Landesliga - läuft bei uns

Von Manfred Bamberger am 09.05.2016 in Allgemein, Archiv

Die Fahrt nach Erlstätt an einem frühlingshaften Samstagmorgen, vorbei am Chiemsee, mitten durch das idyllische Oberbayern, das ist ein Erlebnis. Da kommen Gefühle auf. Frohgemut – hätte man früher gesagt. Nun ist die bevorstehende Landesligaqualifikation kein Selbstläufer und darum dämpft das ein bisschen die gute Laune. Die Mannschaft hat zunächst nur zwei Auswechselspieler, schon beim Aufwärmen verletzt sich Maria Koller und nun bleibt Amina Omerovic auf der Bank. Sie gibt nach monatelanger Verletzungspause und wenigen Trainingseinheiten ihr Comeback. Ordentlich, übrigens. In der Kabinenrunde zum Start ins Turnier sprechen die Trainer von einer Wundertüte. Der Tag ist wie eine Wundertüte. Die Spielerinnen überlegen. Was meinen die damit? Bei einer Wundertüte kann man nicht vorhersehen, was rauskommt. Das Ergebnis des Quali-Tages kann die Mannschaft im Gegensatz dazu aber beeinflussen. Durch Fokus, Siegeswillen, Leidenschaft, Kampfgeist. Da ist es wieder: wir wollen jedes Spiel gewinnen.wir_wollen_jedes_spiel_gewinnen_wA2
Erlstätt heißt der erste Gegner. Ein Team, das überregional bisher nicht in Erscheinung getreten ist, die erste Runde in der ÜBOL-Qualifikation aber souverän gestaltet hat und in die LL-Quali aufgestiegen ist. Die starten gut ins Spiel, führen 2:0 und 4:2, so lange dauert es eben, bis die Isis sich an den Gegner gewöhnt haben. Die Abwehr stabilisiert sich und Ismaning kommt. Sehenswerte Aktionen von Sara führen schnell zum Unentschieden, einem kurzen Hin und her bis zum 6:6 und dann setzt sich die große Erfahrung von Lulu, Manu, Sophia und Sara einfach durch. In der Halbzeit steht es 7:11. Fünf Minuten Pause, in denen wir uns bestätigen, was in der zweiten Hälfte zu tun ist: Spannung hochhalten, Tempo hochhalten. Aus dem Rückraum werfen. Ismaning hat Anwurf und stellt auf 7:12, dann 8:14. Nun reißt der Faden, Erlstätt kann mit einem 4:0 Lauf auf 12:14 herankommen. Der Trainer legt die grüne Karte, um den Spielfluss der Gegner zu stoppen und die eigenen Spielerinnen an ihr Können (und Sollen) zu erinnern. Das gelingt. Ismaning hält nun mit einer eigenen 5:0 Serie dagegen und geht mit 12:19 in Führung. Einen Ehrentreffer bekommen die tapfer kämpfenden Erlstätter noch zugestanden, das Spiel endet 13:19 für die Isis. Ein wichtiger Sieg und ein gelungener Start ins Turnier. Sophia verwandelt dabei fünf Siebenmeter zuverlässig wie ein Uhrwerk.
Der Spielplan eines Viererturniers enthält Tücken – zwei Mannschaften müssen zweimal nacheinander spielen. Glücklicherweise ist Ismaning davon nicht betroffen – aber der nächste Gegner, PSV München. Bekannt aus der vergangenen Saison. PSV hat immer viele Tore gegen die Isis erzielt, ebenso aber noch mehr bekommen. Damit rechnen nun auch die Trainer – die Abwehr würde entscheiden. Genauso wie die Isis haben die Postler wenig Auswechselspielerinnen, um genau zu sein, gar keine. Hier ist also ein kleiner Vorteil auf der Seite der Ismaninger. Nach dem Anpfiff zeigen sie gleich, wer das Sagen hat und gehen mit 4:2 in Front. Wieder zeigt Sara, was sie aus dem Rückraum kann. Und in diesem Spiel gelingt auch Neuzugang Leni vieles vom Kreis und Einiges von außen. In der Halbzeit steht es 10:7, und obwohl PSV nochmal auf 10:9 verkürzen kann, zieht Ismaning unwiderstehlich davon, 13:9, dann 17:12, Endstand 22:14. Sophia Dölger ist beteiligt am Torreigen mit einer Reihe von sehenswerten Gegenstößen. Sophia und Manu finden in diesem Spiel immer wieder Lulu am Kreis. Und die ist kaum zu stoppen. PSV muss man ein Kompliment machen, sie haben sich lange Zeit am Spiel beteiligt, müssen am Ende aber dem Kräfteverschleiß und den guten Ismaningern nachgeben.
