Bayernliga | Ismaninger siegen im Derby-Krimi gegen den SV Anzing mit 33:32 (17:14)

Nach 59 Minuten und 44 Sekunden steht die Anzeigetafel in der Ismaninger Hölle Süd auf 33:32. Die Luft brennt. Die Schiris haben auf 7-Meter für Die Löwen aus Anzing entschieden. Florim Hoxha tritt an gegen Georg "Schorsch" Zimmermann im Tor der Isis. 16 Sekunden vor Schluss heißt es also Sieg oder Unentschieden, 2 Punkte oder 1 Punkt, Aufbruchs oder Krisenstimmung.

Echter Handballkrimi in der Hölle Süd
Wie es zu diesem 7 Meter kam und alles was in der Spielzeit davor passiert ist, hätte sich Steven Spielberg nicht ausdenken können.
Aber von Anfang an: Die Ismaninger starten solide in Partie, Ersatzabwehrchef Bambi Bamberger hält die Defensive zusammen und auch im Angriffsspiel finden die Isis immer wieder Lösungen gegen eine aggressive Anzinger Deckung. Mit dem Halbzeit-Pfiff erzielt Simon Lang das 17:14. Bis hier hin eine konzentrierte Vorstellung der Männer in gelb.

"So weitermachen, wie in der ersten Halbzeit"
Schöner Plan und in der 35. Minute sah es auch so aus als ob dieser voll auf geht. Beim 21:16 hatten sich die Ismaninger einen fünf Tore Vorsprung herausgearbeitet. Doch der erfahrene Isi-Fan weiß: "das heißt noch gar nichts". Und es sollte auch gar nichts heißen. Die Anzinger Löwen machten ihrem Namen alle Ehre, bissen sich in die Partie, und knabberten den Vorsprung Tor um Tor ab. In der 58. Minute war es dann so weit. Das Polster war verspielt, Marinus Limbrunner triff für Anzing zum 32:32 Ausgleich. Obendrein kassiert der Ismaninger Simon Lang eine 2-Minuten Strafe. Darf das wahr sein? Schaffen es die bisher glücklosen Tabellenletzen schon wieder nach einem guten Spiel keine Punkte einzufahren? Es sah so aus und kam doch anders. Yannick Teschner nimmt in Unterzahl sein Herz in die Hand und ballert den Ball zum 33:32 ins Netz. Die Uhr zeigt 58:14 an. Viel Zeit für Anzing in Überzahl mindestens ein Tor zu werfen. Doch dann ein grober Schnitzer im Aufbau, die Löwen vertendeln den Ball und Florian Elsinger läuft zum Gegenstoß. Die ganze Tribüne steht. Jeder weiß, wenn Flo trifft ist das Spiel entschieden. Doch er trifft nicht. Die ersten Zuschauer halten sich die Augen zu. Der Ball ist also wieder bei in Anzinger Hand, die nächste Chance zum Ausgleich. Dann passiert etwas, was einem Dejavu gleicht. Anzing verliert erneut den Ball. Diesmal läuft Fabian Stoiber alleine auf das Anzinger Tor zu. "Jetzt ist es durch", denken sich alle, die die Augen noch offen haben. Aber wieder passiert das Unglaubliche, Fabian Stoiber für gewöhnlich vor dem Tor sicher wie Fort Nox, versucht es mit einem Kopfleger und scheitert.
Anzing erhält also Versuch Nummer drei um das Tor zum Ausgleich zu erzielen.

Spannung pur in der letzten Minute
Anzings Trainer Müller legt die grüne Karte und sortiert seine Mannschaft. Die spielt jetzt geordnet eine Spielzug und kommt frei vors Tor. Zimmermann kann aber parieren. Doch der Abpraller landet in den Händen Anzings. Nachschuss. Daneben.
Da ertönt der Pfiff und der Schiri zeigt auf die 7-Meter-Linie. Yannick Teschner stand bei seiner Abwehraktion im Kreis. So sollte also ein faires und spannendes Derby im Showdown zwischen Zimmermann und Hoxha entschieden werden.
Jeder Zuschauer der noch nicht zum Kardiologen aufgebrochen ist sah wie der Teufelskerl Schorsch den Wurf mit seiner linken Pranke neben das Tor lenkte. Wahnsinn. Alles was danach passiert geht im Jubel über den Derby-Sieg unter!
Für Anzing heißt die Niederlage beim Tabellenletzten, dass sie endgültig im Abstiegskampf angekommen sind. Ismaning hat jetzt 4 Punkte auf dem Konto und muss in den letzten zwei Spielen des Jahres punkten um wieder Anschluss zu den Kontrahenten zu erhalten.

Der nächste wichtige Schritt steht in zwei Wochen zu ungewohnter Zeit am Sonntag, 10.12.2017 um 18.00 Uhr in der Hölle Süd an, wenn die Mannschaft des TSV Ottobeuren, ihres Zeichens Mit-Aufsteiger und ebenfalls im Abstiegskampf, ihre Visitenkarte abgibt.
Das spielfreie Wochenende gibt den Isis jedoch Zeit dinge zu Ordnen und sich auf die kommenden, schweren Aufgaben vorzubereiten.

Aufstellung (Tore / davon 7m)
Deimel, Zimmermann

Neumann (2), Donaubauer (2/2), Bamberger, Langer (5), Simon, T. Stoiber (8), Teschner (4), Elsinger (5), Lang (1) Schmalz (1), Rehnert, F. Stoiber (5/1)