Zwei Teams in der Bayernliga? "Die Statuten geben das nicht her..."

Von am 05.10.2011 in Allgemein, Archiv

In der Jugendqualifikation 2011 passierte das bis dato unmögliche: Beide weiblichen C-Jugenden der Ismaninger Handballer qualifizierten sich deutlich über 3 Qualirunden für die Bayernliga, obwohl die Ordnungen des Verbands so einen Fall nicht erlauben. Was nun Herr BHV???

Wie ist das passiert?
Die C1 Jugend wurde ordnungsgemäß zur Bayernligaqualifikation, die C2-Jugend zur Landesligaqualifikation gemeldet. Soweit so gut. Nun fehlten jedoch auf dem Tisch des Qualikoordinators Gottfried Rathgeber in Günzburg Mannschaften für die Landesligaquali und die bestehenden Meldungen in dieser Klasse reichten bayernweit nicht aus, um einen Spielbetrieb zu ermöglichen. Zu wenig Mannschaften hatten für die Landesliga gemeldet. Durch Urlaub und Sommerpause, in der Hektik wurde kurzerhand von Herrn Rathgeber die Landesligaquali zur Bayernligaquali dazu geschoben, sodass nun 2 Isi-Teams für die Bayernliga gemeldet waren. Dieser Fehler wurde vom BHV übersehen!

Wie gings weiter?
Die Ismaninger Teams spielten die 1.Runde der Bayernligaquali und schlugen sich souverän. Die C1, bestehend aus dem älteren Jahrgang und Talenten des jüngeren Jahrgangs kamen mit hohen Siegen in Runde 2 und 3 souverän weiter und qualifizierten sich verdient für das Oberhaus. Doch auch die C2, bestehend aus dem jungen Jahrgang und mit D-Jugendtalenten gefördert, überstanden die ersten beiden Qualirunden souverän. Teils gegen 3 Jahre ältere Mädels wurden Kantersiege eingefahren und in Runde 2 auch mal ein Spiel verloren - es war für viele Mädels die erste Niederlage seit Jahren! Leistungsförderung hatte so einen Sinn, denn der Gegner war zwar älter jedoch ebenbürtig. Doch genau nach der 2.Qualirunde wurde der Fehler von Verantwortlichen des TSV Ismaning bemerkt und der BHV von uns hingewiesen. In Runde 3 wurde die C2-Jugend, trainiert vom Ehepaar Krecken, nun plötzlich zu zwei Tabellenersten und einem Tabellenzweiten hinzuge"lost" und der Eindruck machte sich breit, der BHV will so das Problem doppelte Meldung angenehm lösen.

Isis trotzen und wollen Leistungsförderung!
In Runde 3 wurde jedoch die Quali gegen die Tabellenersten -und zweiten geschafft, ein Beispiel von optimaler Leistungsförderung und Jugendförderung konnte in diesen Spielen beobachtet werden. Körperlich höchst unterlegen, siegten die jungen Ismaninger Mädels mit Spielwitz, individueller Klasse und großem Kampfgeist, genau das, was talentierte C-Jugendliche endlich brauchen, um optimal in Bayern gefördert zu werden. Die Bayernliga wurde sportlich geschafft!

Statuten verhindern Teilnahme!
"Die Statuten geben das nicht her", kommentierte BHV Vizepräsident Recht Markus Sikora die Casa Ismaning und stellte sich zwar somit auf die Seite der Ordnungen und Bestimmungen, jedoch damit auch massiv gegen Leistungsförderung und Talententwicklung. Zu einem Kompromiss war keiner bereit.

