48 Minuten waren in der Realschulturnhalle gespielt, da gab es spontanen Applaus. Nicht etwa für den souveränen Tabellenführer Allensbach, der sich auch in Ismaning keine Blöße gab und seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellte, sondern für das Heimteam. Denn dass kämpfte - obwohl deutlich unterlegen - bis zum Schluss. Drei Minuten lang gelang es dem übermächtigen Gegner kein Treffer zu erlauben, gerade so schaffte es immer noch eine TSV-Abwehrspielerin vor die Angreiferin zu kommen und den Wurf zu verhindern - und das honorierte das Publikum.
Die Moral also stimmte beim Aufsteiger, die Unterstützung vom Publikum auch - als
hätten es die TSV-Damen gewusst, gab es vor dem Spiel Süßes für die Fans. Vom Gegner gab es dagegen keine Gastgeschenke, der ließ vom Anwurf weg keine Zweifel aufkommen, wer das bessere Team ist. Druckvoll und ideenreich im Angriff, aggressiv aber nicht unfair in der Abwehr. Die Isis bekamen Anschauungsunterricht in Sachen sehenswerten, erfolgreichen Angriff. In dieser Form wird Allensbach die Meisterschaft nur schwer zu nehmen sein.
Wie stark das Team vom Bodensee besetzt ist, zeigte sich nach dem frühen verletzungsbedingten Ausscheiden von Top-Torschützin Erika Lukoseviciute, die sich bei einer Abwehraktion am Fuß verletzte. Für sie sprang Neuzugang Desire Kolasinac, in der letzten Spielzeit noch Torschützenkönigin in der Oberliga Baden-Württemberg, mit zehn Treffern in die Bresche.
Auch die Isis mussten einen frühen Ausfall verkraften: Vera Laipple fiel unglücklich auf den Kopf, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus, hinter einem Einsatz am kommenden Sonntag in Waiblingen steht noch ein Fragezeichen.
Auch wenn Ismaning auf verlorenen Posten stand, kämpfte die Mannschaft nicht nur bis zum Schluss, sondern zeigte auch immer wieder gute Ansätze, die Hoffnungen machen für die Spiele gegen Mannschaften, die nicht ganz so stark sind wie der Spitzenreiter. So gelangen zum Beispiel der jungen Kreisläuferin Lisa Frank nach sehenswerten Anspielen ihre ersten beiden Drittliga-Treffer. Damit haben sich mittlerweile alle Feldspielerinnen bis auf die verletzte Tanja Grosser in die Torschützenlisten eintragen können.
Zwar steht der TSV nach wie vor auf den vorletzten und damit auf einem Abstiegs-Platz, trotzdem war so etwas wie Aufbruchstimmung zu spüren. Die Handschrift des Interims-Trainer-Trios war zu sehen und bei 21 ausstehenden Spielen, bleibt noch genügend Zeit, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu sammeln. Momentan haben die Isis nur zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer.
Am kommenden Spieltag wartet aber erneut eine schwere Aufgabe auf den Liga-Neuling: In Waiblingen trifft man auf ein Team, das mit 6:2 Zählern erfolgreich in die Saison gestartet ist und zu den Anwärtern auf einen vorderen Tabellenplatz zählt. Spielbeginn in der Rundsporthalle Waiblingen ist am Sonntag um 17 Uhr.
Für den TSV spielten und trafen:
Nessler, Chioato - Tischler, Pramberger, Brehm 1, Frank 2, Edlbauer 2, Keczko 1, Königsmann 2, Schweinsteiger 7/1, Laipple 1, Schmid 3, Hascher 1.
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Bilder von Beate Königsmann