Serie gerissen: Damen 1 ausgerechnet im Spitzenspiel ausgebremst
Nach elf ungeschlagenen Spielen in Folge haben sich die Handballerinnen des TSV Ismaning beim HSV Bergtheim mit 23:27 geschlagen geben müssen. Damit verdrängte der HSV die „Isis“ vorerst wieder von Platz 1 der Bayernliga.
Es war die große Chance, den Verfolger auf drei Punkte in der Tabelle zu distanzieren. Die Gelegenheit, einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft zu machen. Vertan. Im Kampf an der Tabellenspitze ist zwar nach wie vor alles drin für die „Isis“, jetzt aber hat Bergtheim wieder Lunte gerochen. HSV-Trainer Stephan Dinkel wusste: „Wenn Ismaning Meister werden sollte, haben wir sie wenigstens geschlagen. Wir wollen selbst Meister werden, aber es wird schwer.“
Immerhin hat sich Ismaning zum Ende der Partie nochmals zusammen gerissen, was für den Kampfgeist spricht. Allerdings zu spät. Als der TSV mit 13:23 zurücklag (42. Minute) drohte gar ein Debakel. „Ich habe gesagt, dass wir mit Mut und Spaß spielen müssen“, analysierte Trainerin Aniko Keczkone. „Aber das konnten wir nur die letzten 15 Minuten umsetzen.“
Fehlende Konzentration, Ballverluste die zu direkten Gegentoren führten – die „Isis“ machten sich das Leben selbst schwer. Bergtheim nutzte dies gnadenlos aus, der HSV war sich der Bedeutung dieser Partie bewusst – von der ersten Sekunde an. Ismaning musste schnell einem Rückstand hinterher laufen, Mitte der ersten Hälfte lag das Keczkone-Team bereits 3:9 hinten (13. Minute). Daran änderte sich auch bis zur Pause nichts mehr, mit 11:17 ging es in die Kabine. „Wenn wir clever zu Werke gehen haben wir hier eine Chance, aber nicht mit so einer ersten Halbzeit“, wusste Aniko Keczkone. Für ihren Trainerkollegen Dinkel war ebenso klar: „Wir haben den Grundstein für den Erfolg in den ersten 30 Minuten gelegt. Aber mir war bewusst, dass wir dieses Niveau gegen Ismaning nicht über die volle Distanz halten können.“
Wenngleich es eben auch in der 2. Hälfte zunächst ganz und gar nicht danach aussah, als würde der TSV überhaupt nochmal am Spiel teilhaben können. Nach dem Zehn-Tore-Rückstand ging endlich ein Ruck durch die Mannschaft. Zehn Minuten vor dem Ende hatten sich die „Isis“ auf 19:25 herangekämpft. Aniko Keczkone nahm eine Auszeit – und tatsächlich war der TSV kurz vor Schluss noch auf 23:26 rangekommen (58. Minute). Zu mehr reichte es aber doch nicht mehr und das 23:27 besiegelte Ismanings erste Bayernliga-Pleite seit dem 21. September. „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Wenn das Spiel fünf Minuten länger gedauert hätte wäre vielleicht noch was möglich gewesen, aber ein Handballspiel ist halt nach 60 Minuten vorbei“, so Keczkone. „Wir haben gesehen, dass die Chance da ist, aber zu spät. Immerhin haben wir nochmal alles versucht.“
Jetzt müssen die „Isis“ ihre Wunden lecken und die richtige Reaktion folgen lassen, denn noch ist alles drin im Kampf um die Bayernliga-Meisterschaft.
Für den TSV Ismaning spielten und trafen:
Elisabeth Gschwendtner, Magdalena Frey (beide im Tor), Rosi Hascher (7/6), Steffi Oberhuber (5), Amelie Bayerl (3), Helena Lorenz (3), Franzi Lang (2), Andrea Keczko (2/2), Sophie Pramberger (1), Kathi Tischler, Lisa Frank, Melanie Leitl, Kirsten Walter, Isabel Dulias