Die Bayernliga-Handballerinnen des TSV Ismaning haben eine Spielzeit mit einigen Auf und Abs hinter sich. Trotzdem konnten die „Isis“ am Ende nochmals gehörig für Aufsehen sorgen.
Letztendlich waren sie alle froh, als das abschließende Saisonspiel zu Ende war. Nicht etwa, weil die Leistung so schwach gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Allen voran, weil ab diesem Zeitpunkt jeder gewusst hat: jetzt können wir endlich durchatmen. Verdientermaßen. Nach einer genauso nervenaufreibenden, wie kräftezehrenden Saison 2013/14.
Gerade im Endspurt haben die „Isis“ bewiesen, was in ihnen Steckt. Mit dem souveränen Auftreten im Final Four des BHV-Pokals, als auf den 32:17 Halbfinalsieg gegen den Landesligisten SV München-Laim der 32:22 Finalerfolg gegen den Ligakonkurrenten SV-DJK Taufkirchen folgte, und nur zwei Tage später wurde zum Bayernligaabschluss die HSG Fichtelgebirge mit 32:16 abgewatscht. Der Ertrag dafür war Platz 3 in der Abschlusstabelle hinter Meister Bayreuth, sowie dem Vize Winkelhaid. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Genau diesen müssen wir nun auch weiter gehen, um unsere Leistung steigern zu können“, analysiert Trainerin Aniko Keczko. „Die Mannschaft verdient für das, was sie erreicht hat, ein großes Lob.“ Die Ungarin stellt aber zugleich klar, dass sie nie zufrieden sein könne, denn: „Es gibt immer etwas, das verbessert werden kann. Also haben wir noch viel zu tun, aber ich bin auch sehr froh, mit dieser Mannschaft arbeiten zu können.“
Für Keczko war es die erste Saison bei den „Isis“. Sie hat nach dem Abstieg aus der 3. Liga übernommen, als es zunächst galt, das neue Team zu formieren. Eine sicherlich ansprechende Herausforderung, der sie sich jedoch stellte. „Die dreimonatige Vorbereitungszeit haben wir gut genutzt, obwohl wir nicht nur im physischen Bereich arbeiten, sondern auch eine völlig neue Spielkonzeption erlernen mussten“, erinnert sich Keczko zurück an den Beginn ihrer Tätigkeit. „Wir haben uns schnell aufeinander abgestimmt, so dass die Spielerinnen meine Vorstellungen über den bewussten Handball langsam aber sicher verstanden hatten.“
Allerdings mussten recht schnell einige Abgänge oder Ausfälle kompensiert werden, wie zum Beispiel verletzungsbedingt die von Leonie Schweinsteiger (Kreuzbandriss), oder Kathleen Braun (Trümmerbruch). Für die restliche Mannschaft galt es, Schritt für Schritt neue Spielzüge zu verinnerlichen und umzusetzen. Dies gelang überaus erfolgreich, trotz vieler Probleme beendete Ismaning die Vorrunde auf Platz 2. „Das war der mannschaftlichen Geschlossenheit und unserer harten Arbeit zu verdanken“, lobt die Trainerin. „Darauf bin ich sehr stolz, denn egal in welcher Besetzung wir angetreten sind, alle haben gekämpft.“
Den Lohn dafür bekamen die „Isis“ gleich im ersten Spiel der Rückrunde. In Herzogenaurach gewannen sie mit 25:22 – und hatten dadurch die Tabellenspitze übernommen. Was folgte war allerdings ein Negativlauf mit drei Niederlagen in Folge. Recht schnell war die Spitzenposition wieder futsch. Generell verlief die Rückrunde nicht mehr wunschgemäß, fünf Siegen stehen acht Niederlagen gegenüber. Der Grund lag hauptsächlich darin, dass auch in der Rückrunde immer wieder Ausfälle verkraftet werden mussten, was verständlicherweise mehr und mehr an die Substanz ging. So galt es, Enttäuschungen wegzustecken und immer wieder aufzustehen.
Profitiert davon hat die HaSpo Bayreuth, die sich letztendlich souverän und aufgrund einer bärenstarken Rückrunde die Meisterschaft in der Bayernliga sichern konnte. In der zweiten Saisonhälfte gewann das Team von Trainer Thomas Hankel zwölf Spiele, musste sich nur einmal geschlagen geben. „Wir hatten vor allem aufgrund unseres breiten, aber auch hochwertigen Kaders Vorteile gegenüber Winkelhaid, das mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen hatte, oder Ismaning“, erklärt Hankel. „Dabei haben wir auch davon profitiert, dass Ismaning in diesem Jahr bewusst andere Prioritäten gesetzt hat. Außerdem hatten wir nach dem großen Umbruch vor Saisonbeginn noch deutlich mehr Steigerungspotenzial als z. B. Winkelhaid, das bereits im September auf hohem Niveau eingespielt war.“ Bayreuth wagt sich nun in das Projekt 3. Liga mit weitestgehend unverändertem Meisterkader.
Doch auch die „Isis“ können unterm Strich stolz auf das Erreichte sein, eben weil trotz aller Schwierigkeiten die Saison noch so gut abgeschlossen werden konnte. Mit dem 3. Platz in der Meisterschaft und dem Pokalsieg, sowie der damit verbundenen Qualifikation für den DHB-Pokal. Perspektivisch geht es Aniko Keczko ohnehin darum, das junge Team weiter aufeinander einzuspielen und stetig zu verbessern. „Es kommt darauf an, die Erfahrung auf der einen Seite mit dem jugendlichen Elan auf der anderen zu verbinden. Die älteren Spielerinnen müssen ihre Kenntnisse weitergeben. Das ist sehr wichtig“, weiß die Ungarin, der vor der Zukunft nicht bange ist. „Die Stimmung und die Einstellung sind sehr gut, die Mädels haben alle Lust, Handball zu spielen. Hoffentlich können wir die Zuschauer mit unserem Spiel beeindrucken.“ Doch jetzt haben sich alle erst mal die Sommerpause redlich verdient, um dann wieder voller Tatendrang in die Vorbereitung auf die neue Saison starten zu können.