Die Diskussion beginnt.
Vom Bezirk Oberbayern bekam der TSV ismaning große Unterstützung, denn seit Jahren spielen die zweiten Ismaninger Teams in den Bezirksoberligen und stellen die gegnerischen Mannschaften immer wieder vor frustrierende Spiele gegen Ismaning. Beiden Seite nutzt dies nichts, wirklich gar nichts! Die einen werden mit 30:5 oder 33:9 aus der Halle geschossen, die anderen lernen kein körperbetontes Spiel, entwickeln sich so nicht wirklich weiter und lernen nicht "auch mal auf die Fresse zu kriegen", was man in späteren Jahren deutlich merkt. Schnell kommen so außerhalb des Vereins Vorurteile auf wie "hochnäsig" oder "großkotzig".
Die Diskussion mit dem BHV übernimmt Stefan Lorenz, der Abteilungsleiter zusammen mit Alexander Novakovic, der stellv. Bezirksvorsitzenden Jugend in Oberbayern ist und zudem vom TSV Ismaning stammt. Die Telefonate gehen bis zum Präsidenten des BHV, Emailverkehr erreicht das komplette Präsidium des BHV und sogar an einer Besprechung im Haus des Sports in München wird teilgenommen und die Casa Ismaning im Beisein anderer leistungsorientierter Vereine im Süden (Würm-Mitte, Gröbenzell, Haunstetten, Nürnberg) erörtert. Unterstützt werden die beiden nicht nur von diesen Vereinen, sondern auch von Georg Clarke, Vizepräsident im BHV und zuständig für Talentförderung, zudem im Präsidium des DHB für Jugend.

Geurteilt wird im Spielausschuss.
Im Spielausschuss wird geurteilt, dass es nicht mehr möglich sei, die Bestimmungen dahingehend zu ändern, dass Ismaning 2 nun die sportliche Qualifikation wahrnehmen kann. Ein Schlag für die Talentförderung und leistungsorientierte Jugendarbeit in Ismaning, ein Frust für die zukünftigen Gegner der Bezirksoberliga (zB TSV Haar am WE 26:6) und ein Zeichen für die Unflexibilität eines Verbandes, welches an öffentlichen Veranstaltungen immer wieder anmahnt, zu wenige leistungsorientierte Vereine zu haben und endlich mal wieder zumindest einen Drittligisten etabliert sehen zu wollen.
Im Spielausschuss hatte die Bewahrung von Ordnungen eine Mehrheit vor jugendorientierter Leistungsförderung - leider.

Und raus kommt...
... in der Bezirksoberliga Klatschen wie am WE gegen Haar 26:6
... Ärger, den die Bezirksvereine auf den TSV Ismaning seit Jahren haben
... auch schlechte Vorurteile wie Arroganz und Großkotzigkeit
... minimale Förderung der vielfach vorhandenen Talente in Ismaning aber auch in Oberbayern
... und dadurch eine geringere Leistungssteigerung und Entwicklung!

Frustiert über dieses unflexible Handeln (vorallem mit dem Wissen, dass es anders gegangen wäre), vorallem mit der selbst miterlebten Ansage, dass der BHV flexibler werden muss (BHV Verbandstag 2011), sitze ich nun da und ärgere mich, weil ich nun Wochenende für Wochenende mit ansehen muss, welch großartige Talente die C2 in ihren Reihen hat, die dann aber bei einem 26:6 Bezirksoberligaspiel nicht mal ansatzweise ausgelastet werden und nach dem Spiel noch den Rest des Heimspieltages gegen A-Jugendliche in den Pausen Handball spielen.
Ärgern tue ich mich auch besonders über Kommentare von BHV Verantwortlichen über das fördernde Doppelspielen der D-Jugendtalenten in der C2-Jugend wie, "Alex, wenn ihr nicht genügend Spieler für 2 Teams habt, dann meldet nur eine Mannschaft!" Diese BHV Ehrenamtlichen (wie ich auch einer bin) haben sich sehr verdient gemacht, denn ohne sie geht eine Organisation dee Spielbetriebs nur schwer, nur müssen sie einsehen, dass sie nicht mehr auf dem Stand des Handballs von 2011 sind! Wenn das nicht kurzfristig geändert wird und weiterhin auf Statuten so unmöglich stur festgehalten wird, wird sich der Handball in Bayern nicht ändern! Oder bin ich zu flexibel?
Wie schön unser Handball sein kann, erlebt man momentan an unseren Heimspieltagen, besonders am Samstag bei den Seniorenspielen.
Alexander Novakovic

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