Jetzt geht's los: Pokal-Hit als Vorgeschmack auf die neue Saison
In einem Spiel ist auch gegen höherklassigere Teams eine Überraschung möglich. Darauf hoffen die Bayernliga-Handballerinnen des TSV Ismaning vor der Partie in der 1. DHB-Pokalrunde gegen den Zweitliga-Aufsteiger SG H2Ku Herrenberg. Für Saskia Putzke wird es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.
Gut eineinhalb Jahre nach ihrem bislang letzten Auftritt im DHB-Pokal sind die „Isis“ erneut dabei – und träumen wieder von einem großen Spiel. So, wie im Januar 2013, als der HC Leipzig, seines Zeichens deutscher Rekordmeister im Frauenhandball, zu Gast war. Im Achtelfinale musste sich der TSV damals mit 11:36 geschlagen geben. Das war zwar keine Überraschung, aber ein unvergesslicher Moment.
Einen harten, aber fairen Kampf, will der Bayernligist nun dem kommenden Gegner auf jeden Fall bieten. Zu Gast ist die SG H2Ku Herrenberg, ab dieser Saison Zweitligist (Sonntag, 17 Uhr, Osterfeldhalle). TSV-Trainerin Aniko Keczko weiß, dass ihr Team der Außenseiter ist, trotzdem ist die Ungarin nicht gänzlich hoffnungslos: „Letztendlich hängt vieles von der Tagesform ab. Einmal ist mit Glück auch gegen so eine super Mannschaft was drin.“
Die Gäste aus Baden-Württemberg haben vergangene Saison mit der souveränen Meisterschaft in der 3. Liga Süd und dem damit verbundenen Aufstieg ihren bislang größten gefeiert. Für das „Unternehmen 2. Bundesliga“ verstärkten sich die „Kuties“ unter anderem mit Saskia Putzke – und die ist in Ismaning keine Unbekannte. In der Jugend spielte die 19-jährige Rückraum- und Außenspielerin beim TSV und freut sich sehr darauf, zurückzukehren. „Es ist schon etwas besonderes, in Ismaning zu spielen“, blickt Putzke der Partie entgegen. „Die Ergebnisse von Ismaning verfolge ich noch und habe auch immer mal wieder Kontakt mit Leonie Schweinsteiger.“
In Herrenberg ist Putzke gerade erst wieder ins Training eingestiegen. Aufgrund einer Verletzung an der Patellahsehne musste sie drei Wochen pausieren. Pünktlich zum Pokal hofft sie wieder fit zu sein. „ Für uns ist es ein wichtiges Spiel, wir sehen es nicht als Testspiel“, sagt die 19-jährige. „Wir sind der Favorit und müssen dieser Rolle auch gerecht werden. Wir haben hohe Ansprüche an uns und deswegen darf man so ein Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen.“
Putzke selbst spielte vergangene Saison beim Bundesligisten TuS Metzingen und ist nun mit einem Zweitspielrecht für Herrenberg ausgestattet. „Metzingen hat ziemlich aufgerüstet. In Herrenberg erhoffe ich mir mehr Spielpraxis“, erklärt sie ihren Wechsel.
Ein großer Moment war für Putzke die Teilnahme mit Deutschland an der U-20 WM in Kroatien, wo sich das DHB-Team gegen Dänemark im Spiel um Platz 3 geschlagen geben musste (20:21). Putzke erzielte drei Tore in dieser Partie und hadert mittlerweile nicht mehr damit, die Bronzemedaille so knapp verpasst zu haben: „Wir hatten überhaupt nicht mit diesem Erfolg gerechnet. Es hat sehr viel Spaß gemacht.“
Den will sie auch mit den „Kuties“ haben, für die in der 2. Bundesliga einzig und alleine der Klassenerhalt zählt. Allerdings muss Herrenberg schon vor Saisonstart verletzungsbedingte Rückschläge verkraften. Rückraumspielerin Alisa Berger fällt mit einem Kreuzbandriss monatelang aus. Ebenso eine lange Zwangspause muss Torhüterin Monika Lide, die maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatte, aufgrund einer Meniskusverletzung einlegen. Aktuell verfügt Herrenberg mit der 18-jährigen Ann-Sophie Staudenmaier lediglich über eine nominelle Torhüterin. „Das Problem ist, dass wir sowieso einen relativ kleinen Kader haben. Ausfälle sind dann umso schwerer zu verkraften. Unsere junge Torhüterin macht ihre Sache aber sehr gut“, schätzt Putzke die Situation ein.
Für die „Isis“ geht es in diesem Pokalspiel auch darum, sich den letzten Schliff vor dem Saisonstart in der Bayernliga eine Woche später zu holen. „Diese Partie ist eine sehr gute Möglichkeit, um weitere Spielpraxis zu bekommen“, so Aniko Keczko, die sehr zufrieden mit ihrer Mannschaft in der Vorbereitung ist. „Mir gefällt, dass jeder immer alles gibt und bis zum Schluss kämpft“, lobt die Trainerin.
Sollte den „Isis“ die Überraschung gegen den Zweitliga-Aufsteiger gelingen, dann wäre auch dieser Moment ein Erfolg, der nicht so schnell vergessen wird.