Wieder vom Thron gestoßen

Von am 26.01.2014 in Allgemein, Archiv

Die Bayerlinga-Handballerinnen des TSV Ismaning verlieren das Spitzenspiel bei der HaSpo Bayreuth mit 23:25. Jetzt sind sie wieder in der Jägerrolle.


Vielleicht war die Höhenluft an der Tabellenspitze zu viel, vielleicht die Anspannung deswegen zu groß, vielleicht der Druck, den es in Ismaning diesbezüglich eigentlich gar nicht gibt, doch zu enorm. Mit einem Sieg bei der HaSpo Bayreuth hätten die „Isis“ Platz 1 gefestigt, ein ganz dickes Ausrufezeichen setzen können. Doch nun sind sie es wieder, die sich hinter dem neuen Primus aus Oberfranken in der Tabelle einreihen müssen. „Wir hatten die Chance, hier zu gewinnen“, gab sich „Isi“-Trainerin Aniko Keczko keinen Illusionen hin. „Aber unsere jungen Spielerinnen können so ein Spiel halt noch nicht entscheiden.“


Während bei Ismaning nun drei der vergangenen vier Spiele verloren gingen, hat sich Bayreuth konstant nach vorne gearbeitet. Für die HaSpo war der Erfolg gegen das Keczko-Team der sechste Sieg in Folge. Deswegen kommt die Tabellenführung für die Mannschaft von Trainer Thomas Hankel nicht von ungefähr. Der allerdings relativierte umgehend: „Es war nie unser Ziel Meister zu werden. Allerdings ist es auch eine schöne Momentaufnahme, dass wir jetzt ganz oben stehen. Die Saison ist aber noch lang genug, da kann noch einiges passieren.“ Zumal die HaSpo nach dem 25:23 Erfolg auch nur einen Punkt Vorsprung auf den TSV hat.


Dieses Spitzenspiel hat sich auch Leonie Schweinsteiger nicht entgehen lassen. Die aufgrund eines Kreuzbandrisses langzeitverletzte machte sich im Mannschaftsbus mit auf den Weg nach Oberfranken, genauso wie Sophie Pramberger, die die ganze Woche krankheitsbedingt nicht trainieren konnte. Erstmalig in der Rückrunde wieder im Aufgebot bei den „Isis“: Christine Königsmann und Rosi Hascher, denen aber logischerweise die nötige Spielpraxis noch fehlte.


Der Auftakt in die Partie allerdings noch verheißungsvoll. Nach 8 Minuten lag Ismaning 8:5 vorne. Es schien zu diesem Zeitpunkt möglich, die „Festung Bayreuth“ zu stürmen, der HaSpo deren erste Heimniederlage der Saison zuzufügen. Doch die Gastgeberinnen waren sich dieser Heimstärke bewusst und hatten nach 13 Minuten das Spiel gedreht. Die „Isis“ nach vier Gegentoren in Folge nun 8:9 in Rückstand. „Wenn wir mit drei Toren führen müssen wir einfach mit kühlem Kopf weiterspielen“, analysierte Aniko Keczko. „Doch da haben wir dann Fehler gemacht, und die wurden sofort bestraft.“


Zur Pause hatte sich Bayreuth eine 16:14 Führung erspielt. Chari Altenburger im Tor der Gastgeberinnen, früher selbst ein „Isi“, wusste, dass es auf die Abwehr ankommt. „Wenn die nicht steht, dann wird es schwer. Nachdem wir ausgleichen konnten, standen wir hinten wieder gut. Glück gehört aber natürlich auch dazu und die Aussicht, auf Platz 1 springen zu können, ist immer motivierend.“


Auch nach dem Seitenwechsel das Keczko-Team zunächst besser, führte nach 36 Minuten selbst wieder mit 18:17. Doch das war auch die letztmalige Führung Ismanings in diesem Spiel. Zu Mitte der 2. Halbzeit lagen die „Isis“ wieder hinten (18:20 nach 43 Minuten) und spätestens beim 19:24 (52. Minute) war das Spiel gelaufen. Nach einigen vergebenen, guten Torchancen konnte der TSV immerhin noch auf 23:25 verkürzen. Das änderte zwar an der Niederlage an sich nichts, aber damit hat Ismaning trotzdem den direkten Vergleich mit Bayreuth für sich entschieden. Das Hinspiel ging mit 24:21 an das Keczko-Team. Genau das hat auch HaSpo-Coach Hankel ein wenig geärgert: „Natürlich überwiegt die Freude über den Sieg. Aber es ist sehr schade, dass wir den direkten Vergleich nicht retten konnten. Wir haben hinten raus noch zu viele Fehler im Angriff gemacht.“


Nach der Niederlage gegen Regensburg und der Pleite in Bayreuth haben die „Isis“ erstmalig in dieser Saison zweimal in Folge verloren. Nun haben sie zwei Wochen Zeit, sich wieder aufzurichten. Das nächste Spiel bestreitet der TSV erst am 8. Februar, dann bei der HG Zirndorf (17 Uhr) und wieder in der Rolle des Jägers.


Für den TSV Ismaning spielten und trafen:


Ute Becker, Elisabeth Gschwendtner (beide im Tor), Andrea Keczko (9/5), Franzi Lang (7), Kathi Tischler (3), Steffi Oberhuber (2), Rosi Hascher (1), Kirsten Walter (1), Kathleen Braun, Susanne Pramberger, Lisa Frank, Christine Königsmann, Isabell Dulias


 

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