Es hat sich ausgewullft! Joachim Gauck folgt auf "unseren Gauckler Nummer Eins". Das war doch das Thema in den letzten Wochen. Mitleid verdient Christian Wulff nur bei einem Punkt, weil auch Rösler und Westerwelle ihm für seine tolle Amtsführung Respekt zollten. Wenn die oberste Luftikus-Armada der Bundespolitik sich schon auf seine Seite schlägt, muss auch ein Wulff einsehen: Es ist Zeit zu gehen. Lange durchgehalten hat er, nach harten Kampf hat unser Wulffman dann aber "Servus" gesagt. Gestützt durch Freunde, gestürzt durch die Presse und gestoßen von Staatsanwaltschaft und Justiz, ist Christian Wulff zusammen mit seiner Frau am vorletzten Freitag abgetreten. Es steht die Frage der Korruption im Raum, einer Schulddimension, die auch das höchste Amt des Landes - zumindest in Deutschland - nicht mehr tragen konnte. In Italien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien würde Wulffs Amtsverständnis mit viel Verständnis und Wohlwollen aufgenommen werden. In diesen Ländern würde er eher als zu bescheidener Sonderling gelten, weil er gar nicht so viel Kapital aus seinem Amt geschlagen hat. Doch in Deutschland ist ein Mann, der nur durch seine Worte wirken kann, eben nicht mehr tragbar, wenn sich der Zuhörer nicht sicher ist, ob gerade ein Heuchler spricht - auch wenn ein unschuldiger Heuchler. Die Tatsache der Unschuldsvermutung gerät hierbei in den Hintergrund und das Thema des Ehrensolds - einer hohen Rente bis zum Tod - in den Vordergrund. In anderen EU-Ländern kassieren längst Verstorbene noch Jahrelang Renten und Pensionen. Und Sehende beziehen satte Zuwendungen von der Blindenhilfe. Wulff aber lebt, wollte noch gar keine Pension, und seine Brille hat er selber bezahlt. Dennoch musste er hinschmeißen und bangt wie der ein oder andere schon längst verstorbene Grieche nun um seine hohe Rente.
Bisher ein politischer Kempa Corner... kommen wir also zu sportlicheren Themen. Otto Rehagel wird Trainer in Berlin bei der Hertha. Der Mann ist 73 und traut sich nochmal an eine rumorende Fussballmannschaft heran, deren letzter Trainer nur 4 Wochen im Amt war. Während in Berlin schon der Rehakles getanzt wird, tanzt man in München gerade einen Drahtseilakt. Nein nicht am Viktualienmarkt, wo in diesen Tagen auch getanzt wird. Es läuft nicht beim FCB, der auf ein Champions League Finale in München zusteuert, zumindest ist es leider kein Finale, wo die Heimmannschaft automatisch ein Teilnahmerecht hat. Dies würde die Säbenerstraße schon jetzt zur trainingsfreien Zone erklären lassen. Nein in Realität sprechen Einige von Systemumstellung, Andere von Krise. Auch bei den FCB Handballern läuft es nicht, das ist aber nichts neues.
Ganz anders im Lager der Isi-Jugend. Dr. Werner Feichtlbauer macht hier seit Jahren als Jugendleiter einen super Job, mittlerweile kann er sich mit seiner geballten Erfahrung auch nach Eichenau eine Erstdiagnose erlauben. Die Isis aber heimsen einen Titel nach dem anderen ein: Ausgezeichnete Jugendarbeit vom Deutschen Handball Bund, Größte Jugendabteilung Ismanings, Bayerischer Meister 2012 der B-Mädels, Landesligameister der B2-Mädels, auch die beiden C-Jugenden sind im Finale der Bayerischen Meisterschaft - eine wirklich unglaubliche Bilanz schon jetzt vor Ende der Saison, übrigens dies seit Jahren! Und dennoch beschäftigt Dr. Feichtlbauer neben dem Budrio-Fieber auch noch andere Probleme in Ismaning. Wir können nur Dr. Werner Feichtlbauer empfehlen - er nimmt übrigens alle Kassen, theoretisch auch die, des Messdieners der katholischen Kirche. Ein Interna das durch eine "geschnappige Mitarbeiterin"zum Externa wurde und in der Presse mehr kaputt gemacht, wie informiert hat. Und was den angeblichen Ismaninger Schwarzbau betrifft, ist das betroffene Haus nun wieder frey und es darf weitergebaut werden.
Frei ist auch das Motto für den ein oder anderen in der Faschingszeit, dieses Jahr sogar Schäfflerzeit. Erst frei kleiden, dann frei betrinken und am Ende freimachen, dass sind die drei Frei's der Faschingszeit. Nun gut wenn da mal nichts schief geht, kommen doch aber auch immer wieder gerade zu Fasching viele neue Beziehungen heraus, die dann oft ein Leben lang halten. Die Faschingszeit ist eben narrenfrei, was nicht heißt, dass viele ihrer Protagonisten trotzdem keine Narren sind. Ein gewisses Risiko, was man manchmal erst nachher merkt. Auch am Sportlerball haben einige Gäste nachher ihren Kater bereut, obwohl das 2.Revival des früher berüchtigten TSV Sportlerballs ein voller Erfolg war und nun am Freitag vor Fasching zur festen Institution wachsen soll.
Feste Institutionen mit dem Sportlerball kommen, andere Bundesinstitutionen gehen. Auf was kann man sich da noch verlassen? Der Benzinpreis, jawohl! Dieser Tage greift er gerade wieder in ungedachte Höhen. Diesmal ist der Iran Schuld, der seine Pipelines in den Westen zugemacht hat. Hier gährt ein Konflikt wegen möglichen atomaren Waffenprogrammen. Doch atomare Waffenprogramme sieht sich auch manche Hanballerin ausgesetzt, wenn sie mal in der Männerkabine zu Gast ist. Was hier machmal in der Luft liegt, bräuchte eigentlich eine starke Gewerkschaft wie die, der Fluglotsen. Naja also doch können wir uns heutzutage auf fast nichts mehr verlassen. Schauen Sie, lieber Leser, verlassen können Sie sich auf die nächste Ausgabe des Kempa Corners, prakatisch ihre Konstante im sonst so tristen Faschingsleben. Wann... naja immer dann wenns was zu schreiben gibt! Es tritt ja nicht jeden Tag ein Bundespräsident ab.
In diesem Sinne, Servus Christian! Falls du nen Job brauchst, die Handballer suchen einen Mitarbeiter für die Geschäftsstelle. Bewirb dich doch...