
Keine Punkte, keine Halle, kein Trainer - am Montagabend standen die Damen des TSV Ismaning vor einem Scherbenhaufen. Nach Querelen mit der Abteilungsleitung hatte Claus Lohmann dem Team seinen Rücktritt mitgeteilt - 48 Stunden nachdem man im Derby gegen Haunstetten beim 15:28 chancenlos war. Obendrein drohte den Isis aufgrund des Feiertags am Mittwoch eine Woche mit nur einer Trainingseinheit. Doch so schnell wollte man beim Aufsteiger nicht klein bei geben, nach Lohmanns etwas überraschenden Abschied trainierte das Team in Eigenregie im Konditionsbereich und kurzerhand konnte von der Abteilungsleitung eine weitere Hallenzeit am Freitag zur Verfügung gestellt werden. So ist man bei den Isis wieder zuversichtlich, im vierten Anlauf die ersten Punkte der neuen Spielzeit einzufahren.
Am Sonntag reist man zur Zweitligareserve des TV Nellingen, ein Team, mit dem man sich vor Rundenbeginn auf Augenhöhe sah - die Gastgeberinnen profitierten ähnlich wie der TSV vom Verzicht einer vor ihnen platzierten Mannschaft und bekamen so das Aufstiegsrecht zugesprochen, auch wenn es sportlich in der Baden-Württemberg-Liga "nur" zu Platz Drei gereicht hat. Doch anders als die Ismaningerinnen konnte der TV in dieser Saison schon punkten, am letzten Spieltag gab es einen 36:32-Auswärtserfolg beim Liga-Schlusslicht aus Albstadt.
Positive Energie schöpfen die Isis auch aus einem Blick auf die Tabelle: Wirklich sattelfest präsentierte sich die Nellinger Abwehr bisher noch nicht, im Schnitt über 31 Gegentore - da sollte doch endlich auch mal in der Ismaninger Offensive der Knoten platzen - obendrein können die Isis erstmals in dieser Spielzeit aus dem Vollen schöpfen, Antje Nessler ist aus dem Urlaub zurück, Conny Schmid wird am Samstagabend aus San Francisco zurück erwartet. Und so hat sich die Mannschaft, die sich momentan auf dem vorletzten Taballenplatz der dritten Liga Süd wieder findet, viel vorgenommen: Die Zeit der Ausreden ist vorbei, jede Spielerin hat noch einmal betont, dass dem großen Ziel Klassenerhalt, alles unter geordnet werden soll.
Bekannteste Spielerin aus bayerischer Sicht bei den Gastgeberinnen ist Torhüterin Stephanie Brandl, zuletzt beim Liga-Kontrahenten Regensburg unter Vertrag. Sie ist auch im Nellinger Zweitligateam, den Schwaben Hornets, spielberechtigt. Da dieses aber bereits am Samstag spielt, ist mit ihrem Einsatz am Sonntag zu rechnen. Für eine Ismaningerin ist es ein ganz besonderes Spiel, Vera Laipple spielte bis zu ihrem studienbedingten Umzug im vergangenen Herbst für Nellingen und ist dementsprechend motiviert: "Wenn wir verlieren, kann ich mich nicht mehr zu Hause blicken lassen!". Spielbeginn in der Sporthalle 1 in Ostfildern ist am Sonntag um 17 Uhr.