Bereits das Hinspiel in der Hölle Süd war nichts für schwache Nerven. Kannte man doch erst in den letzten Minuten durch einen 7:0 Lauf und eine gnadenlos offensive Deckung das Spiel noch entscheidend drehen.
Und auch an diesem Samstag kam es gerade in der Schlussphase zu nervenaufreibenden Szenen.
Doch von Anfang an:
Die Bedeutung diese Spiels war den Männern von Tom Eck durchaus bewusst. Und wollte man die weiße Weste aus diesem Jahr behalten und somit einzige ungeschlagenen Mannschaft im Jahr 2017 bleiben war eine ähnlich konsequente Leistung wie die vergangenen Wochen notwendig um die Drittliga-Reserve aus dem Nachbarlandkreis schlagen zu können.
Dennoch standen die Vorzeichen alles andere als günstig. Unter der Woche konnte aufgrund diverser angeschlagener Spieler und Erkrankungen nur sehr eingeschränkt trainiert werden. Das sollte jedoch nicht als Ausrede gelten und so bissen auch die Spieler, die nicht zu 100% fit waren auf die Zähne um ihrer Mannschaft zu helfen.
Verhaltener Start und zu wenig Tempo
Trotz aller Vorsätze begann die Partie anders als gewünscht. Nicht das in der ganzen Liga gefürchtete Tempospiel der Isis bekamen die Zahlreichen Zuschauer in der Wittelsbacher-Halle zu sehen sondern vielmehr statischen Handball ohne große Dynamik und Querbewegung. Zudem zeigten die gelb-schwarzen eine ungewohnt hohe Quote an technischen Fehlern.
„Glücklicherweise konnten wir uns trotzdem immer wieder in 1:1-Situationen durchsetzen und das Spiel offen gestalten.“, resümiert Eck direkt nach dem Spiel.
Und auch die Defensive lies den gewohnten Biss etwas vermissen. Abwehrchef Jan Geserer zeigte sich entsprechend unzufrieden: „wir haben es nicht geschafft die großen Kreuzungen des Brucker Rückraums effektiv zu unterbinden. Im letzten Moment haben wir dann immer wieder die nötige Konsequenz vermissen lassen. Das hätten wir besser lösen können!“
Und so ging man mit einem 14:13 Rückstand in die Kabinen.
Entscheidung bei 59:59!!!
Im Zweiten Durchgang ein ähnlich zerfahrenes Bild auf beiden Seiten. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen.
Und auch wenn das Team um Motor Luke Donaubauer in den letzten 15 Minuten durchaus hätte entscheidend absetzen können, stand man sich selbst im weg.
Und so kam es, wie es kommen musste: 20 Sekunden vor dem Ende schaffte Markus Neubauer den umjubelten 26:26 Ausgleich. Jetzt noch einmal alles gegen die Brucker Angriffsreihe werfen und den einen Punkt sichern! Doch anders als erwartet, suchte diese nicht den Abschluss über einen ihrer starken Rückraumspieler sondern versuchten ein riskantes Kreisanspiel.
Dann ging alles ganz schnell: Yannick Teschner fängt den Ball ab, Ismaning stürmt mit Mann und Maus in Richtung Tor des TuS FFB und in buchstäblich letzter Sekunde netzt Fabi Stoiber den Ball zum 27. Treffer im gegnerischen Gehäuse ein.
Der Rest ist grenzenloser Jubel!
Eine große Traube gelb gekleideter Spieler liegt sich in den Armen, jubelt und skandiert „AUSWÄRTSSIEG!“
Und genau das zeichnet diese Mannschaft in den letzten Monaten aus: Hätte wohl kaum einer der Zuschauer in den letzten Minuten noch auf einen doppelten Punktgewinn der Isis setzen wollen, so hat sich die Mannschaft erneut über absoluten Willen und den gemeinsamen Kampf selbst die Chance gegeben, auch dieses Spiel zu gewinnen!
Die Wochen der Entscheidung gehen weiter!
Bevor man zum nächsten Spitzenspiel am 01. April zum TSV Allach 09 reist hat man am kommenden Samstag mit der SG Süd/Blumenau zwar den aktuell Tabellenletzten zu Gast. Wie schwer man sich mit dieser Mannschaft tut, musste man sich allerdings im Hinspiel eingestehen. Nur mit einem Kraftakt in Halbzeit zwei konnte man die Punkte aus Sendling mitnehmen.
Es gilt also wieder die volle Konzentration auf die anstehende Aufgabe zu richten, will man den Platz an der Sonne der Landesliga Süd behalten.
Anwurf ist wie gewohnt um am Samstag um 19:30 in der Hölle Süd!
Aufstellung (Tore / davon 7m)
Murgg, Deimel (beide Tor)
Rolka, Donaubauer (4), Prottung, Langer (3), Pohl (1), Bamberger, Dietrich, Teschner (5), Lauer (2), Geserer (5/5), Neubauer (4), F. Stoiber (3)