Die Isis verspielen einen schon sicher geglaubten Sieg leichtfertig. Eigentlich begannen die Heiss-Jungs trotz der bekannten Personalsorgen sehr konzentriert. Unsere offensive Abwehr ließ kaum Chancen zu und wenn doch, hatte Torwart Josh Murgg ständig ein Körperteil übrig, das er zwischen Ball und Torlinie brachte. Die Unterallgäuer versuchten immer wieder mit Rückraumwürfen oder über den Kreis zu Treffern zu kommen. Häufig konnte die Gelbschwarze Deckung diese Anspiele unterbinden und das Leder abfischen. Im Tempogegenzug brachte man die Kugel anschließend kontinuierlich im gegnerischen Gehäuse unter. Musste das Heiss-Team aus dem Positionsspiel heraus zum Erfolg kommen, dann gelang das immer wieder über die Rückraumachse Josy Stumpf und Andi Heilmeier. Man baute den Vorsprung bis auf scheinbar sichere 7 Tore aus. Auf trügerisch leichte Weise konnte man mit einer 11:16 Führung in die Pause gehen.
Doch Respekt vor Ottobeuren. Die Truppe gab nie auf, selbst als man nach 40 Minuten immer noch mit 6 Toren Differenz hinten lag. Ismaning legte aber nicht nach. Ohne Druck konnte die 6:0 Abwehr der Gastgeber plötzlich nicht mehr überwunden werden. Durch Zeitstrafen und Schiedsrichterentscheidungen ließ man sich zudem aus der Bahn bringen. „Da muss die Mannschaft anders reagieren“ nahm Coach Rudi Heiss seine Truppe in die Pflicht. Anstatt abgeklärt weiter zu spielen, baute man den Gegner wieder auf, der dann mit Zuschauerunterstützung die Wende schaffte. Mit einem 7:0 Lauf ging Ottobeuren in der 53. Minute erstmals mit 23:22 in Führung. Es folgte eine unglaublich hektische Schlussphase. Ismaning, eigentlich schon tot geglaubt, schlug plötzlich wieder zurück. Als 3 Minuten später wieder eine 2-Tore-Führung gelang. Doch Ottobeuren schaffte 50 Sekunden vor dem Abpfiff nochmals den Ausgleich. Die Ismaninger Angreifer wollten 10 Sekunden vor dem Ende mit einem Kempa-Trick zum Erfolg kommen. Den Pass von Andi Heilmeier nahm Josy Stumpf in der Luft an, schloss ab und der Ball lag auch im Gehäuse der Ottobeurer. Der Schiri aber zeigte an: „abgestanden im Kreis“ und versagte die Anerkennung des Tores. Während Ismaning kurz den vermeintlichen Sieg feierte, nahm das Schicksal seinen Lauf. Über zwei Stationen brachte Ottobeuren noch einmal die Lederkugel vor das Ismaninger Gehäuse und mit der Schlusssirene im Tor der Krautgemeindler unter. Ob die Begegnung nun 27:26 ausging, wie es der Berichterstatter mitnotiert hatte oder 28:27 wie auf dem Spielberichtsbogen vermerkt, spielt dann auch schon keine Rolle mehr.
Fazit: Niederlage, die überflüssig war, wie ein Kropf.
TSV-Team und Tore: Josh Murgg, Michi Bähr, Daniel Schappert (alle Tor), Josy Stumpf (7), Andi Heilmeier (6), Markus Mundl (6), Fabian Stoiber (5), Tobi Stoiber (1), Ingemar Pohl (1), Alex Deimel (1), Christoph Kellner, Benni Krämer, Markus Neubauer, Jörg Feinauer