Keczko: „Wir sollten daran glauben, Erster werden zu können!“

Von am 25.12.2013 in Allgemein, Archiv
Die Tabellenspitze in der Bayernliga der Damen ist hart umkämpft. Am 11. Januar startet die Rückrunde, die Spannung verspricht. Gleich am Auftaktwochenende kommt es zu zwei direkten Duellen von Meisterschaftsanwärtern.

Es war die vergebene Chance der „Isis“ auf Platz 1, die 22:28 Niederlage bei der HSG Fichtelgebirge im letzten Spiel des Jahres. Bei einem Sieg wären die Ismaningerinnen als neuer Spitzenreiter in die Rückrunde gegangen, denn einen Tag später verlor auch Primus Winkelhaid (21:29 beim ESV Regensburg II). Doch weil alles Hätte – Wäre - Wenn im Sport nun mal nichts zählt, startet Ismaning als Zweiter in die Rückrunde, mit nur einem Punkt Rückstand auf Winkelhaid.

Eine Zwischenbilanz, mit der letztendlich auch Trainerin Aniko Keczko zufrieden ist. „Immerhin dürfen wir nicht vergessen, dass wir mit vielen Ausfällen aufgrund von Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen hatten. Hinzu kommt, dass mit Torhüterin Esther Klopprogge, Ulla Wahler und Marina Berger drei Spielerinnen während der Saison aufgehört haben, was sich natürlich auf unsere Arbeit ausgewirkt hat“, weiß die Ungarin. Damit noch nicht genug fügt sie hinzu, dass Leonie Schweinsteiger „der große Verlust im Rückraum ist. Sie ist eines der größten Talente in Ismaning.“ Schweinsteiger ist früh in der Saison mit einem Kreuzbandriss ausgefallen. (wir berichteten). „Glücklicherweise kam Torhüterin Ute Becker zurück, um uns mit ihrer großen Erfahrung behilflich zu sein“, kann die Trainerin doch auch durchatmen.

Winkelhaid oder Ismaning – diese beiden schienen eine gewisse Zeit die heißesten Anwärter auf die Meisterschaft in der Bayernliga zu sein. Nachdem Winkelhaid dann das Spitzenspiel in Ismaning gewinnen konnte (27:25, am 9. November) hatten die „Isis“ aber fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Von einer klaren Tendenz zu sprechen war – wie sich inzwischen herausgestellt hat – dennoch falsch. Winkelhaid hat seine Souveränität verloren und sich mit drei Niederlagen in Folge in die Pause verabschiedet. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Winkelhaid Aufsteiger ist und genau deshalb zieht Trainer Dr. Zeljko Cokesa auch ein positives Fazit der Vorrunde. „Wir sind sehr zufrieden mit der Hinrunde und der überraschenden Herbstmeisterschaft, vor allem, da wir nur das erste Spiel gegen Bayreuth in Bestbesetzung bestreiten konnten.“

Während Winkelhaid also zum Jahresende in ein Tief gefallen ist, so haben die „Isis“ bislang noch nicht zwei oder drei Spiele in Folge verloren. Das verdeutlicht, dass das Team von Aniko Keczko auf relativ konstantem Niveau spielt, obwohl der TSV zu Saisonbeginn nach dem Abstieg aus der 3. Liga quasi einen Neuaufbau durchführen musste. Eben mit der damals Neu-Trainerin Keczko. „In der Vorbereitung mussten wir zwischen den physischen Trainingseinheiten einige neue Auslösehandlungen erlernen, die die Grundlage des bewussten Handballs sind. Das war keine einfache Aufgabe für unsere junge Truppe“, weiß die Übungsleiterin. Doch wozu die Mannschaft in der Lage ist, hat sie dennoch gezeigt. „Die älteren Spielerinnen gehen als gutes Beispiel für die jungen voran. Zusammen mit deren Schwung sind wir als eine Mannschaft aufgetreten“, findet Keczko löbliche Worte.

Mittlerweile ist es allerdings bei weitem nicht mehr so, dass lediglich Winkelhaid und Ismaning in der Meisterfrage als mögliche Antwort zu nennen sind. Dazu hat vor allem der letzte Spieltag der Vorrunde nochmals beigetragen. Während sich die beiden Top-Teams geschlagen geben mussten, haben die Verfolger gewonnen. Es zeichnet sich ein Fünfkampf zwischen Winkelhaid (20:6 Punkte), Ismaning (19:7 Punkte), Herzogenaurach (17:9 Punkte), Bayreuth (16:10 Punkte) und Etwashausen (15:11 Punkte) ab. Gleich der Auftakt der Rückrunde hat es diesbezüglich in sich. Es treffen Bayreuth und Winkelhaid (11. Januar, 19:30 Uhr), sowie Herzogenaurach und Ismaning (12. Januar, 14:30 Uhr) in zwei direkten Duellen aufeinander.

Doch Bayreuths Trainer Thomas Hankel glaubt nicht, dass an diesem ersten Spieltag der Rückrunde schon die Weichen in Richtung Meisterschaft gestellt werden. „Es ist nur insofern richtungsweisend, da beim BHV noch immer der direkte Vergleich bei Punktgleichheit über die endgültige Platzierung entscheidet. Sprich hier werden nicht nur zwei, sondern drei Punkte vergeben.“ Vielmehr ist für Hankel der springende Punkt die Konstanz bei den sogenannten „Pflichtsiegen“, sowie „insbesondere auch die Ergebnisse bei den jeweils fünf Begegnungen, die ohne Harz ausgetragen werden müssen.“

Wer schlussendlich das Rennen an der Tabellenspitze für sich entscheidet, steht spätestens am 3. Mai fest. An diesem Tag wird der letzte Spieltag ausgetragen. Nebenbei bemerkt haben dort nur Winkelhaid und Ismaning ein Heimspiel, so dass bei beiden der Saisonabschluss auch gleich mit einer etwaigen Meisterfeier kombiniert werden könnte.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Einer, der aus 13 Rückrundenspielen besteht. „Wir brauchen noch Zeit, um Fehler auszumerzen. Aber wir sind auf einem guten Weg und hoffentlich können wir immer gute Leistungen bringen“, blickt Aniko Keczko hoffnungsvoll der zweiten Saisonhälfte entgegen. „Es gibt in dieser Liga viele gute Mannschaften. Aber das Wichtigste ist, dass wir daran glauben, die Besten sein zu können“, schickt die Trainerin der „Isis“ gleich noch eine Ansage in Richtung Konkurrenz voraus.

Das ist nur allzu verständlich. Schließlich liegt es im Naturell eines jeden Sportlers, immer gewinnen zu wollen.

Bericht von Andreas Schisler.
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