Nach einem Vierteljahr in Südafrika ist Leonie Schweinsteiger wieder zu Hause angekommen. Zum Abschluss ihres Volontäraufenthalts hat sie ein Handballturnier mit rund 80 Kindern auf die Beine gestellt. Für die Studentin ein voller Erfolg. Ihr Ziel war es, Gutes zu tun, Handball den Menschen dort nahe zu bringen, wo er zuvor nahezu unbekannt war. Und allen voran wollte sie Kindern, sowie körperlich- und geistig Behinderten dabei helfen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihnen Werte vermitteln. Deswegen hat sich Leonie Schweinsteiger im Juli auf den Weg ins über 9000 Kilometer entfernte Südafrika begeben in eine für sie damals fremde Welt. Eine Welt, die sie in den knapp vier Monaten dort lieben gelernt hat.
Jetzt ist diese Zeit zu Ende gegangen – mit einem letzten Höhepunkt. Die 19-jährige hat für Schülerinnen und Schüler der „Laersschool“ und der „Bontebok-Primary-School“ ein gemeinsames Handballturnier organisiert. Insgesamt sechs Teams spielten an jenem Tag, dem 1. November, gegeneinander, für die Kinder eine tolle Alternative zu Cricket oder Rugby. „Ich bin richtig glücklich“, strahlt die junge Frau. „Für mich ist das die Bestätigung, dass unser Engagement von Play Handball ZA sinnvoll ist und wir auch in kurzer Zeit etwas erreichen können.“
Sachspenden des TuS Fürstenfeldbruck, des SV-DJK Taufkirchen, des Bayerischen Handballverbandes sowie dem Hummel-Onlineshop machten es möglich, die Mannschaften mit Trikots auszustatten, sowie diesen ein paar Bälle und sonstige Handballutensilien zu überlassen.
Ungewöhnlich, aber nicht unmöglich war die Tatsache, dass die Kinder aus dem Township Railton gegen die aus dem etwas wohlhabenderen Swellendam angetreten sind. „Das kommt in der Regel nicht vor, wurde jedoch sehr positiv von beiden Seiten aufgenommen, wenngleich während der teilweise recht spannenden Spiele einige der Zuschauer mit sehr viel Emotionen dabei waren“, erklärt die Rückraumspielerin des TSV Ismaning. „So, wie in bayrischen Handballhallen eben auch manchmal die Wortwahl nicht unbedingt dem Duden entspringt.“
Die Partien selbst waren ausgeglichen, einzelne Spieler konnten durch sehr talentiertes agieren auf sich aufmerksam machen. „Wobei insgesamt zu erkennen war, dass sich der Fokus auf Teamleistung anstatt auf Einzelaktionen gerichtet hat“ erklärt die Studentin. „Überraschend ist aus spielerischer Sicht gewesen, dass die Teams im Grunde bereits in der Lage waren einen engagierten und auch technisch recht ordentlichen Handball zu spielen.“
Den ersten Platz sicherte sich Swellendam, knapp vor den Schülern der Bontebok-Schule des Townships Railton, die die Plätze 2 und 3 belegten.
Für Leonie Schweinsteiger ist es nun, nach dem Ende ihrer Tätigkeit, besonders wichtig, dass ihre Arbeit in Swellendam und Railton fortgesetzt wird. „Die Initialzündung ist gekommen. Jetzt müssten in enger Zusammenarbeit zwischen der lokalen Organisation CAP und Play Handball ZA die Voraussetzungen geschaffen werden, dass das Ziel der Integration der Jugendlichen durch Sport in ein Wertesystem auch tatsächlich mit nachhaltigem Erfolg vorangetrieben werden kann.“
Die Zeit in Südafrika hat sie zweifelsohne geprägt. Hürden waren zu überwinden, nicht immer lief alles von Beginn an reibungslos. Festzuhalten und ganz dick zu unterstreichen aber ist, dass sich Ehrgeiz, Wille und Einsatz gelohnt haben. Für alle Beteiligten. Genau deswegen kann es Leonie Schweinsteiger nun genießen, wieder daheim zu sein. Und auch der TSV Ismaning heißt sie herzlich willkommen zurück.