
Die Abgänge wurden durch die Neuzugänge Daniel Schappert, Tobi Stoiber und Jan Bergstedt ersetzt, die sich bereits super in die Mannschaft integriert haben.
Zuschauerresonanz:
Mit geschätzten 366 Zuschauern durchschnittlich liegt der TSV Ismaning auf Platz 3 der Bayernliga in Sachen Publikumsgunst. Das ist großartig und dafür wollen wir uns bei den Anhängern des TSV Ismaning herzlich bedanken. Ein besonderer Dank geht an die „Trommler“, die uns immer begleiten.
Selbstkritisch müssen wir dennoch anmerken, dass es uns offensichtlich nicht gelungen ist, dem Ismaninger Publikum zu vermitteln, dass gerade die Spiele gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion unheimlich wichtig sind. Und genau da haben wir es mehrmals nicht geschafft den nötigen Funken überspringen zu lassen. Manchmal waren wir dazu einfach nicht in der Lage. Wir hoffen, dass Euch unsere Einstellung in den Heimspielen der Rückrunde überzeugt, damit wir gemeinsam an unserem Ziel „Klassenerhalt“ arbeiten können. Eins ist sicher: alleine werden wir es nicht schaffen. Wir brauchen Euch.
Liebe Anhänger des TSV Ismaning, die Verantwortlichen und die Mannschaft wünschen Euch einen guten Rutsch ins Jahr 2014, viel Glück, Gesundheit und jede Menge erfüllte Wünsche. Wir sehen uns... versprochen?