Gar nicht so einfach - mit einem neuen Team nach fünf Ferientrainingseinheiten und ohne gemeinsame Spielerfahrung auf ein Landesliga-Qualifikationsturnier zu fahren und dort weiterzukommen.
Das Ziel ist mit der Mannschaft besprochen, abgestimmt und klar:
Landesliga. Vor dem Weiterkommen stehen vier gegnerische Teams:
Burlafingen, Aichach, Friedberg-Kissing und Ottobeuren.
Bis auf Ottobeuren sind das für den neuen Trainer Manfred Bamberger fast unbekannte Größen - genauso wie die eigene Mannschaft.
Burlafingen ist auf dem Papier ein starkes Team. Entsprechend groß sind die Bedenken vor dem Anpfiff. In der Vorbesprechung wird nochmal alles
diskutiert: Konsequente Abwehr, schnelle Angriffe nach vorne, Mut zum Risiko. Und fast alles klappt. Tamy hat einen Lauf und erledigt den Job mit 10 Toren beinahe alleine. Die Abwehr - 3:2:1 zu Beginn - steht. Und über 6:1 und 7:2 kommt es zum Halbzeitergebnis von 11:6. Auch im zweiten Abschnitt geht es so weiter - keine Probleme. Der Endstand von
24:15 ist berechtigt.
Die Aichacher Trainerin steht lange beim Ismaninger Coach. Es wird fachgesimpelt. Sie geht zu ihrer Mannschaft mit den Worten: Jetzt werdet ihr uns zerlegen. Pustekuchen. Ein alter Fehler, gerne und trotz jahrelanger Erfahrung immer gern gemacht, prägt das kommende Spiel:
Unterschätzung der Gegner. Das Herz noch voll vom Sieg gegen Burlafingen nimmt die Mannschaft inklusive Trainer Aichach nicht ernst.
Zusätzlich bestätigen sich Eindrücke aus dem Training. Die Fitness ist ein Problem. In dieser Kombination finden nur wenige Würfe, egal von welcher Position, ihr Ziel. Ein Lichtblick ist Lisa Felsner, die beherzt und mutig die Initiative ergreift und schöne Rückraumtore erzielt. In Summe reicht es aber nicht - während die Würfe von Aichach immer wieder in die Ecken gehen, treffen die Mädels nur die gegnerische Torhüterin. Auch die Siebenmeterstatistik spricht für Müdigkeit:
Ismaning 0, Aichach 6. Das Endergebnis von 13:18 für Aichach geht so komplett in Ordnung.
Friedberg-Kissing hat Aichach klar geschlagen, der nächste Gegner, obwohl im Final Five noch gegen Ismaning unterlegen, ist damit Favorit.
Nun geht es aber konzentriert zur Sache. Und obwohl Friedberg-Kissing mit Systemhandball und Spielzügen immer wieder gefährlich ist, halten die Mädels engagiert mit. Bis zum Halbzeitstand von 8:6 gegen den TSV ist alles offen. Irgendwie gelingt es Friedberg-Kissing jedoch, sich in der zweiten Halbzeit etwas abzusetzen. Von 8:6 auf 12:8 - bei der kurzen Spielzeit ist das eigentlich die Vorentscheidung. Mit einigem Probieren stabilisieren Team und Trainer aber die Abwehr und Ismaning kommt zurück. Nach 13:11 steht es Sekunden vor Schluss 14:13 und Dilara, die bereits eine Reihe schöner Tore erzielte, bekommt frei am Kreis den Ball. Sie springt ab und wirft und ein engagierter Stoß in den Rücken lässt sie den Ball verziehen. Die Schiedsrichterin hebt die Pfeife an den Mund, aber verzichtet dann doch auf den fälligen Siebenmeter. So geht es, wenn man vorher zu viele Gelegenheiten liegen lässt. Wir wissen aber - in normaler Spielzeit hätten wir nicht verloren. Und wir beherrschen auch die Quali-Mathematik und haben schon lang ausgerechnet, dass ein Sieg von Aichach oder Friedberg-Kissing gegen Burlafingen uns das Weiterkommen sichert. So kommt es auch, Aichach schlägt die Burlafinger, wir sind durch.
Das Spiel gegen Ottobeuren muss zwar gewonnen werden, aber die Einschätzung von Trainer Bamberger bewahrheitet sich - die Allgäuer sind zum Sammeln von Erfahrungen hier. Das Spiel Oberbayern gegen Allgäu wird zur Lehrstunde für Ottobeuren. Nun kann das Team wieder auf 3:2:1 umstellen und Ballgewinne erzwingen. Das gelingt und schnell steht es 9:2 für Ismaning, zur Pause 11:4. Die zweite Halbzeit endet genauso, der Spielstand zum Ende lautet 23:8. Die verletzt mitgereisten Luisa und Sara bitten, dass alle Spielerinnen ein Tor erzielen sollen und mit einer grünen Karte kurz vor Ende erfolgen die entscheidenden
Hinweise: Alle spielen für Eine. Und es gelingt, die Scorerliste ist komplett, ein schöner Erfolg für den Teamgeist.
In der Zusammenschau ist das Ziel "Weiterkommen" erreicht, von "glanzvoll" hat niemand gesprochen.
Die Voraussetzungen waren schwierig, ein neuer Trainer, kaum Training, Vorbelastung für Leistungsträgerinnen aus dem Qualifikationsturnier am Tag vorher und nun wartet STEP TWO , in knapp zwei Wochen geht es weiter. ISIS GO - for Landesliga!