Liebe Fans der männlichen C-Jugend, gerade weil mir euere Mannschaft am Herzen liegt und gerade weil ich das Spiel am Sonntag Mittag live gesehen habe, möchte ich mir 5 Sätze zur Aufklärung erlauben. Leider kann ich den Datensatz eueres Berichts nicht ändern, sonst hätte ich den Kommentar unten dran gehängt. Die Disqualifikation (rote Karte) für Bernhard Wittmann war unglücklich, denn sicher wollte Berni dieses Foul nicht begehen, da er immer ein fairer Sportsmann ist. Auch ist es richtig, dass natürlich seine Abwehrorganisation und seine Torgefährlichkeit der schon eh ersatzgeschwächten Mannschaft gefehlt haben, aber lieber Eltern: Diese rote Karte war zu 100% - aus Ismaninger Sicht "leider" - berechtigt! Mich haben schon auf der Tribüne die Kommentare zu dieser Entscheidung, wie auch zu weiteren folgenden sehr gestört. Der junge Schiedsrichter aus Grafing hat im ganzen Spiel keinen einzigen großen Fehler gemacht, in der Progression (Verteilung der Strafen) sowie im technischen Bereich (Schritte, Stürmerfoul, 7m, passives Spiel) eine einwandfreie Leistung gebracht. Sein Spielverständnis hat viele Vorteilssituationen zugelassen und er hat dadurch das Spiel definitiv positiv geprägt. Klasse! Ich verstehe natürlich den Frust über das verloren gegangene Spiel und sicherlich gehören auch Emotionen zum Spiel hinzu, jedoch hier faire Emotionen und keine unsportlichen, so wie ich sie auf der Tribüne gegen den jungen Unparteiischen gehört habe. Im Bericht dann von einer zu harten roten Karte zu schreiben, verdreht ganz einfach die Tatsachen, denn auch wenn es ungewollt und unglücklich war, frage ich mich dann: Wann soll es dann noch zu einer roten Karte kommen, wenn sie bei einem Griff mit beiden Händen von der Seite in den Wurfarm, des sich in der Luft befindlichen Spielers während eines Wurfversuchs nicht berechtigt ausgesprochen wird? Generell ist während des Wurfversuchs jeder Muskel im Arm und der Schulter voll angespannt. In dieser Phase dann von der Seite oder von hinten einen Widerstand in Form eines Haltens oder Schlagens auf den Arm zu verspüren, kann zu furchtbaren Verletzungen des gesamten Schulterbereichs führen. Gerne kann ich bei Interesse Videoszenen mit folgenden medizinischen Diagnosen zur Verfügung stellen. Ebenfalls nebenbei möchte ich erwähnen, dass eine, wie ebenfalls im Bericht steht, "Tätlichkeit" einen Auschluss rechtfertigt und schon mehr als eine rote Karte wäre. Beim Foul vom Sonntag handelt es sich "lediglich" um eine grob gesundheitsgefährdende Aktion, die berechtigt mit einer Disqualifikation geahndet wurde. Eine Tätlichkeit wäre zB das erfolgreiche Anspucken des Gegenspielers. Ich wünsche den C-Jungs viel Erfolg beim Kampf um die Landesligameisterschaft. Es sind bisher schöne Spiele der Jungs gewesen. Kopf hoch an Berni, wie gesagt war es einfach unglücklich und nicht gewollt, aber auch das passiert mal einem fairen Sportsmann! Viele Grüße, Alexander Novakovic SR Wart TSV Ismaning, Schiedsrichter der Handball Regionalliga Bei Interesse der zugehörige offizielle Regeltext (Auszug): 16:6 Eine Disqualifikation ist auszusprechen bei: c) Regelwidrigkeiten, welche die Gesundheit des Gegenspielers gefährden (8:5). 16:8 Die Disqualifikation eines Spielers oder eines Mannschaftsoffiziellen gilt immer für den Rest der Spielzeit. Der Spieler oder Offizielle muss die Spielfläche und den Auswechselraum sofort verlassen. Nach dem Verlassen der Spielfläche und des Auswechselraums darf der Spieler oder Offizielle in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben. Die Disqualifikation eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen während der Spielzeit, auf oder außerhalb der Spielfläche, ist immer mit einer Hinausstellung für die Mannschaft verbunden. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Spieler der Mannschaft auf der Spielfläche um einen Spieler verringert wird. Es ist der Mannschaft jedoch erlaubt, die Zahl der Spieler auf der Spielfläche nach Ablauf der Hinausstellung wieder zu ergänzen. Eine Disqualifikation gilt im Prinzip nur für den Rest des Spiels, in dem sie verhängt wurde. Sie wird als eine Entscheidung der Schiedsrichter auf Grund ihrer Beobachtung von Tatsachen erachtet. 16:9 Ein Ausschluss ist auszusprechen bei: Tätlichkeit eines Spielers während der Spielzeit, auch außerhalb der Spielfläche. 16:11 Der Ausschluss gilt immer für den Rest der Spielzeit, und die Mannschaft muss auf der Spielfläche mit einem Spieler weniger spielen. Der ausgeschlossene Spieler darf nicht ersetzt werden und muss die Spielfläche sowie den Auswechselraum sofort verlassen. Nach dem Verlassen der Spielfläche und des Auswechselraums darf der Spieler in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben. Ein Ausschluss muss von den Schiedsrichtern für die zuständigen Instanzen im Spielprotokoll dargelegt werden