Zunächst einmal Kniefall und Chapeau. Die Mannschaft um Trainer Rudi Heiss hat sich in dieser unheimlich intensiven, hitzigen und körperbetonten Partie die ausgelobten Motivationshilfen redlichst verdient. Sie spielt zur Zeit auf einem Level, das jedes Ismaninger Handballherz jubilieren lässt. Trotz 5 verletzter Spieler und einem Gegner, der nicht einen Millimeter herschenkte und bis in die Schlussphase versuchte, das Blatt noch zu wenden, konnte der 4. Sieg in Folge eingefahren werden. Um so höher ist die Leistung der Krautgemeindler bei diesem enorm wichtigen Erfolg einzustufen.
Ismaning startete gut. Die komplette Mannschaft spielte einmal mehr eine starke Abwehr, in der die Grundlage des Erfolges beim zuhause bis dato noch ungeschlagenen Tabellenvierten gelegt wurde. Vorne zogen Flo Nortz und Josy Stumpf erneut ein überragendes Positionsspiel auf. Beide waren auf Ismaninger Seite auch die Torgaranten der Begegnung. In der 10. Minute lag man 2:6 vorne. Denn Torwart Josh Murgg hielt aus dem Spiel heraus, was zu halten war. Sein Baumarkt-Lehrgang „wie vernagle ich meinen Kasten“ hat sich bezahlt gemacht. In der 12. Spielminute prallte Philip Stumpf bei einem Abwehrversuch mit einem Gegenspieler so unglücklich zusammen, dass er auch nach Verbüßung einer Zweiminutenstrafe mit Verdacht auf Gehirnerschütterung nicht mehr eingesetzt werden konnte. Ismaning geriet kurzzeitig ins wanken. Die Schwaben kamen auf 7:8 heran. Danach zog die taktische Marschroute der Gelb-Schwarzen wieder. Coach Rudi Heiss hatte vom Anpfiff weg in die Trickkiste gegriffen. Wenn die beiden quirligen Spielgestalter der Haunstettener, Alexander Horner und Max Schnitzlein zusammen auf dem Feld waren, spielte man eine 6:0-Deckung. War nur einer auf dem Parkett, bekam er sofort die Manndeckung. Ismaning konnte sich Stück für Stück wieder befreien und erarbeitete sich bis zur Pause einen 4-Tore-Vorsprung. 12:16 stand es da.
Nach Seitenwechsel machte die Heiss-Sieben da weiter, wo sie vor dem Halbzeitpfiff aufgehört hatte. Sie hielt spielerisch und vor allem kämpferisch voll dagegen. Die Physios hatten auf beiden Seiten jede Menge zu tun. Käptn Markus Mundl konnte mehrfach einnetzen. Dann kam die große Zeit des zweiten Ismaninger Keepers, Daniel Schappert. Der junge Nachwuchstorwart wurde zu 4 Siebenmeter eingewechselt und er hielt alle 4, beim letzten sogar noch den Nachwurf. Haunstetten gab dennoch nicht auf, obwohl die Gäste den Vorsprung auf 7 Tore ausbauen konnten. In der Schlussphase stellte der Tabellenvierte noch einmal seine Abwehr um. Ismaning hatte kurzzeitig Probleme, aber da sich die Schwaben durch zwei Zeitstrafen noch einmal selbst schwächten, wurde auch diese Phase gut überstanden. Trainer Rudi Heiss hob auch die Abwehrleistung von Maxi Stumpf hervor, der für seinen Bruder in die Bresche sprang und sich für keinen Zweikampf zu schade war. Alles in allem war es zwar überraschend, dass am Ende ein Ismaninger 23:31 Sieg heraussprang. Ein Wunder war es aber nicht, sondern hart erarbeitet.
„Auswärtssieg, Auswärtssieg“ hallte es durch die Sportstätte in Haunstetten. Obwohl... ein Auswärtssieg war es eigentlich gar nicht. Denn von den rund 220 Zuschauern war mehr als die Hälfte aus Ismaning, die eine Heimspielatmosphäre verbreiteten. Auch in Sachen „Trommler“ waren die Vorteile klar auf Seiten des Aufsteigers. Man weiß nicht, wo die Instrumente alle her waren aber Max Greger und James Last suchen nach ihrem Schlagzeug.
Was ist das nur für eine verrückte Saison. Da gewinnt Ismaning 4 Spiele in Folge, 5 mal in den letzten 6 Begegnungen, hat alle 4 Spitzenmannschaften der Bayernliga einmal bezwungen, den Tabellensechsten Bayreuth sogar zweimal und kämpft mit mittlerweile 22:26 Punkten als Tabellenneunter trotzdem immer noch um den Nichtabstieg. Während letztes Jahr Bayreuth 14 Punkte für den Klassenverbleib reichten, müssen dieses Saison wahrscheinlich noch zwei weitere Zähler, also insgesamt 24 eingefahren werden. Wahnsinn – für dich geh ich in die Hölle – Hölle - Hölle – Hölle-Süd....
TSV-Team und Tore: Josh Murgg und Daniel Schappert (Tor), Johannes Stumpf 11/6, Flo Nortz 6, Markus Mundl 4, Maxi Stumpf 3, Maxi Karsten 2, Tomasz Rolka 2, Fabian Stoiber 1, Alex Deimel 1, Ingemar Pohl 1, Philip Stumpf, Benni Krämer