Stellungnahme Neue Halle - Sedlmair: "Bitte eindringlich um Geduld!"

Von am 16.05.2013 in Allgemein, Archiv

von  (Ismaninger Online)

Nichts wünschen sich die Mitglieder des TSV Ismaning wohl mehr als eine neue Sporthalle. Seit Jahren werden sie vertröstet. Nun mutiert die neue Sportstätte zum Politikum. Bürgermeister Sedlmair bittet derweil eindringlich um Geduld.

Seit 10 Jahren ist der gestiegene Platzbedarf des TSV Ismaning bekannt. Immer wieder haben die Verantwortlichen des Vereins Analysen und Vorschläge erstellt, wie man die Platzprobleme lösen könnte. Auch der Gemeinderat hatte sich wiederholt damit befasst, unter anderem mit einem Dringlichkeitsantrag. Und immer wieder wurden der Verein und seine Mitglieder vertröstet. Jetzt wurde die Sporthalle erneut Thema im Gemeinderat.

Zuletzt hatte man dem TSV Ismaning eine Sporthalle im Zuge des Baus des Gymnasiums in Aussicht gestellt. Denn für die neue Oberschule ist eine Dreifachsporthalle notwendig, die der TSV Ismaning dann nutzen könnte. Damit hatten sich viele vorerst zufrieden geben können. Aus dem Kultusministerium fehlt aber noch immer die definitive Zusage, dass das Gymnasium tatsächlich in Ismaning gebaut wird. Das Kultusministerium verweist auf das Finanzministerium und die Gemeinde wird hingehalten. Die Zusage kann in ein paar Tagen, Wochen, Monaten, im schlimmsten Fall erst nächstes Jahr, kommen. “Wir glauben nicht, dass hier bezüglich Gymnasium bald etwas passieren wird. Kann dem TSV das zugemutet werden?”, fragte Dr. Alexander Greulich (SPD) gestern in der Gemeinderatssitzung.

Durch die hervorragende Arbeit des TSV Ismaning kann sich dieser vor Anfrage kaum noch retten, insbesondere bei den Jüngsten. In der letzten Saison mussten aber 20 Kinder abgewiesen werden, weil sämtliche Plätze ausgebucht waren. Ein Zustand, der für den TSV Ismaning unhaltbar ist. Derzeit gibt es wieder einen Aufnahmestopp. Der Bedarf sei so groß, dass er nicht einmal mehr zur Hälfte gedeckt werden könne, so Dr. Alexander Greulich (SPD). Auch Gemeinderat Dr. Peter Aurnhammer (CSU) war vom Aufnahmestopp betroffen. Er wollte vor zwei Wochen seine Tochter zum Kinderturnen anmelden und landete mit seinem Gesuch auf der Warteliste.

Drei Lösungsvorschläge


Drei mehr oder weniger gangbare Lösungen stehen zur Disposition. Die SPD schlägt einen zweiten Standort neben der Realschulturnhalle vor. Diese Lösung würde der Ansicht der SPD-Fraktion nach die meisten Synergieeffekte beinhalten. Durch den Bau des Hallenbads und die Sanierung der Mittelschule ist bereits eine Baustelle eingerichtet, das Areal ist längst erschlossen und es gibt eine große Tiefgarage. Sowohl die Mittel- als auch die Realschule würden aus der zweiten Halle in unmittelbarer Nachbarschaft einen Nutzen ziehen. Turn- und Sportgeräte müssten zudem nicht mehrfach angeschafft werden. Alternativ könne man statt einer reinen Ballsporthalle dort auch eine Dreifachturnhalle erbauen.

Variante Nummer Zwei orientiert sich Richtung Sportpark. Dort entstehen mehrere Fußballfelder und in ferner Zukunft auch ein Fußballstadion. Hier war bereits eine Dreichfachsporthalle vorgesehen, wegen des Bedarfs des Gymnasiums an einer solchen Sporthalle aber wieder verworfen. Auch dieses Gebiet ist ausreichend erschlossen. Zudem sind mehrere hundert Parkplätze geplant, so dass für die Zuschauer ausreichend Platz vorhanden ist.

Das Thema Sportpark ist sicher eine Möglichkeit, so Peter Aurnhammer (CSU), zu bedenken wäre, dass man in kürzester Zeit dann eventuell zwei Hallen baut. Daher ist der dritte Vorschlag aus den Reihen der CSU-Fraktion ein Mittelweg. Auch wenn die Zusage für das Gymnasium noch aussteht, könnte man den Bau in mehrere Abschnitte unterteilen. Der erste Abschnitt würde dabei die Dreifachsporthalle umfassen. Sie soll dann unabhängig von der Zusage des Kultusministeriums auf dem Gelände des geplanten Gymnasiums errichtet werden. In weiteren Bauabschnitten könnte dann das Gymnasium daneben gesetzt werden.

