They never give up

Von Manfred Bamberger am 20.02.2017 in Jugend, wB Jugend
Die weibliche B besteht nachdrücklich auf zwei Auswärtspunkten als Geburtstagschenk für Kathi.

„Die Königsbrunner haben zwei Gesichter – ein Heim- und ein Auswärtsgesicht. In der eigenen Halle treten sie völlig anders auf als beim Gegner. Und die wollen gewinnen und uns nicht einfach den Erfolg lassen“. So begann die kurze Ansprache des Trainers vor dem Spiel. Die Situation der Ismaninger Mädels war kurz vor dem Anpfiff noch komplizierter geworden, als Stammtorspielerin Vroni ihren Verzicht auf den Einsatz erklären musste und Anna-Lena erneut einsprang. Dazu hatte sich Sophia gegen Taufkirchen schwer verletzt. Sie steht bis Saisonende nicht mehr zur Verfügung. Nicht nur ihre Tore würden fehlen sondern auch die Wechselmöglichkeiten des Trainers waren erheblich eingeschränkt. Die Rückkehr von Maria aus vierwöchiger Verletzungspause war umso wichtiger.

Wie erwartet legten die Augsburger Vorstädter los und übernahmen nach einer 0:1 Führung der Isis das Kommando. Sie suchten und fanden immer wieder ihre hervorstechende Kreisspielerin. Die Ismaninger 6:0 Abwehr fand in dieser Phase kein Mittel gegen den Königsbrunner Angriff, vielleicht lag das an der eher körperlosen Interpretation der Verteidigung. Sowohl in 1:1 Situationen oder im 2:2 mit dem Kreis ließen die Mädels Ersatzgoalie Anna-Lena zu oft allein. Bis zum 4:3 hielten die Isis mit, dann setzte sich der BHC immer mehr ab. Fast ohne Fehler spielten die Gastgeber, anders als die Ismaninger, die zu viele Möglichkeiten für Tore benötigten. Eine Umstellung in der Abwehr auf 5:1 stoppte den Durchmarsch der Königsbrunner, der Toreabstand blieb nun eine ganze Weile auf 4 oder fünf Tore beschränkt. Mitte der ersten Hälfte musste Lisa verletzt ausgewechselt werden und fiel für den Rest des Spieles aus. Damit reduzierten sich die eh schon überschaubaren Wechselmöglichkeiten auf eine Spielerin. Das trug nicht zur Stabilisierung der Abwehr bei, auch der Trainer war weiter auf der Suche nach der richtigen Formation. Weiter ging es hin und her, 15:9, 15:10, 15:11, 17:12. Wenige Sekunden vor dem Schluss gelang es Kathi mit einem sehenswerten Schlagwurf auf 17:13 zu stellen. Aufholbar, jedoch musste sich dazu einiges in der Abwehr ändern.           


Das Halbzeitgespräch drehte sich nur um eines: wir wollen hier nicht verlieren, wir müssen unser Engagement in der Abwehr deutlich verstärken, wir brauchen mehr Konzentration in den Abschlüssen.
Ein bisschen zaghaft fiel der Kampfruf aus zum Beginn der zweiten Hälfte, ob der geäusserte Siegeswille mehr war als nur ein Lippenbekenntnis?


Erneut Kathi erzielte das erste Tor in Halbzeit zwei, BHC konterte und wieder ging es munter hin und her. Ismaning kämpfte darum, den Abstand zu verkürzen, Königsbrunn hielt dagegen. Und fast unmerklich wendete sich das Blatt. Maria nun auf Hinten Mitte bekam die Kreisspielerin besser in den Griff, Kathi auf Vorne Mitte gelang es, das Aufbauspiel wirksam zu stören, die 1:1 Situationen gingen nun zugunsten der Isis aus. Die Fehlerquote der Königsbrunner stieg, Fehlwürfe, Fehlpässe und erzwungene technische Fehler entstanden. Sollten sie sich in der ersten Hälfte übernommen haben? Über weite Strecken schafften es die Gastgeber, zwei oder drei Tore vorn zu bleiben, 18:15, 19:16, 22:19, 23:20. Mit dem 23: 21 schien der Widerstand der Königsbrunner nun zu erlahmen, die Isis mobilisierten alle restlichen Kräfte. Krissi konnte sich um die einlaufende Jule herum durchsetzen, Lea von Kreismitte erfolgreich werfen. Fünf Minuten vor Spielende erzielten sie den Ausgleich, jedes Tor erforderte höchsten Einsatz. Kathi und Krissi mussten gefühlte 1000mal wieder aufstehen, nachdem sie niedergekämpft worden waren. Das Spiel war nun sehr körperbetont aber nicht unfair. Das lag auch an den umsichtig leitenden Referees. Und nun war Anna-Lena endgültig da. In der alles entscheidenden kritischen Phase hielt sie den Siebenmeter des BHC und entschärfte einen Wurf um den anderen. In Minute 48 gingen die Ismaninger Mädels zum ersten Mal in diesem Spiel in Führung, 23:24. Die Königsbrunner spielten ihren Gegenangriff lange aus, suchten immer wieder ihre Kreisspielerin. Maria hatte ihnen dieses Mittel aber erfolgreich weggenommen, konnte entweder, ebenso wie die anderen Abwehrspieler, den Pass verhindern oder unter Aufbietung aller Kräfte Kreismitte am Drehen und Werfen hindern. Mit einem Fehlpass endete der letzte Angriff des BHC bei Spielzeit 49:10, die Ismaninger lockten die komplette Königsbrunner Mannschaft im Gegenzug nach rechts, Maria kam links frei und sowas übersieht Kathi nicht. Ein schneller Pass, ein schneller Wurf kurz oben und das Spiel war gedreht.


Eine unglaubliche Energieleistung des gesamten Teams, ein unerschütterlicher Glaube an den Erfolg, eine überaus geschlossene Mannschaftsleistung. Das machte dieses Spiel so besonders.


Und zu Kathis Geburtstag die zwei Punkte von einem tollen Team im Geschenkekorb.

Im Tor: Anna-Lena.
Jule (2), Lisa (2), Franzi (4), Maria (4), Kathi (5), Krissi (5), Lea (2), Nele, Vroni
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