Im ersten Punktspiel nach knapp 1 ½ Jahren kann sich unsere weibliche C-Jugend deutlich mit 26:14 (11:4) gegen den HC Forchheim durchsetzen und verdientermaßen die ersten zwei Bayernligapunkte auf die Habenseite bringen.
„Wer ist nervös?“, war die Frage, die die Trainer in ihrer Ansprache knapp 45 Minuten vor Spielbeginn an die Mädels stellten - und wie auf Kommando schossen 13 Hände in die Höhe. Nicht erstaunlich, wenn man an die unendlich lange Spielpause und die kurze Vorbereitungszeit denkt. Nach Beach- und Outdoortraining sowie der Urlaubszeit im August ist das Team erst Anfang September während des Jugendtrainingslagers so richtig in die Vorbereitung eingestiegen. Am Ende waren es so nur vier Wochen vom ersten richtigen Training bis zum ersten richtigen Spiel.
Allerdings vier richtig intensive Wochen mit Training, Training und nochmal Training. Ganze 21 Trainingseinheiten, drei Testspiele und mehrere Teambuilding-Workshops haben die Mädels in dieser Zeit hinter sich gebracht. Und sind „nebenbei“ noch zur Auswahl gefahren, haben in anderen Teams mittrainiert und -gespielt sowie den Schulstart gemeistert. Kein leichtes Pensum, aber die Freude und Begeisterung, mit der die Spielerinnen das weggesteckt, und die Fortschritte, die sie gemeinsam in dieser Zeit gemacht haben, sind beeindruckend.
Also: Eigentlich müsste man doch nicht nervös sein... Ist man aber logischerweise trotzdem ?. Dann ist es gut zu wissen, dass man nicht allein auf dem Feld steht, sondern gemeinsam mit 12 anderen IsarDevils, die sich mit einem zusammen den Ar… zerreißen, füreinander kämpfen und auch mal den ein oder anderen Fehler ausbügeln. Und genau das war die Leitlinie für das erste Spiel: Niemand steht allein, wir unterstützen uns gegenseitig und haben gemeinsam Spaß ohne Ende. Ganz gemäß dem Ziel eine „gudde Drubbe“ zu sein.
Tatsächlich war der Start in das Spiel gut geeignet, um die Nervosität ein wenig zu reduzieren. Nach einer ersten guten Abwehrphase konnte man sofort in Führung gehen und diese bis zur fünften Minute auf vier Tore (4-0) ausbauen. Dabei war auch den engagierten und guten Gästen des HC Forchheim die Nervosität zum Saisonstart anzumerken. Das Team aus der Nähe von Nürnberg hatte nicht nur ähnlich lange kein Spiel unter Wettkampfbedingungen bestritten, sondern spielte auch zum allerersten Mal mit Harz.
Einen wirklichen Vorteil stellte das für die IsarDevils aber nicht dar: Die Mädels aus Forchheim lösten die Harz-Aufgabe mit Bravour und konnten sich in der sechsten Minute durch die starke Maria Löblein zum ersten Mal in die Torschützenliste eintragen. Das sollte unsere wC aber nicht weiter aufhalten: Über 6-1, 9-2 und 10-4 setze man sich Stück für Stück ab und ließ sich dabei auch von einer Auszeit der Gästecoaches nicht aus der Bahn werfen. Mit 11-4 konnte man zufrieden in die Halbzeit gehen.
Das Zwischenfazit der Mannschaft in der Halbzeit war klar:
Da lagen die Ziele für die zweite Hälfte nicht fern: Diese Dinge (noch) besser machen und vor allem: Die nächsten 25 Minuten richtig genießen und Spaß haben.
Leider war der Start in die zweite Hälfte dann doch eher durchwachsen und von Fehlern geprägt. Das Vorgenommene schien auf dem Weg zum Spielfeld irgendwo verloren gegangen zu sein. Auf der einen Seite warf man im Angriff immer wieder Bälle weg oder machte technische Fehler. Auf der anderen Seite agierte man in der Abwehr zu passiv und etwas ängstlich. Glücklicherweise konnten die Gäste aus Forchheim diese kurze Schwächephase nicht nutzen und den Abstand verkürzen.
Beeindruckend war dann allerdings, wie unsere Mädels mit dieser Situation umgegangen sind. Statt Nervenflattern oder Unsicherheit zu zeigen, machte es einfach weiter und fand ab der 34. Minute wieder mehr zu seinem Spiel. Die Abwehr packte wieder besser zu, konnte sich einige Bälle sichern und im Angriff vermied man immer mehr die unnötigen Fehler. In den folgenden neun Minuten konnten die IsarDevils den Abstand so auf dreizehn Tore erhöhen (22-9). Eine tolle Reaktion, die man von so einem jungen Team, das noch nicht so lange zusammenspielt, nicht unbedingt erwarten muss. Natürlich war das Spiel damit im Großen und Ganzen entschieden. Am Abstand änderte sich im Anschluss bis zum Endstand von 26-14 nicht mehr viel.
Am Ende steht ein tolles erstes Spiel der weiblichen C-Jugend in der Bayernliga, das allen viel Spaß und Freude bereitet hat. Man konnte sehen, dass sich das Team die ersten Basics erarbeitet hat. In der offensiven Abwehr greifen die Hilfssysteme immer besser, sodass man mutig verteidigen und auch mal ein riskanteres 1:1 führen kann. Im Angriff war die Bewegung ohne Ball phasenweise richtig gut und man konnte viele tolle Zweikämpfe sehen. Allerdings sieht man an beiden Enden des Spielfeldes auch noch eine Menge Verbesserungsbedarf. Aber wäre ja auch schlimm, wenn nicht ?.
Am kommenden Wochenende hat das Team spielfrei, bevor es in zwei Wochen nach Karlsfeld zum ersten Auswärtsspiel geht. Bis dahin wird versucht ein bisschen was vom Verbesserungsbedarf weg zu trainieren - ganz gemäß einem anderen Teamziel: „Krass besser werden!“.
Es spielten:
Elisabeth Nüssel (TW), Maya Mankarious (3), Lara Klein (5), Amalia Reiter, Paulina Malms, Marie Neff, Enna Oberländer (11), Charlotte Kaufmann (1), Marie-Sophie Strauß (4), Jasmin Gorican, Hannah Wein (1), Nina Hesse (1/1), Paulina Ebel