Abwarten


In der Sache war sich der Gemeinderat einig: Irgendetwas muss passieren. Dazu Alexander Greulich (SPD): “Darum ersuchen wir – der Zeitpunkt ist da -, dass den Handballern jetzt hier ein Signal gesetzt werden muss.” Dem schloss sich auch Peter Aurnhammer (CSU) an: “Auf der anderen Seite sehen wir sehr wohl den Bedarf und die Gemeinde muss noch vor den Sommerferien die möglichen Alternativen präsentieren.” Nahezu eindeutig scheint, dass die für den TSV Ismaning so wichtige Sporthalle der Auftakt zum Wahlkampf der Kommunalwahl 2014 ist.

Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) wiegelte ab. “Der sportliche Notstand ist in Ismaning meiner Meinung nach noch nicht ausgebrochen. Vor allem im Vergleich zu den Nachbargemeinden.” Man sei nun in einer Situation, in der er nochmal um ein paar Monate Geduld bitten müsse, erklärte Bürgermeister Sedlmair. Er brachte auch die “geschundenen Solis” ins Gespräch, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. “Die bluten aus; die hängen am Tropf.”

Es sei klar, dass man auch zwei Hallen in den Filetzeiten füllen könne, fuhr Sedlmair fort. Es gäbe genügend Anfragen von Firmen, die in der Zeit von 18 bis 21 Uhr in eine Halle möchten. Aber das Ganze müsse auch finanziert werden. 10 Millionen für das Werner-Heisenberg-Gymnasium, 18 Millionen für das Gymnasium Ismaning, 10 Millionen für die Mittelschule, rechnete der Erste Bürgermeister vor. “Ich hoffe, der Leo Kirch steht wieder von den Toten auf. Dann können wir das wesentlich konkreter angehen.” Der Standpunkt von Bürgermeister Sedlmair war eindeutig. Er möchte nichts überhasten und planvoll vorgehen. Das versammelte Gremium bat er daher um Geduld, bis er einen Termin beim Finanzminister hatte und Gewissheit herrscht, ob das Gymnasium in Ismaning enstehen wird oder nicht.

Das Thema wurde nach reichlicher Diskussion auf die nächste Gemeinderatssitzung am 6. Juni 2013 verschoben.

 

Stellungnahme der Handballer:

Obwohl wir uns bereits in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates eine Abstimmung erhofft hatten, erachten wir es als sinnvoll, in der Zeit bis zur nächsten Gemeinderatssitzung, aktualisierte Daten (Standort) und Zahlen über einen Hallenneubau einzuholen. Dennoch ergab sich für uns eine klare Mehrheit für eine allererste Einleitung zum Neubau. Sowohl die Fraktionen der CSU, SPD und Bündnis 90 die Grünen waren in unseren Augen für eine Einleitung und Prüfung der Standorte. Lediglich aus Reihen der FWG und vom 2.Bürgermeister kam noch etwas Skepsis, begründet mit der vagen Faktenlage des gestellten Antrages.

Unverständnis herrscht über die Aussagen des Bürgermeisters, dass noch kein sportlicher Notstand ausgebrochen sei. Wir sehen Abweisungen innerhalb des TSV seit 2010, mittlerweile bei 60 Kindern und mehr, als sportlichen Notstand. Wir sehen es als sportlichen Notstand, wenn aus heutiger Sicht, nicht jeder TSV Mannschaft mindestens eine Trainingszeit im Winter zugesprochen werden kann. Ebenso erachten wir es als nicht fair, wenn wieder über Kosten gesprochen wird. Die letzten, von uns als richtig bezeichneten, sportlichen Bauvorhaben (Fussballplätze Grüne Heide, Fussballplätze Sportpark FCI, Sanierung Kunstrasenplatz Sportpark FCI) zeigen, dass mehrere Beträge vorhanden sind. Und bekanntlich macht viel Kleinvieh auch viel Mist.

Die Handballer verstehen, dass noch kleine "Hausaufgaben" der Gemeindeverwaltung notwendig sind, um auf der nächsten Sitzung des Gemeinderates am 6.Juni zu einer Entscheidung zu kommen. Wir bieten und boten dazu bereits mehrfach unsere Hilfe an, zuletzt in einer eMail unseres stellv. Abteilungsleiters Alexander Novakovic an die Fraktionsvorsitzenden aller vertretenen Parteien vom 11.Mai 2013.

Wir würden es als große Enttäuschung ansehen, wenn an der nächsten Sitzung aus bisher unvorhersehbaren Gründen erneut keine Entscheidung herbeigeführt werden könnte und das Thema erneut verschleppt würde. Angst, dass das Thema "Halle" in die nächste Legislaturperiode "übergeben" werden könnte, ist bei den Handballern vorhanden. Jedoch ist hierbei auch hinzuweisen, dass die 1800 Mitglieder des TSV eine große Aussagekraft darstellen.

Alexander Novakovic, Hallenausschuss

 
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