Mit dem Erfolg ist ein wichtiger Schritt getan in Richtung Weiterkommen oder gar zum heimlich erwarteten Turniersieg. Das nächste Spiel konnte die Entscheidung – auch ohne Ismaninger Beteiligung - schon bringen. Ein Sieg von Erlstätt würde Platz eins bedeuten, ein Sieg der HSG hätte Ergebnisrechnerei zur Folge: ein Sieg von Isar-Mitte gegen Ismaning im letzten Spiel mit mehr als sechs Toren Unterschied würde Platz zwei für die Isis bedeuten. Erlstätt tut uns den Gefallen und schlägt HSG Isar-Mitte, der Turniersieg ist somit sicher und das letzte Spiel bedeutungslos. Das ist auch gut so, Sara kann kaum mehr gehen, Lulu wird traditionell hart genommen und ist müde, auch die anderen sind erschöpft. Ob die vergangene Nacht auch damit zu tun hat?
Nun gut, das Spiel soll gespielt werden und da gibt es ja auch noch die Devise „wir wollen jedes Spiel gewinnen“. Die Mädels kommen aber gar nicht zurecht mit den Sperren der Kreisspielerinnen des Gegners, stehen defensiv auf sieben Metern und suchen nicht den Kontakt. HSG nutzt das aus, und geht nach ausgeglichenem Start mit 6:8 und 7:9 in Führung. Von da an läuft es bergauf für Isar-Mitte und bergab für Ismaning. Ihr kennt das: wenn man kein Glück hat, kommt Pech dazu. Ungenaue Abschlüsse, falsche Entscheidungen, darunter auch die ein oder andere des Unparteiischen und die Isis liegen zur Halbzeit mit fünf Toren hinten, 9:14. Wir stellen die Abwehr auf 6:0 um, das ist erfolgreich. Und wir wollen immer noch gewinnen. Es gibt eine Spielerin, die auch in den aussichtslosesten Situationen sagt: „wir gewinnen“ – Sophia. Sie und Manu gehen nun in den letzten zwanzig Minuten in beeindruckender Manier voran. Manu mit vier und Sophia mit sechs erzielen fast die Hälfte aller Tore. Sie kämpfen leidenschaftlich um jeden Ball, und wie Manu gegen vier HSGler den Ball zurückerobert, das ist wirklich sehenswert. Es reicht leider nicht zum Sieg, Endstand 22:25. Isar-Mitte ist stolz, gegen die Isis gewonnen zu haben und trauert den ersten Spielen nach. Wir sind durch, haben den Turniersieg in der Tasche und sind mehr als zufrieden.
Giuli (mit sehenswerten Szenen im Tor), Sara (17/1), Sophia D. (9), Sophia (17/7), Maria, Manu (6), Amina, Lulu (8), Leni (6)
wA3_ Turniersieger_in_Schwabmünchen


Fazit: nach dem Hin und Her mit dem BHV das beste Ergebnis, das wir erzielen konnten. Besser als in der dritten Runde Anfang Juni anzutreten. Unerwartet, aber erhofft. Ein Riesenkompliment an alle Spielerinnen, sie sind an ihre Grenzen gegangen. Sie haben leidenschaftlich gekämpft und sich in jedem Spiel richtig reingehängt. Siegeswillen, Leidenschaft und Kampfgeist – siehe Kabinenansprache. Was sie am Samstag geleistet haben, ist außergewöhnlich. Die versprochene Erfolgsprämie ist darum bereits geliefert: Trainingspause bis Anfang Juni.                                   


Wir freuen uns auf die Landesliga 2016/2017

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