Die Bayernliga-Frauen des TSV Ismaning wollen die Heimniederlage gegen Regensburg vergessen machen. Doch es wartet die bislang wohl schwerste Aufgabe in dieser Saison.
Eigentlich ist es recht einfach. „Wenn wir in Bayreuth gewinnen, haben wir die verlorenen Punkte wieder zurück geholt“, analysierte „Isis“-Trainerin Aniko Keczko nach der 28:32 Heimniederlage gegen den ESV 27 Regensburg II. Doch einfach wird dieses Unterfangen ganz und gar nicht. Die HaSpo Bayreuth hat sich mit fünf Siegen in Folge nicht nur auf Platz 2 der Tabelle vorgearbeitet, sondern auch alle ihre bisherigen sieben Heimspiele in dieser Saison gewonnen - mit teils sehr klaren Ergebnissen, wie beim 36:21 gegen den Kissing, 30:19 gegen Ottobeuren, oder auch 28:18 gegen Etwashausen.
Während Bayreuth also mit stolz geschwellter Brust in dieses Gipfeltreffen gehen kann (Samstag, 19:30 Uhr), heißt es für den TSV in der Vorbereitung auf dieses Spiel zunächst mal, Wunden zu lecken. Die schwache Leistung gegen Regensburg gilt es schnellstmöglich abzuhaken und aus den Köpfen zu bekommen. Sophie Pramberger, die gegen die Oberpfälzerinnen neun Tore erzielte, hat nach dieser Partie sofort erkannt, was die Devise ist: „Wir müssen etwas für die Abwehr tun, viel mehr miteinander reden. Denn Bayreuth wird eine ganz harte Aufgabe.“
In der Tat. Zwar geht Ismaning nach wie vor als Tabellenführer in dieses Duell, der Vorsprung auf Bayreuth beträgt allerdings nur einen Punkt. Kurzum: eine weitere Niederlage – und die Spitzenposition ist wieder weg. Vielleicht hat auch genau diese Tatsache, gegen Regensburg als Primus in die Partie gegangen zu sein, das Team von Aniko Keczko gehemmt. „Während eines Spiels muss einfach alles ausgeblendet werden“, so die Ungarin. „Man muss es einfach schaffen, sich nur auf die 60 Minuten zu konzentrieren.“ Für Bayreuths Trainer Thomas Hankel hingegen kam die Niederlage Ismanings weniger überraschend. „Regensburg hat sich mittlerweile verstärkt und mit dem neuen Team bereits vor Weihnachten Winkelhaid geschlagen“, weiß Hankel. „Ismaning hingegen musste neben den Langzeitausfällen auch noch mit Rosi Hascher und Christine Königsmann auf zwei weitere, wichtige Spielerinnen verzichten. Die vorangegangene Partie gegen Herzogenaurach hat zwar gezeigt, dass diese Vielzahl an Ausfällen zeitweise kompensiert werden kann, das gelingt aber nicht immer.“
Personell sieht es bei den „Isis“ wie folgt aus: Christine Königsmann hat nach überstandener Verletzung bereits trainiert, über einen Einsatz entscheidet nun Trainerin Keczko. Rosi Hascher und Isabell Dulias stehen im Vergleich zum Regensburg-Spiel wieder zur Verfügung. Dagegen fehlten Sophie Pramberger, sowie Andrea Keczko krankheitsbedingt im Montags-Training.
Aufgrund der Tabellensituation ist sich HaSpo-Coach Hankel sowieso sicher, dass die „Isis“ alles aus sich herausholen werden. „Ich glaube nicht, dass Ismaning nun, nach der Niederlage gegen Regensburg, zusätzliche Motivation für ein Spitzenspiel wirklich nötig hat. Die ist ohnehin da.“ Aufgrund der Heimstärke Bayreuths geht der TSV diesmal allerdings nicht als Favorit in die Partie. Doch auch die Ismaningerinnen können auf ein Gesetz der Serie in dieser Saison bauen: auf eine Niederlage folgte bislang immer ein Sieg. „Die Tagesform ist in solchen Spielen auch immer mitentscheidend“, ist sich Aniko Keczko bewusst. „Wir haben noch ein junges Team, da sind Leistungsschwankungen normal. Wir müssen weiter an uns arbeiten, damit die Fehler nicht mehr passieren.“
Sollte es der TSV tatsächlich schaffen, die „Festung Bayreuth“ zu stürmen, wäre das natürlich nicht nur die passende Antwort auf das vergangene Spiel, sondern auch ein dickes Ausrufezeichen in Richtung Konkurrenz. „Ismaning steht weiterhin zu Recht an der Tabellenspitze, da es eines der besten Teams der Liga ist. Auch ein Zeichen der guten Jugendarbeit“, schickt Hankel lobende Worte für den Gegner voraus. „Die Tatsache, dass es auch um die Tabellenspitze geht ist nur ein zusätzliches Zuckerl für uns. Selbst wenn wir gewinnen sollten wäre das Ergebnis zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Momentaufnahme.“
Natürlich eine äußerst angenehme. Denn wer steht nicht gerne ganz oben in der Tabelle. Diesbezüglich können die „Isis“ nun beweisen, dass sie dieser Situation doch gewachsen sind. Mund abputzen, den Blick nach vorne richten, und sich auf die eigenen Stärken besinnen – das muss die Marschroute vor diesem Bayernliga-Gipfel sein. Im Hinspiel setzte sich Ismaning mit 24:21 durch.
Voraussichtliches Aufgebot TSV Ismaning:
Ute Becker, Elisabeth Gschwendtner (beide im Tor), Andrea Keczko, Kathi Tischler, Steffi Oberhuber, Rosi Hascher, Christine Königsmann, Susanne Pramberger, Sophie Pramberger, Franzi Lang, Isabell Dulias, Kathleen Braun, Kirsten Walter, Lisa Frank