Kempa Corner - der etwas andere Rückblick mit Ironie, Wortwitz und Kuriositäten
Der Handball Wahnsinn hat uns wieder, so haben viele Ismaninger Schlachtenbummler den Weg in die Halle gesucht und waren vor allem auf die beiden Seniorenspiele am Samstag Nachmittag gespannt. Mehr als 300 lautstarke Fans ließen eine Höllenstimmung in der Hölle Süd aufkommen, die bis spät in den Abend reichte, auch wenn Schleißheims Trainer Brandeis seine Hölle nach der unglücklichen Niederlage seines Teams recht schnell verließ. „Brandeis“ und „Hölle Süd“ passen schon rein worttechnisch nicht zusammen und wer die Landesliga nur als Durchgangsstation bezeichnet muss sich diesen vielleicht auch blöden Witz anhören. Das zu jederzeit faire und durchaus temporeiche Landesligaspiel hätte keinen Sieger verdient gehabt und in der Schlussphase hätte diesen Sieg auch jedes Team erreichen können, doch neben einem mutigen Interview in der regionalen Presse bescherten auch die Schiedsrichter und ein nicht verwandelter Siebenmeter Ismaning dann die glückliche Pokal Revanche. Brandeis's Eis war zu erhitzt, um die Ismaninger Hölle zu kühlen.
Brandgefährlich sahen auch die Gäste der Ismaninger Herrenhandballer aus. Feuerrote Trikots, dahinter versteckten sich Namen wie Berkessel oder Romanesen, alles ehemalige sehr hochklassige Spieler. Die geballte Handballerfahrung stand also gegen das wohl jüngste und unerfahrenste Team der Liga, dessen Anfangsformation sogar einen A-Jugendlichen bereit hielt. Doch hinterher war es dann genau dieser erfahrene Spielertrainer Berkessel, der den Ismaningern in der Endphase das cleverere Spiel zugestand und damit fair, den für die Isis an diesem Tag verdienten Sieg anerkannte. Anders aber wie sein Vorgänger, ließ er sich eine Bratwurst schmecken.
Das Landesligadebüt war ein spannender Handballkrimi, beinhaltete durch Verletzungen, Disqualifikationen und strittige Entscheidungen viel Dramatik und war sehr nervenaufreibend. Auch Papa Haeffner war über seine Gesundheit besorgt und befürchtet, dass sein Herz solche Spiele nicht mitmacht. Nach einem super Start der Isis, der bis auf eine 6-Tore Führung ausgebaut wurde, ist es dann in der Schlussphase beim 28:28 erstmals ausgeglichen gewesen. Fabian Stoiber hielt Ismaning in dieser Phase im Spiel, verwandelte sicher von Außen und vom Siebenmeterpunkt. Auf der anderen Seite war nach der Roten Karte gegen Elmar Romanesen nun Berkessel in der Pflicht, erfüllte diese mehr als genug und hämmerte so einen Ball nach dem anderen ins Tor. Doch zwei leichte Fehler der Gäste bescherte Ismaning Tore per Konter und ein überragender Hansi Schmidbauer im Tor sicherte den ersten Heimsieg in der Landesliga.
Rundum war der Saisonauftakt der Isis somit gelungen, Gäste und Gastgeber feierten freundschaftlich noch bis in die frühen Abendstunden und auch das ein oder andere Brandeis-Mädel, ganz im Gegenteil zu ihrem Chef, wurde zu später Stunde auf dem Hallenboden der Hölle Süd entdeckt - eben wie es unter benachbarten Vereinen auch usus ist.