Bayer Leverkusen, Frisch Auf Göppingen oder gar der deutsche Meister Thüringer HC? Nachdem die Damen des TSV Ismaning für die erste Runde im DHB-Pokal ein Freilos erhalten hatten, hoffte man im Münchener Norden auf einen “richtigen Kracher” in der Runde der letzten 32. Doch das Losglück war den Isis nicht hold, der Gegner am letzten Oktober-Wochenende stammt aus der Kategorie „unbekannt aber unangenehm“.
Ismaning muss nach Ottersweier reisen, eine baden-württembergische Gemeinde mit etwas mehr als 6000 Einwohner, an der Grenze zu Frankreich. Von der Papierform her ist der TSV Favorit, trifft man als Drittliga-Aufsteiger auf einen Oberligisten, aber zum einen muss man auswärts ran, zum anderen hätte es dieses Duell auch im Liga-Alltag geben können, hätte die Turnerschaft nicht auf den Aufstieg verzichtet.
In der abgelaufenen Saison erreichte Ottersweier für viele überraschend einen ausgezeichneten zweiten Platz hinter dem souveränen Meister aus Neckarsulm, der sogar ein Mal bezwungen wurde. Da aus der Oberliga Baden-Württemberg gleich zwei Teams aufsteigen, hätte der Vizemeister zukünftig in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten könne, doch nach langen Überlegungen entschied sich die Mannschaft gegen diesen Schritt, den die Vorstandschaft respektierte.
Als Hauptgrund nannten die Verantwortlichen den Abgang von Desire Kolasinac. Die Torschützenkönigin der abgelaufenen Oberliga-Spielzeit wechselte nach Allensbach, Gegner der Isis in der Dritten Liga Süd. Und so tritt Ottersweier auch in der Saison 2012/2013 in der vierten Liga an, zählt dort aber zu den Meisterschaftsfavoriten. In der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals siegte die Turnerschaft nach einer starken zweiten Halbzeit auswärts in Mundenheim deutlich mit 32:25.
Das Gastspiel des TSV in der Nähe Straßbourgs wird also alles andere als ein Selbstläufer, ein Auswärtssieg ist Pflicht, um vielleicht doch noch den großen Traum, ein Duell mit einem Erstligisten, im diesjährigen Pokalwettbewerb zu verwirklichen.