Trotz Tabellenführung: „Isis“ verspüren keinen Druck
Im ersten Heimspiel der Rückrunde sind die Bayernliga-Frauen des TSV dennoch klarer Favorit. Gegen den ESV 27 Regensburg II wird sich die personelle Lage etwas entspannen.
Unmittelbar nach der Schlusssirene tanzten sie im Kreis, freuten sich über einen immens wichtigen Sieg. Einen Erfolg, der die Geschlossenheit der Mannschaft zum Ausdruck brachte, der bewiesen hat, was auch trotz stark dezimierten Kaders möglich ist, wenn das Team als solches Auftritt. Genauso, wie es die „Isis“ am vergangenen Sonntag taten, als sie bei der TS Herzogenaurach mit 25:22 gewonnen hatten und sich ganz nebenbei die Tabellenspitze schnappten. Doch daran dachten zumindest die freudetrunkenen Frauen in ihren gelben Trikots wohl nicht unmittelbar. Trainerin Aniko Keczko formulierte es diplomatisch: „Es ist ein gutes Gefühl, jetzt ganz oben zu stehen. Aber die Saison dauert noch lange. Dieser Sieg war aber auf jeden Fall eine wichtige Zwischenstation.“
An die Tabellenspitze zu kommen ist das eine, dort zu bleiben das andere. Das ist nun die nächste Herausforderung, der sich die „Isis“ zu stellen haben. Denn jetzt sind sie die Gejagten. „Jede Mannschaft möchte immer gegen den Ersten gewinnen, das ist doch klar“, weiß auch Trainertochter Andrea Keczko. „Die anderen Teams werden sich jetzt viel mehr auf uns konzentrieren. Aber wir können damit umgehen, da wir keinen Druck haben.“ Denn ausgesprochenes Ziel ist die Bayernliga-Meisterschaft bzw. die Rückkehr in die 3. Liga in Ismaning nicht.
Wohl aber wieder ein Sieg im nächsten Spiel. Zu Gast am Samstag ist der ESV 27 Regensburg II (17:15 Uhr, Realschulturnhalle). Vom Papier her eine recht deutliche Angelegenheit, stehen die Oberpfälzerinnen doch nur auf Platz Elf. Trotzdem eine Partie mit einer gewissen Brisanz. „Mit Regensburg haben wir noch eine Rechnung offen“, gibt Andrea Keczko die Marschrichtung vor. „Diese zu begleichen ist für uns mehr Motivation, als den Ersten Platz zu halten.“ Im Hinspiel hat der TSV in Regensburg schwach gespielt und nur mit Ach und Krach ein 25:25 erreicht. Den ESV so recht einzuschätzen erscheint ohnehin recht schwer. Zum Abschluss der Vorrunde hat Regensburg zum Beispiel gegen Winkelhaid noch einen klaren Heimsieg geholt (29:21), am vergangenen Sonntag folgte zum Start in die Rückrunde eine Heimniederlage gegen das Tabellenschlusslicht Ottobeuren (25:27). „Isi“-Trainerin Aniko Keczko ist jedenfalls zuversichtlich. „Zu Hause sollten wir Regensburg auf jeden Fall besiegen können“, so die Ungarin. „Mit mehreren Spielerinnen im Kader können wir auch wieder lockerer auftreten.“ Christine Königsmann (verletzt), Rosi Hascher (privat verhindert) und Isabell Dulias (beruflich verhindert) stehen zwar gegen Regensburg nicht zur Verfügung, dafür kehren Kirsten Walter und Lisa Frank wieder zurück. Eventuell werden noch Spielerinnen aus der 2. Mannschaft zum Kader stoßen.
Ohnehin hatte das Keczko-Team in Herzogenaurach mit Bravour demonstriert, wie ein personeller Engpass kompensiert werden kann. Das macht Rückraumspielerin Andrea Keczko nach wie vor stolz. „Wir geben niemals auf, egal mit welchem Kader wir antreten müssen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Das zeigt, dass sich die Ismaningerinnen doch darüber bewusst sind, dass sie jetzt die Tabelle anführen. Auch, weil die „Isis“ eine recht konstante Saison spielen. Mit drei Niederlagen haben sie nun die wenigsten in der Liga kassiert, und nie mehrmals hintereinander verloren. Während der ehemalige Primus Winkelhaid zum Vergleich am vergangenen Wochenende seine vierte Pleite in Folge kassiert hat, haben die „Isis“ auf jede ihrer Niederlagen in dieser Saison unmittelbar wieder einen Sieg folgen lassen.
Doch auf andere müssen die Ismaningerinnen ohnehin erst einmal nicht mehr schauen. Spitzenreiter sind jetzt schließlich sie. Und das soll nach der Partie gegen Regensburg weiterhin der Fall sein. Denn in ihren gelben Trikots wollen die TSV-Frauen auch nach diesem ersten Heimspiel der Rückrunde wieder tanzen können. In erster Linie wegen des Sieges, nicht wegen der Tabelle.
Voraussichtliches Aufgebot TSV Ismaning:
Ute Becker, Elisabeth Gschwendtner (beide im Tor), Kathi Tischler, Steffi Oberhuber, Andrea Keczko, Franzi Lang, Susanne Pramberger, Sophie Pramberger, Lisa Frank, Kirsten Walter, Kathleen Braun